Fußball DFB-Pokal
In Aue ruft Werder wieder die Pflicht

Drei Tage nach der 5:2-Gala beim FC Bayern muss sich Werder Bremen mit einer Pflichtaufgabe befassen. In der zweiten Pokalrunde geht es heute zu Drittligist Erzgebirge Aue.

Aue statt München, Erzgebirgstadion statt WM-Arena, Drittligist statt Rekordmeister: Nur drei Tage nach der Gala beim 5:2-Sieg bei Bayern München muss sich Vizemeister Werder Bremen wieder in die Niederungen des Fußball-Alltags begeben und heute (19 Uhr/live bei Premiere) in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue antreten. Dabei gilt im Vorfeld für alle Beteiligten an der Weser nur ein Motto: Hochmut kommt vor dem Fall.

Allofs: "Wir sind jetzt in der Pflicht"

"Die Stärke, die wir nun gewonnen haben, sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzten. Wir sind nun in der Pflicht, in Aue weiterzumachen, wo wir in München aufgehört haben", sagte Sportdirektor Klaus Allofs, der die Profis wie Trainer Thomas Schaaf ("Jetzt nicht durchdrehen") vor Überheblichkeit warnt: "Wir sollten aus den Erfahrungen der ersten Wochen der Saison gelernt haben und mit der richtigen Einstellung auf den Platz gehen."

Auch Kapitän Frank Baumann verlangt von der Mannschaft einen konzentrierten Auftritt in Aue. Daran ändern auch die Ausfälle der Nationalspieler Per Mertesacker (Erkältung) und Torsten Frings (muskuläre Probleme) sowie das Fragezeichen hinter Clemens Fritz (Grippe) nichts. "Jetzt muss sich zeigen, ob wir uns damit zufrieden geben oder diese Leistung bestätigen", erklärte der Routinier: "Das Spiel von München ist der Maßstab, den wir anlegen müssen."

Andere Maßstäbe muss dagegen Hannover 96 nach dem Fehlstart in der Liga anlegen, um bei Bundesliga-Spitzenreiter Schalke 04 nicht wie beim 0:4 am Freitag bei Bayer Leverkusen unterzugehen. Hannover hat beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Montagmittag eine Verlegung der Begegnung beantragt, die der DFB allerdings am Abend ablehnte. 96-Trainer Dieter Hecking stehen aufgrund von Erkrankungen und Verletzungen derzeit nur neun völlig gesunde Profis zur Verfügung.

Nach Ansicht des Verbandes seien aber mehr als die nach Paragraph 15 der Durchführungsbestimmungen zur DFB-Spielordnung erforderlichen 13 spielberechtigten Akteure einsatzfähig. "So eine Serie von Verletzungen und Erkrankungen habe ich in meiner Laufbahn als Trainer noch nie erlebt", meinte Hecking, der sich dennoch kämpferisch gibt: "Schalke hat gegen Frankfurt nicht so gespielt, dass wir selbst mit einer Verlegenheitself in Ehrfurcht erstarren müssten."

Tatsächlich konnten die Königsblauen bei ihrem mageren 1:0 gegen Eintracht Frankfurt nicht überzeugen und mussten sich hinterher mehr mit den Pfiffen der Zuschauer gegen Nationalstürmer Kevin Kuranyi als mit der Tabellenführung beschäftigen. Diese Thematik will Coach Fred Rutten gegen Hannover allerdings ausblenden, schließlich zähle "nur das Weiterkommen".

Gladbachs Neuville will "die Kurve kriegen"

Gleiches gilt für den Tabellen-Drittletzten Borussia Mönchengladbach, der bei Schlusslicht Energie Cottbus zum Duell der Bundesliga-Kellerkinder antreten muss. "Es wird Zeit, dass wir endlich die Kurve kriegen", sagte Gladbachs Kapitän Oliver Neuville. Derweil sieht sich der Cottbuser Manager Steffen Heidrich bereits dazu genötigt, seinem Trainer Bojan Prasnikar eine Jobgarantie auszustellen: "Bei uns wird nicht ansatzweise über einen Trainerwechsel nachgedacht."

Anders sieht die Lage bei Zweitligist 1 860 München aus. Dort muss Coach Marco Kurz nach nur drei Punkten aus fünf Punktspielen bereits um seinen Job kämpfen. Im Zweitligaduell ist der MSV Duisburg am Dienstag (20.30 Uhr) in der Münchner WM-Arena der Gegner.

© SID

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