Fußball DFB-Pokal
Bayer schießt Bayern noch tiefer in die Krise

Für die Zuschauer war es Wahnsinnsspiel, für die Trainer und Freunde des Defensivspiels nervenaufreibend: In einem meistenteils hochklassigen DFB-Pokal-Viertelfinalspiel gewann Bayer Leverkusen mit 4:2 gegen den FC Bayern. Damit wird die Luft für Münchens Trainer Jürgen Klinsmann immer dünner – zumal viele Zuschauer ihn nicht von Schuld am Pokal-Aus frei sprechen.

gie/HB DÜSSELDORF. So voll war es noch nie in der Düsseldorfer Arena, und das kommen hatte sich für die 50 500 Zuschauer gelohnt. Das Spiel begann rasant und bis auf eine etwas ruhigere Phase rund um die 30. Minute blieb das Tempo enorm hoch und eine Torchance folgte der nächsten.

Es wurde schnell klar, dass Bayern-Trainer Klinsmann keine glückliche Hand mit seiner Aufstellung gehabt hat. Klinsmann hatte den Gästen eine sehr defensive Ausrichtung verpasst. Anstelle von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger hatte der Bayern-Trainer Andreas Ottl als zweite Absicherung im Mittelfeld aufs Feld geschickt. Das sollte die Defensive stabilisieren, was 20 Minuten lang überhaupt nicht funktionierte. Torjäger Luca Toni fehlte ohnehin wegen Achillessehnen-Problemen, zudem musste Nationalspieler Philipp Lahm (Grippe) passen.

Vor allem Ottl und Borowski kamen nie ins Spiel. Beide wurden in der 63. begleitet von einem Pfeifkonzert der Bayern-Fans ausgetauscht. So mancher Fan fragte sich, warum diese Ergänzungsspieler ihre Chance nicht nutzen. Schließlich wollte so mancher Zuschauer gerade bem erfahrenen Borowski nicht einmal den nötigen Kampfeswillen erkannt haben.

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld kritisierte als Premiere-Experte sein ehemaliges Team: "Das war enttäuschend. Die Bayern waren viel zu passiv, hatten keine Spritzigkeit und keine Durchschlagskraft. Das Mittelfeld war bis auf van Bommel total enttäuschend." Miroslav Klose, einer von Bayerns Besten, konnte einem da vorne nur leidtun. Viel zu oft waren die Bayern-Spieler zu weit von ihren Gegenspielern entfernt, selbst in 16er-Nähe.

Bayerns mangelhafte Defensivarbeit konnten sich Helmes, Kießling und Barnetta bei ihren erstklassigen Möglichkeiten in der Anfangsphase nicht zunutze machen. Bayern-Torwart Rensing ging zunächst als Sieger aus dem Privatduell hervor.

Allein dem Schlussmann der Münchener war es zu verdanken, dass die Bayern zu der Zeit noch nicht ins Hintertreffen gerieten. Zudem setzte Tranquillo Barnetta bei einer weiteren Großchance der Gastgeber den Ball knapp neben das Tor (22.). Bei den Bayern war dagegen viel zu wenig Bewegung im Spiel, das Offensivspiel kam nahezu ganz zum Erliegen. Gefahr ging zunächst nur von Leverkusener Fehlern aus - wie etwa bei einem Querschläger von Kießling (12.) oder einem zu kurzen Rückpass von Gonzalo Castro (16.).

Nach 24 Minuten hatte Hamit Altintop die erste Chance für die Münchener. Danach kamen die Bayern besser ins Spiel, Leverkusen zollte dem hohen Tempo Tribut. Kurz vor der Halbzeit hatte erneut Altintop eine sehr gute Gelegenheit, aber Adler hielt glänzend.

So mancher Fan hatte bei den Bayern zur Pause einen Wechsel erwartet, gerade im Hinblick auf Ottl und Borowski. Aber Klinsmann blieb bei der defensiven Aufstellung. So verlor ind der 54. Minute Borowski den Ball in der Vorwärtsbewegung. Den guten Konter der Leverkusener schloss Tranquillo Barnetta gekonnt ab. Die Düsseldorfer Arena tobte. Auch wenn das 1:0 zu diesem Zeitpunkt ein wenig überraschend fiel, im Hinblick auf die starke Anfangsphase war es verdient.

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