Fußball DFB-Pokal
Glanzvolle erste Hälfte reicht Aachen gegen Bayern

Der Aachener Tivoli bleibt für den FC Bayern München im DFB-Pokal eine uneinnehmbare Festung. Der Titelverteidiger verlor am Mittwochabend im Achtelfinale bei „Pokal-Schreck“ Alemannia Aachen mit 2:4 (0:3) und schied wie schon vor fast drei Jahren im Hexenkessel Tivoli frühzeitig aus dem Wettbewerb aus.

Alemannia Aachen hat im DFB-Pokal gegen den deutschen Rekordmeister Bayern München erneut für eine kleine Sensation gesorgt. Der Aufsteiger gewann nach einer leidenschaftlichen Vorstellung im Achtelfinale 4:2 (3:0) gegen das Team von Trainer Felix Magath, der erstmals mit den Bayern ein Pokalspiel verlor. Zugleich platzte durch die Blamage am Tivoli der Traum der Bayern vom dritten Cup-Gewinn in Folge.

Für den vor der Pause teilweise entfesselt aufspielenden Pokalfinalisten von 2004 erzielten zunächst Laurentiu Reghecampf (11., 39.) sowie Marius Ebbers (44.) die Treffer, der eingewechselte Lukas Podolski (47.) und Mark van Bommel (68.) konnten noch für die Gäste verkürzen, ehe ausgerechnet der von den Bayern umworbene Nationalspieler Jan Schlaudraff in der 90. Minute den Schlusspunkt setzte und den Tivoli in ein Tollhaus verwandelte.

Der Rekord-Pokalsieger kassierte somit die erste Niederlage in diesem Wettbewerb seit dem 4. Februar 2004. Damals hatte der Rekordmeister im Viertelfinale beim damaligen Zweitligisten Aachen ebenfalls an gleicher Stelle die Segel streichen müssen (1:2). Magath ließ sich vor 20 800 Zuschauern im ausverkauften Tivoli im abschließenden Spiel des Jahres auf keine Experimente ein und bot die Formation auf, die am vergangenen Samstag beim FSV Mainz souverän mit 4:0 gesiegt hatte - mit einer Ausnahme: Torhüter Oliver Kahn durfte sich vorzeitig in den Urlaub verabschieden und wurde durch Michael Rensing ersetzt.

Von Beginn an entwickelte sich eine temporeiche, kampfbetonte Begegnung. Aachen setzte der spielerischen Überlegenheit der Gäste großen Einsatz und eine hohe Laufbereitschaft entgegen und ging von Beginn an aggressiv in die Zweikämpfe. Nachdem Bastian Schweinsteiger (5.) und Roy Makaay (6.) in der Anfangsphase zwei gute Möglichkeiten für den Favoriten ausgelassen hatten, wurde die Alemannia offensiver.

Pech hatten die Gastgeber, als Schiedsrichter Herbert Fandel einen Treffer von Vedad Ibisevic wegen angeblicher Abseitsstellung zu Unrecht die Anerkennung verweigerte (8.). Dann kam der erste große Auftritt von Reghecampf. Der Mittelfeldspieler schlenzte einen Freistoß sehenswert aus rund 20 Metern unhaltbar für Rensing in den Winkel.

Nach dem Rückstand forcierten die in der Liga zuletzt sechs Mal ungeschlagenen Bayern das Tempo. Innenverteidiger Lucio schaltete sich schon frühzeitig ins Angriffsspiel ein. Doch Schweinsteiger (24.), Hasan Salihamidzic (33.) und Claudio Pizarro (40.) vergaben gute Gelegenheiten der Gäste, die in der Abwehr allerdings große Probleme offenbarten.

Besser machte es der 13. der Bundesliga, der sich in den Zweikämpfen immer wieder die Bälle eroberte und mit schnellen Pässen in die Spitze die Münchner Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste stürzte. Reghecampf staubte zum 2:0 ab, nachdem der einsatzfreudige Ibisevic an Rensing gescheitert war. Ebbers schloss eine traumhafte Kombination über den starken Cristian Fiel und Matthias Lehmann noch vor der Pause zum 3:0 ab.

Beim Aachener Feuerwerk in den ersten 45 Minuten waren die großen Aktionen von Jan Schlaudraff allerdings noch ausgeblieben. Der Nationalspieler, dem ein Angebot der Bayern vorliegt und der die Alemannia im Sommer für 1,2 Mill. Euro verlassen kann, bewies dann aber kurz vor Schluss seine Extraklasse.

Nach dem Wechsel erhöhten die Bayern mit der Einwechslung von Podolski und Roque Santa Cruz den Druck. Makaay rückte in die Position des Spielmachers, während die Aachener nur noch in der Defensive standen, auf Konter lauerten und am Ende das Glück des Tüchtigen und eben Schlaudraff hatten.

© SID

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