Fußball DFB-Pokal
Cupverteidiger Nürnberg vor ältester Tribüne

Pokalsieger 1. FC Nürnberg beginnt heute (14.30 Uhr) die Titelverteidigung im Stadion Hohenluft von Victoria Hamburg. Die in den 20er Jahren erbaute Tribüne ist der älteste genutzte Zuschauerrang.

Der Titelverteidiger startet seine Mission vor einem Denkmal, Arminia Bielefeld spielt in einem der kleinsten Orte der Cup-Geschichte und der Hamburger SV bekommt es im Nordderby mit den Kickern vom Traditionsklub Holstein Kiel zu tun. Die erste Hauptrunde im DFB-Pokal bringt einmal mehr neue Auflagen des immer reizvollen Duells David gegen Goliath.

Im Stadion Hoheluft aus den 20er Jahren mit der ältesten noch komplett genutzten Tribüne Deutschlands bekommt es Pokalsieger Nürnberg mit dem Fünftligisten Victoria Hamburg zu tun. Der 1 897 gegründete Klub, bei dem einst Uwe Seelers Vater Erwin spielte, träumt nach dem Sieg im Halbfinale des Hamburger Pokal gegen den späteren Zweitliga-Aufsteiger FC St. Pauli von der zweiten Überraschung. "Wir wollen für die nächste Sensation sorgen", sagte Trainer Bert Ehm vollmundig.

999 Zuschauer auf der historischen Tribüne und 8 000 Fans insgesamt sollen heute (14.30 Uhr) Augenzeugen einer neuen Pokal-Überraschung werden. "Wenn der Club uns ein bisschen unterschätzt und wir 120 Prozent geben, ist es möglich", meinte Ehm. Gewonnen hat der Tabellenführer der Hamburg-Liga schon vorher: 55 000 Euro Einnahme sind durch TV-Gelder bereits sicher, fast so viel, wie der gesamte Etat (70 000) ausmacht.

Bauzäune und Kameratürme sorgen für Ausnahmezustand

Gerade mal 1 400 Einwohner zählt die oberpfälzische Gemeinde Seligenporten, in der Auftritt des Bundesligisten Bielefeld (17.00 Uhr) für den Ausnahmezustand sorgt. Bauzäune, die den Weg der Spieler von der Kabine zum Rasen flankieren, ein separater Zugang für den Gästeblock, vier Kameratürme fürs Fernsehen, ein Doppeldeckerbus als Pressebereich - für das Spiel der Spiele mussten die "Klosterer" erheblichen Aufwand betreiben.

Deshalb rechnet Präsident Walter Eisel, der 5 000 Zuschauer erwartet, auch mit keinem großen Gewinn. Was übrig bleibt, soll in ein neues Vereinsheim gesteckt werden. Ein weiteres Pokalfest hat Stürmer Oliver Wurzbacher gar im Sinn, wenn er sagt: "Wenn Bielefeld nicht 100 Prozent gibt, fegen wir sie vom Platz."

Holstein Kiel will im Nordderby überraschen

Wie schnell so etwas passieren kann, erfuhr Schalke 04 vor zehn Jahren. Als frischgebackener Uefa-Cup-Sieger schieden die Königsblauen am 23. September 1997 in der zweiten Pokalrunde beim damaligen Regionalligisten Eintracht Trier mit 0:1 aus - durch ein Tor des Schalke-Fans Rudi Thömmes. Der ehemalige Zweitligist ist mittlerweile in die Oberliga abgestürzt, doch Respekt hat der Goliath dennoch vor dem David (17 Uhr). "Auch wenn Trier in der vierten Liga spielt, im Pokal kann jeder jeden schlagen", sagte Kapitän Marcelo Bordon: "Wir müssen Gas geben."

An der Ostseeküste treffen um 14.30 Uhr zwei norddeutsche Traditionsvereine aufeinander. Der am 7. Oktober 1900 gegründete Oberligist Holstein Kiel erwartet den seit nunmehr 44 Jahren der Eliteklasse angehörigen Hamburger SV. Die "Störche", bei denen der Torwarttrainer der deutschen Nationalmannschaft Andreas Köpke das Bälle-parieren lernte, erlebten bereits vor dem Pokalspiel eine Überraschung: in weniger als 24 Stunden waren im freien Vorverkauf alle 11 500 Eintrittskarten über die Ladentheke gegangen. Holstein-Trainer Peter Vollmann hofft auf das Wunder und packt seine Schützlinge bei der Ehre: "Wer nicht mit 100 Prozent bei der Sache ist, hat seinen Beruf verfehlt."

© SID

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