Fußball DFB-Pokal
Bayern fordert Leverkusen im „Krisen-Gipfel“

Ein nörgelnder Superstar, ein ungeduldiger "Kaiser" und eine Titelrechnung, die von Woche zu Woche abwegiger erscheint: Wenn der FC Bayern heute (20.30 Uhr/live in der ARD und bei Premiere) im DFB-Pokal-Viertelfinale zum "Krisen-Gipfel" bei Bayer Leverkusen antreten muss, heißt es für Trainer Jürgen Klinsmann: Verlieren verboten. Auf die verletzten Superstars Luca Toni und Philipp Lahm muss er bei diesem Unterfangen aber verzichten.

DÜSSELDORF. "Es ist fünf vor 12. Das ist uns allen klar. Das ein oder andere Ding haben wir uns selbst eingebrockt. Da war auch ein Schuss Überheblichkeit im Spiel", gestand Klinsmann selbst ein und schlug nach dem zweitschlechtesten Rückrunden-Start in den letzten 34 Jahren eine deftigere Tonart an: "Wir wollen bis zum Schluss in allen drei Wettbewerben dabei sein. Da ist es klar, dass wir so ein Spiel gewinnen müssen."

Klinsmann unter Druck

An der Isar wächst nach nur vier Punkten aus fünf Liga-Spielen die Ungeduld. Nach dem Absturz auf den fünften Platz macht allmählich auch Präsident Franz Beckenbauer Druck. "Jürgen hat nach dem Bremen-Spiel gesagt, wir seien auf einem guten Weg. Es wird jetzt aber auch Zeit, diesen Weg nun langsam zu finden", forderte der "Kaiser" in der Bild-Zeitung. Ein Pokal-K.o. käme da ziemlich ungelegen.

Einhergehend mit dem Abwärtstrend muss Klinsmann einen Brandherd nach dem anderen löschen. Erst die Gerüchte um eine Taktik-Sitzung der Spieler ohne den Trainer, nun sorgt wieder einmal Mittelfeldregisseur Franck Ribery für Ärger. Der Franzose soll sich bei Klinsmann über mangelnde Unterstützung seiner Mitspieler beschwert haben und sein Berater Alain Migliaccio kokettiert zum wiederholten Mal mit einem Wechsel seines Schützlings zu einem europäischen Top-Klub wie dem FC Barcelona oder Manchester United.

Wirbel um Ribery

"Es ist immer das Problem, wenn ein Spieler weg will und dem Verein die Pistole auf die Brust drückt, dann hat der wenig Chancen. Bei Ribery kann man schon den Eindruck gewinnen, dass es sich um gezielte Äußerungen handelt. Die Bayern sind schon seit langem abhängig von ihm", bewertet Beckenbauer die Angelegenheit mit Sorge.

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