Fußball DFB-Pokal
Fortuna hofft auf Sensation gegen Hamburg

Nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga visiert Fortuna Düsseldorf im DFB-Pokal die nächste Sensation an. Gegen den Hamburger SV will das Team von Trainer Meier in die zweite Runde.

Erst Aufstieg, dann Losglück - nun will Fortuna Düsseldorf im einstigen Paradewettbewerb für eine kleine Sensation und die nächste große Party sorgen. Der zweimalige DFB-Pokalsieger fordert heute zum Abschluss der ersten Hauptrunde den Bundesligisten Hamburger SV und feiert damit nach zwölfjähriger Durststrecke das Comeback auf der großen nationalen TV-Live-Showbühne.

Zur Primetime um 20.30 Uhr kann sich der rheinische Traditionsklub in der ARD und bei Sky präsentieren, und die Spieler versuchten im Vorfeld, die Konkurrenz mit kleinen Seitenhieben und Verbalinjurien zu verunsichern. "Bruno Labbadia hat bestimmt schon feuchte Hände. Denn mit Leverkusen hat er in Düsseldorf ja nicht so oft gewonnen", sagte zum Beispiel Fortuna-Neuzugang Dmitri Bulykin, den die Fortuna vom belgischen Rekordmeister RSC Anderlecht für eine Saison auslieh.

Der 29-Jährige wusste wahrscheinlich nicht, dass Labbadias Pokal-Bilanz mit Bayer Leverkusen in der Arena blitzsauber war: 4:2 gegen Bayern München und 4:1 gegen den FSV Mainz 05. Feuer, wenn auch in etwas fragwürdiger Form, brachte Bulykins Teamkollege Robert Palikuca in das Erstrunden-Duell. "Ich bin kein ehemaliger Hamburger, sondern ehemaliger St. Paulianer. Das ist Rivalität pur", sagte der ehemalige Profi des FC St. Pauli dem Express und ergänzte: "Wir haben damals immer gehofft, dass wir den Scheiß-Vorortverein mal vor die Füße kriegen, aber es hat nie geklappt."

Labbadia: "Ich erwarte ein sehr intensives Spiel"

Palikuca wird sich das Ganze aber zunächst von der Bank aus ansehen müssen, er ist bei Trainer Norbert Meier nicht gesetzt. HSV-Coach Labbadia ist auf motivierte Underdogs vorbereitet. "Ich erwarte ein sehr intensives Spiel, Düsseldorf wird hart rangehen. Solche Gegner in der ersten Runde sind sehr gefährlich und undankbar."

Beim Europa-League-Trip nach Dänemark zum FC Randers (4:0) hatte der HSV-Coach mit seinen Profis schon den Gegner auf Videos studiert. Beim HSV fehlen der gesperrte Kapitän David Jarolim und der verletzte Neuzugang Elijero Elia. Geschont werden wohl noch die neuen Marcus Berg und David Rozehnal.

Moderater mit dem Schlager gingen die Verantwortlichen bei der Fortuna um. "Die Rollenverteilung ist klar. Wir werden aber nicht vor Ehrfurcht erstarren", sagte Coach Meier. Beim letzten von drei Pokal-Duellen gegen den HSV gab es 1996 in der zweiten Runde im Rheinstadion ein 1:4 für die Fortuna.

Fortuna in das Bewusstsein der Leute bringen

Manager Wolf Werner sieht in dem Spiel vor allem die große Gelegenheit, den Klub wieder in das Bewusstsein der Leute zu bringen. "Wir wollen auf der großen Bühne weitere Werbung für uns betreiben, damit noch mehr Sponsoren ihr Herz für die Fortuna entdecken", sagt er. Mit Hilfe des neuen Vermarkters Infront wurden innerhalb von kürzester Zeit zwei Sponsoren und rund 400 000 Euro generiert, so dass mit Bulykin ein wenig große Fußball-Welt finanziert werden konnte.

Die gab es schon in Düsseldorf in den 70er und 80er Jahren. Dreimal war die Fortuna in Folge im Pokalfinale, 1979 und 1980 holte man den Cup. Am 9. Dezember 1978 schenkten die einstigen Ikonen Klaus Allofs, Gerd Zewe oder Gerd Zimmermann Bayern München und Sepp Maier beim 7:1 ordentlich ein. Höhepunkt war zweifelsohne das 3:4 nach Verlängerung im Europapokal-Finale der Pokalsieger 1979 gegen den FC Barcelona.

In den 80er und 90er Jahren ging es dann schleichend bergab. Bundesliga-Abschied 1997 und der Sturz in die Viertklassigkeit 2002. Nun ist man wieder da - nur die Fans sind offenbar von der Aufstiegsfeier noch etwas müde: Bis zum Wochenende waren erst 36 000 der 50 095 zur Verfügung stehenden Tickets vergriffen.

© SID

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