Fußball DFB-Pokal
Diskussionen um DFB-Pokal-Finale der Frauen

Bislang lief das Frauen-Finale im DFB-Pokal als Vorveranstaltung des Männer-Endspiels. Nun fordert der DFB-Frauenausschuss ein eigenständiges Finale. Doch das sehen nicht alle so.

Für den Frauenausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist die Sache klar: Die weiblichen Spielerinnen wollen ein eigenständiges Finale des DFB-Pokals - und das möglichst bald. Doch DFB-Boss Theo Zwanziger sieht eine mögliche Verlegung des Frauen-Endspiels kritisch und warnt vor einem Schnellschuss. "Man muss ernsthaft überlegen, wie hoch man die Messlatte legt. Denn es ist wahnsinnig schwer, für die Frauen eine Kulisse zu schaffen, die ihrem DFB-Pokal-Finale den richtigen Rahmen gibt", sagte Zwanziger am Dienstagabend bei der Vorstellung einer Studie zum Frauenfußball in Frankfurt/Main.

Grundsätzlich bestätigte Zwanziger Überlegungen, das Finale der Frauen im DFB-Pokal nach 25 Jahren in 2009 zum letzten Mal als Vorspiel des Männer-Endspiels in Berlin stattfinden zu lassen. Als Alternativen für das Jahr 2010 brachte der DFB-Präsident die Arena "Auf Schalke", das WM-Stadion in Frankfurt und Duisburg ins Gespräch. "Es gibt interessante Bewerber. Das Finale in Berlin ist zwar für die Vereine finanziell attraktiv, für die Spielerinnen allerdings äußerst frustrierend", meinte Zwanziger.

Offizieller Präsidiumsbeschluss steht noch aus

Bevor die Ausschreibung für einen neuen Austragungsort beginnen kann, muss aber zunächst noch ein offizieller Präsidiumsbeschluss her. Offenbar sind nicht alle Präsidiumsmitglieder davon begeistert, dass die für den Frauenfußball zuständige DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg zu Beginn der Woche in einem Interview den möglichen Umzug ausgeplaudert hatte. "Der Frauenausschuss meint, die Zeit ist reif. Wenn das Präsidium auch dieser Meinung ist, beginnt die Ausschreibung", erklärte DFB-Marketing-Direktor Denni Strich.

Während zahlreiche Klubs der Frauenfußball-Bundesliga wegen der besseren Vermarktungschancen im Paket mit den Männern tendenziell eher gegen einen vorschnellen Abschied aus Berlin votieren, ist für die Spielerinnen eine Abspaltung des Frauen-Endspiels längst überfällig. Bereits nach dem Finale 2008 zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FC Saarbrücken (5:1) hatten sich prominente Spielerinnen über die schwache Resonanz von nur 10 000 Besuchern vor dem Männer-Finale Bayern München-Borussia Dortmund beklagt.

"In den letzten Jahren war es nur noch frustrierend. Das Interesse der Zuschauer war wegen der knappen Kartenkontingente für die Frauen-Teams nicht sonderlich groß", meinte WM-Botschafterin und Ex-Nationalspielerin Renate Lingor und fügte hinzu: "Deshalb sollte die Tendenz dahingehen, ein eigenes Pokalfinale gut zu vermarkten."

FFC-Manager Dietrich hält Umzug für verfrüht

Doch nicht nur Siegfried Dietrich, Manager von Uefa-Cup-Sieger 1. FFC Frankfurt, hält einen Umzug für verfrüht. "Ich persönlich hätte das Finale noch ein bisschen in Berlin gelassen. Ob das Pokal-Finale schon an einem neutralen Ort stattfinden kann, wo kein starker Bundesligist zu Hause ist, weiß ich nicht", meinte Dietrich.

Ohnehin bewegt sich der DFB mit Blick auf die WM 2011 im eigenen Land derzeit auf einem schmalen Grat. Denn wie groß das Interesse am Frauenfußball zwei Jahre vor der WM in Deutschland wirklich ist, werden zwei Länderspiele zeigen.

Am 22. April will die deutsche Frauen-Nationalmannschaft beim Spiel gegen Brasilien 50 000 Zuschauer nach Frankfurt locken, eine ähnliche Zahl erhofft man sich beim Verband für das noch nicht offiziell bestätigte Duell mit den USA im Oktober in der Münchner Arena.

© SID

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