Fußball DFB-Pokal Der HSV blamiert sich, Bayern und Dortmund ohne Mühe

Die meisten Erstligisten entledigen sich der Pflichtaufgaben mit erwarteten Pokalsiegen. Erwischt hat es nach Hoffenheim aber auch den HSV. Die Labbadia-Elf scheitert grandios beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena.
Update: 09.08.2015 - 22:34 Uhr Kommentieren
Hamburgs Trainer Bruno Labbadia hatte keinen Grund zur Freude, sein Team verlor in der ersten Pokalrunde gegen Carl Zeiss Jena. Quelle: dpa
Bruno Labbadia

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia hatte keinen Grund zur Freude, sein Team verlor in der ersten Pokalrunde gegen Carl Zeiss Jena.

(Foto: dpa)

Berlin1899 Hoffenheim, der FC Ingolstadt und der Hamburger SV sind die ersten prominente Verlierer bei den ewig reizvollen DFB-Pokalduellen zwischen Klein und Groß. Einen Tag nach Hoffenheim blamierte sich auch die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia und schied in der ersten Runde aus. Beim Nordost-Regionalligisten Carl Zeiss Jena unterlag der Bundesliga-Club am Sonntag verdient mit 2:3 (2:2, 0:1) nach Verlängerung.

In einem verrückten Spiel besiegelte Johannes Pieles in der 106. Minute per Kopf das Aus des HSV. Zuvor hatten Justin Gerlach (15.) und Velimir Jovanovoc (58.) Jena zweimal in Front geschossen. Doch Hamburg hatte sich durch einen irregulären und dennoch gezählten Treffer von Ivica Olic (48.) und Neuzugang Michael Gregoritsch (90.+4) zunächst noch in die Verlängerung gerettet.

Die Ingolstädter verloren am Sonntag bei der nur viertklassigen SpVgg Unterhaching mit 1:2 (0:1) und vermasselten damit ihrem Coach Ralph Hasenhüttl den 48. Geburtstag. Trotz erheblicher Feldvorteile fanden die Gäste gegen den beherzt verteidigenden Fußball-Außenseiter aus Haching keine Lücke und flogen damit wie schon im Vorjahr in Magdeburg gleich in der ersten Pokalrunde raus.

Mit Müh und Not konnte sich dagegen der Erstligist Hannover 96 in die zweite Runde des DFB-Pokals retten. Der Fußball-Bundesligist gewann am Sonntagabend mit 2:0 (1:0) beim Traditionsverein Hessen Kassel aus der Regionalliga Südwest. Die Tore für Hannover erzielten Salif Sané in der 16. Minute und Kenan Karaman in der Nachspielzeit (90.+2). Ansonsten lief beim klaren Favoriten nicht viel zusammen. Mehr vom Spiel und auch die besseren Chancen hatte der Viertligist.

„Heutzutage ist es in der ersten Runde nicht mehr so leicht, wie es auf dem Papier vielleicht aussieht. Deshalb sind wir zufrieden. Wir sind weitergekommen - nur das zählt“, sagte Hannovers Nationaltorwart Ron-Robert Zieler.

Krawalle überschatten Pokalbegegnungen
Hochsicherheitsspiel
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Schon vor der Begegnung zwischen Rot-Weiss Essen und Fortuna Düsseldorf hat die Polizei mit Problemen gerechnet und die Partie deshalb als Hochsicherheitsspiel eingestuft. Alkohol war für die Fans im Stadion deshalb Tabu.

Randalierer treten Scheibe aus Zug
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Schon am Düsseldorfer Hauptbahnhof, wo zwei Sonderzüge für die Anreise nach Essen bereit standen, gab es Randale. Einige der 600 Fortuna-Fans an Bord traten eine Fensterscheibe im Zug heraus, der daraufhin aus dem Verkehr gezogen wurde.

Zwei verletzte Polizisten, vier Festnahmen
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Einige der Gästefans warfen in Essen dann laut Polizei aus der Menge heraus mit Pyrotechnik und Flaschen. Außerdem versuchten sie, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizisten setzten sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken zur Wehr. Zwei Bundespolizisten wurden dabei leicht verletzt, vier Tatverdächtige wurden vorläufig festgenommen. Auch im Stadion wurden Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet.

