Fußball DFB-Pokal
Euphorie soll "Wölfe" ins Pokalfinale tragen

Zum zweiten Mal in der laufenden Saison könnte der VfL Wolfsburg vor ausverkauftem Stadion antreten. Mit Hilfe der Fans wollen die "Wölfe" heute Abend über den VfB Stuttgart ins DFB-Pokalfinale einziehen.

In der Bundesliga dümpelt der VfL Wolfsburg im grauen Mittelfeld herum, doch im DFB-Pokal wollen die Niedersachsen heute Abend (20.30 Uhr) im Halbfinale gegen den Liga-Konkurrenten VfB Stuttgart für Glanzlichter sorgen. Die Erfolge im Pokal haben im Einzugsgebiet des VfL eine bislang noch nicht da gewesene Begeisterung ausgelöst.

Sollten auch noch die letzten paar Hundert Karten aus dem Gästekontingent an den Stadionkassen unters sonst wenig fußballbegeisterte Volk gebracht werden, wäre die VW-Arena zum zweiten Mal in dieser Saison ausverkauft. Bereits jetzt wurden in der Region soviele Tickets wie noch nie im freien Verkauf abgesetzt. "Der Pokal elektrisiert. Es ist ein großer Fortschritt, dass wir mehr als 25 000 Besucher aus Wolfsburg und Umgebung rekrutieren konnten", sagt VfL-Manager Klaus Fuchs.

Manager Fuchs: "Einmalige Chance"

Während der Klub zu seinen Bundesliga-Heimspielen trotz rund 6 000 Dauerkarten selten mehr als 20 000 Besucher ins Stadion lockt, hat die Aussicht auf den zweiten Finaleinzug nach 1995 (0:3 gegen Borussia Mönchengladbach) große Euphorie entfacht. "Es bietet sich eine einmalige Chance, die wir nutzen müssen", erklärt Fuchs, der 1990 einen Pokalsieg als Geschäftsführer des 1. FC Kaiserslautern miterleben durfte und schwärmt: "Der Pokal bietet die Chance, etwas Besonderes zu erleben, den Kick zu spüren."

Dass die mit dem Image der "grauen Maus" der Liga behafteten Wolfsburger zudem erstmals seit Jahren im Free-TV zu sehen sind, hat für den Verein dabei weniger finanzielle als PR-mäßige Bedeutung. "Der Pokal hat eine hohe Bedeutung für die Ausstrahlung eines Klubs. Bei diesem Spiel wird bundesweit zu sehen sein, dass Fußball in Wolfsburg Emotion ist", erklärt Fuchs.

Letzte Chance auf internationales Geschäft

Mit der Unterstützung der Fans wollen die Niedersachsen auch den letzten Schritt zum Cupfinale in Berlin (26. Mai) machen. Nicht zuletzt, weil ein Pokalsieg wohl die einzige Chance für den aktuellen Bundesliga-Zehnten ist, erstmals seit acht Jahren wieder in den Uefa-Cup einzuziehen. Nach dem zuletzt schwachen Auftritt im Punktspiel bei Energie Cottbus (2:3) bauen die Wolfsburger gegen Stuttgart auf ihre Heimstärke, dank der man in der Rückrunde im eigenen Stadion noch kein Spiel verloren hat.

Andererseits plagen Trainer Klaus Augenthaler erhebliche Verletzungssorgen im Angriff. Nach Diego Klimowicz (Muskelfaserriss) muss der Coach auch auf Nationalstürmer Mike Hanke verzichten. Der gerade von einer Knieverletzung genesene Torjäger zog sich im Training eine schwere Bänderdehnung im Knöchel zu, so dass als einzige echte Sturmspitze Isaac Boakye zur Verfügung steht. Hoffnungsträger ist daher einmal mehr Spielmacher Marcelinho. "Ich bin überzeugt, dass er ein gutes Spiel machen wird, und ich hoffe, dass er die anderen mitzieht", sagt Augenthaler.

Hildebrand will sich mit Titel verabschieden

Die Aufeinandertreffen mit dem VfB bedeuteten für Wolfsburg in der Vergangenheit allerdings immer die Endstation. Viermal setzen sich die Stuttgarter gegen den VfL durch. Und auch diesmal soll es mit dem Weiterkommen klappen, hofft besonders Keeper Timo Hildebrand, der Stuttgart am Saisonende verlässt: "Ich möchte mit dem VfB in dieser Saison unbedingt noch etwas erreichen. Wir sind noch im Pokal und im Kampf um die Meisterschaft dabei. Es wäre ein Traum, wenn ich mich mit einem Titel verabschieden könnte."

© SID

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