Fußball DFB-Pokal
Bayern plant Etappensieg zum Rekord-Double

Mit einem Erfolg im heutigen DFB-Pokal-Finale gegen Eintracht Frankfurt (20 Uhr) will Bayern München den ersten Schritt zum Rekord-Double schaffen. Der Rekordmeister könnte als erstes Team beide Titel verteidigen.

Unterschiedlicher könnten die Vorzeichen vor dem heutigen Finale um den DFB-Pokal (20 Uhr/live im ZDF) für die teilnehmenden Vereine nicht sein. Während Außenseiter Eintracht Frankfurt schon mit dem Einzug in das 63. Endspiel um den Vereinspokal der größte Erfolg der jüngeren Klubgeschichte geglückt ist, steht Rekordsieger Bayern München unter Erfolgszwang: Nur die erstmalige Verteidigung eines Doubles in der deutschen Fußball-Historie kann die gefräßigen Titelhamster befriedigen.

Ein flammender Appell von Uli Hoeneß und klare Zielvorgaben von Karl-Heinz Rummenigge sowie Oliver Kahn sollen den Münchnern den 13. Endspielsieg garantieren. Bei einer internen Ansprache am Mittwoch versuchte Manager Hoeneß, "die Mannschaft gezielt auf die nächsten Tage einstimmen". Die Forderung war klar: Holt beide Titel! Bereits am Mittwoch könnten die Bayern nach dem Pokal auch die Meisterschale wieder - zum 20. Mal - holen und sich damit für das frühe Aus in der Champions League entschädigen.

Double soll "Champions-League-Schmerzen" lindern

"Der Stachel Champions League sitzt noch immer tief", räumt Vorstandsboss Rummenigge ein: "Aber das Double würde die Schmerzen extrem lindern und auch 2006 zu einem erfolgreichen Jahr machen. Das Ziel ist klar umrissen: Wir wollen das Double gewinnen." Kapitän Kahn lockt seine Kollegen mit einer besonderen Aussicht: "Wir können Geschichte schreiben, weil wir etwas Einzigartiges erreicht hätten, wenn wir das Double verteidigen."

Rummenigge fordert von der Bayern-Elf auch Wiedergutmachung. "Mit dem Auftreten unserer Mannschaft in der Rückrunde war ich bis auf wenige Ausnahmen nicht zufrieden", sagt er. Zu routiniert und zu mühevoll habe das Team agiert und dabei Spielfreude, Leidenschaft und Qualität vermissen lassen. "Es wäre daher wünschenswert, dass wir jetzt in der Endphase mit einem überzeugenden Auftreten unsere Ziele realisieren." Eine Rekordprämie von kolportierten 150 000 Euro für beide Titel soll den müden Profis Beine machen. Die Frankfurter dürften sich über 20 000 Euro pro Nase freuen.

Doch das Finale im mit 74 349 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion kommt für beide Teams zur Unzeit. Die Eintracht tritt am Mittwoch zum "Abstiegsendspiel" (Trainer Friedhelm Funkel) gegen den 1. FC Kaiserslautern an, die Bayern empfangen den VfB Stuttgart. Wenn Verfolger Hamburg tags zuvor beim 1. FC Köln nicht siegt, wäre die Elf von Coach Felix Magath - einen eigenen Erfolg vorausgesetzt - schon Meister. Eine große Party wird es nach dem Pokal-Finale also für kein Team geben, zu wichtig sind die kommenden Spiele.

Final-Termin für Funkel "völlig daneben"

Kahn, der als erster Profi sein fünftes Finale gewinnen könnte, fürchtet, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. "2001 sind wir in Hamburg Meister geworden und hatten drei Tage später das Champions-League-Finale in Mailand. Da hatten wir die Schale mit an Bord, aber eine Stimmung wie auf einer Beerdigung." Funkel nennt den Termin deshalb "völlig daneben". Der Klassenerhalt sei "dreimal so wichtig" wie der Pokal - zumal Frankfurt mit dem Final-Einzug schon für den Uefa-Cup qualifiziert ist.

Funkel hat die Bayern als Spieler mit Bayer Uerdingen 1985 besiegt (2:1), zog aber als Trainer mit Duisburg 1998 den Kürzeren (1:2). "Jeder Spieler muss an seine Grenzen gehen. Sie müssen mit Herz und ohne Angst spielen", fordert er: "Meine Jungs haben da eine einmalige Chance. Wenn viele Spieler das Spiel ihres Lebens machen, haben wir sogar eine gute Chance." In der Liga verlor der viermalige Pokalsieger aber beide Duelle (0:1 und 2:5).

Funkel, der vor dem Halbfinalspiel gegen Arminia Bielefeld (1:0) bei der Teamsitzung schonmal die Trophäe rumgehen ließ, greift aber erneut in die Trickkiste: Wie bei den Triumphen 1974, 1975, 1981 und 1988 tritt die Eintracht am Samstag mit weißen Trikots an. Die einzige Pleite setzte es 1964 gegen 1 860 München in Rot-Schwarz (0:2). Frankfurt muss auf die Verletzten Jermaine Jones, Christoph Preuß und Chris verzichten. Bayern fehlen die Langzeitblessierten Sebastian Deisler, Ali Karimi und Andreas Görlitz.

© SID

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