Frust bei den Hamburgern
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Auch in Jena gab es Krawalle: Einige frustrierte Hamburger kletterten nach dem Schlusspfiff und der blamablen Niederlage ihres Vereins über die Zäune in den Innenraum des Stadions und mussten von Sicherheitskräften aufgehalten werden.

Chaoten im Fanblock
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Außerdem wurden verschiedene Gegenstände auf die Sicherheitskräfte geworfen. Dabei wurde ein Ordner am Kopf getroffen und ging daraufhin zu Boden. Ihren Vereinen tuen die radikalen „Fans“ mit den unüberlegten Aktionen keinen Gefallen – diesen drohen Strafen vom Deutschen Fußball Bund.

Hertha zeigt beschädigte Scheiben:
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Eine andere böse Überraschung wartete auf die Hertha aus Berlin in Bielefeld, wo der Klub am Montag zum Pokalspiel antreten wird: Der Fahrer des Teambusses wollte den Wagen gerade vom Hotel zur Mannschaft bringen, als er von einem Motorrad aus beschossen wurde. Niemand wurde verletzt, der Verein gab sich dennoch äußerst schockiert ob der Attacke. Auf Twitter präsentierte er Bilder des Einschussloches und bat um Hinweise auf den oder die Täter(in).

Am Abend schaffte es dann nach Verlängerung auch der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern, eine Blamage abzuwenden. Die Mannschaft von Trainer Kosta Runjaic setzte sich am Sonntagabend beim Drittligisten FC Hansa Rostock erst im Elfmeterschießen mit 5:4 durch. Nach 120 Minuten stand es vor 20.100 Zuschauern im Ostseestadion 0:0. Matchwinner für die Pfälzer war mit Marcel Ziemer ausgerechnet ein ehemaliger Lauterer, der seinen Elfmeter als einziger Rostocker verschoss.

Vor den Montags-Gastspielen in der ersten Hauptrunde von Borussia Mönchengladbach beim FC St. Pauli und Hertha BSC bei Arminia Bielefeld spielte sich danach in einem der letzten Sonntagsspiele noch der FSV Mainz 05 durch ein 3:0 beim Drittligisten Energie Cottbus eine Runde weiter.

Tags zuvor hatte es im Pokalreigen, der seine obligatorischen Opfer fordert, bereits den Erstligisten Hoffenheim erwischt. „Es war einfach zu wenig von uns. Wir waren viel zu träge, das müssen wir dringend abstellen“, kommentierte Fußball-Lehrer Markus Gisdol das 0:2 des Erstligisten aus dem Kraichgau bei Zweitliga-Fastabsteiger 1860 München.

Der FC Bayern München hat nach einem müden Sommer-Kick beim Fünftligisten FC Nöttingen die zweite Runde erreicht. Die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola hatte beim 3:1 (3:1) gegen den tapferen Außenseiter einige Probleme und blieb vor dem Bundesligastart am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen den Hamburger SV vieles schuldig.

Arturo Vidal (5. Minute/Handelfmeter) brachte den deutschen Fußball-Rekordmeister am Sonntag planmäßig in Führung. Nach dem Ausgleich durch Niklas Hecht-Zirpel (16.) zerstörten Mario Götze (17.) und Robert Lewandowski (26.) noch vor der Pause die Hoffnungen des Außenseiters auf eine Sensation. 29 486 Zuschauer im ausverkauften Karlsruher Wildparkstadion hofften nach dem Wechsel vergeblich auf weitere Tore und Höhepunkte.

Der Titelverteidiger und Meisterschaftszweite VfL Wolfsburg nahm die Auftakthürde beim Drittligisten Stuttgarter Kickers mit 4:1 dagegen problemlos. Dieter Hecking, „Trainer des Jahres“, war „phasenweise sehr zufrieden“ mit dem souveränen Auftritt seiner Elf.

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