Fußball DFB-Pokal
Doll steht vor wichtigstem Spiel seiner Karriere

Schwere Aufgabe für Trainer Doll und Borussia Dortmund. Am Samstag trifft der Klub im DFB-Pokalfinale in Berlin auf Favorit Bayern München.

Thomas Doll wirkt angeschlagen. Seine optimistischen Prognosen klingen gequält, seine Worte verraten Ratlosigkeit. Verlassen vom Glück und zuletzt auch von seiner Mannschaft steht der Trainer von Borussia Dortmund vor einem schweren Gang ins Berliner Olympiastadion, wo er am Samstag (20.00 Uhr/live im ZDF) im Finale des DFB-Pokals gegen den haushohen Favoriten Bayern München den ersten Titelgewinn und bisherigen Höhepunkt seiner jungen Karriere erleben will.

Seit dem 13. März 2007 steht er beim BVB unter Vertrag, und er habe "seither schon so viel erlebt wie manche Kollegen in mehreren Jahren". Derzeit bläst ihm jedoch der Gegenwind mächtig ins Gesicht. Und in Dortmund sind sich Fans, Experten und auch Insider einig: Angesichts der enttäuschenden Vorstellungen während der Saison und einer Stagnation, der zuletzt sogar unerklärliche Rückschritte folgten, könnte das Pokalfinale schon Dolls "Endspiel" sein.

Doll konzentriert sich auf das Wesentliche

"Wer mich kennt, der weiß, dass ich alles weit weg drängen kann. Ich mache mir keine Gedanken darüber, was in den nächsten Tagen sein könnte. Ich stehen mit dem BVB in einem Finale. Ich freue und konzentriere mich darauf", sagte Doll in der Pressekonferenz am Freitag und wirkte sichtlich genervt.

Mit der ersten Qualifikation für ein Cup-Finale seit 19 Jahren und der Qualifikation für den Uefa-Pokal hätte sich der Ex-Nationalspieler ein Denkmal setzen können, wenn nicht schon vor und besonders nach dem Halbfinale gegen Carl Zeiss Jena (3:0) schwache bis peinliche Auftritte wie zuletzt das 0:5 bei Bayern München oder das 1:3 gegen Hannover 96 am vergangenen Mittwoch jegliche Euphorie bei den Fans erstickt hätten. Dennoch gibt sich Doll kämpferisch und zieht alle Register. "Keiner wird hier mit gesenktem Kopf herumlaufen", versicherte Doll.

Großes Ereignis für den BVB

"Für unseren Verein ist das ein ganz, ganz wichtiger Schritt und ein großes Ereignis. Wenn man sieht, was in den vergangenen Jahren in Dortmund wieder auf die Beine gestellt wurde und wie lange man warten und leiden musste, um wieder ein solches Highlight zu erleben, dann weiß man, wie sehr der BVB und die Fans nach einem solchen Tag gelechzt haben. Außerdem ist das für mich als junger Trainer natürlich eine große Sache", ergänzte der 42-Jährige. Erst in der Winterpause hatte der Ex-Nationalspieler voller Überzeugung ("Ich weiß, dass ich der richtige Trainer bin für Borussia Dortmund") seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2010 verlängert. Doch derzeit steht die Borussia in der Tabelle auf Platz 13, dort, wo sie Doll vor dem 26. Spieltag der vergangenen Saison übernommen hatte. Und ein Aufwärtstrend ist nicht in Sicht - trotz Investitionen in den Kader vor dem Saisonstart und in der Winterpause.

Als er zum damaligen Chaos-BVB und Abstiegkandidaten kam, räumte er kräftig auf und hätte die Mannschaft beinahe sogar noch in den UI-Cup geführt. Damals wie heute scheint sich seine Story beim Hamburger SV, seiner ersten Trainerstation, zu wiederholen. Dort führte er die Hanseaten vom letzten Tabellenplatz in den UI- und anschließend Uefa-Cup und später sogar in die Champions League. Es folgte eine Serie von nur zwei Siegen in 28 Pflichtspielen und schließlich das Aus. Die Arbeit des einstigen Torjägers ist stets von der Vokabel "Zukunft" geprägt. Doch die scheint nunmehr auch beim BVB mehr denn je in Gefahr.

© SID

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