Fußball DFB-Pokal
Mcclaren nach Pokalpleite in Wolfsburg vor dem Aus

Bundesligist VfL Wolfsburg ist nach einer schwachen Vorstellung im Achtelfinale des DFB-Pokals ausgeschieden. Gegen Zweitligist Energie Cottbus unterlagen die "Wölfe" klar mit 1:3.

Ex-Meister VfL Wolfsburg steht eine turbulente Winterpause ins Haus, die Tage von Trainer Steve Mcclaren sind wohl gezählt. Der Bundesligist blamierte sich im Achtelfinale des DFB-Pokals mit einer 1:3 (0:3)-Niederlage gegen den Zweitligisten Energie Cottbus und erlitt zum Jahresende nach zuvor sechs Unentschieden in der Bundesliga einen sportlichen Totalschaden.

Vor rund 12 000 Zuschauern erzielten Nils Petersen (2./43.) und Jiayi Shao (40.) die Tore für die Lausitzer, die erstmals seit der Saison 1996/1 997 im Pokal wieder die Runde der letzten Acht erreichten. Damals waren die Brandenburger im Finale am VfB Stuttgart gescheitert. Wolfsburg verkürzte durch Kapitän Edin Dzeko nach einer desolaten ersten Halbzeit in der 56. Minute nur noch auf 1:3.

VfL-Manager Dieter Hoeneß ließ die Zukunft von Mcclaren zunächst offen. "Ich muss das erst mal sacken lassen. Man kann nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Ich werde unruhig schlafen", sagte Hoeneß: "Ich habe für Donnerstag einen Flug gebucht, den ich nicht antreten werde. Das Ergebnis hat unsere Weihnachtstage durcheinander gewirbelt. Ich kann jetzt nichts übers Knie brechen."

Wollitz spricht von Abschied

Überraschend war auch Cottbus' Trainer Claus-Dieter Wollitz tief enttäuscht, weil einige Energie-Fans im Stadion erneut negativ aufgefallen waren. "Bei mir herrscht Frust vor, weil unsere Fans uns alles versauen. Einige wenige machen alles kaputt", sagte Wollitz im Sky-Interview und stellte erneut seine Zukunft in der Lausitz infrage: "Ich werde am 3. Januar eine Entscheidung treffen. Ich beobachte das Umfeld genau, und das Gesamtbild ist entscheidend. Jetzt, wo man erkennt, dass einiges erarbeitet wurde, schreit jeder, dass ich unterschreiben soll. Aber ich kann auch den Rest nicht vergessen. Ein vernünftiger Mensch kann sich mit so etwas nicht identifizieren. Das macht keinen Spaß. Warum soll ich mir selbst schaden?" Wollitz' Vertrag läuft nach der Saison aus.

Die Gastgeber waren gegen den Tabellendritten der 2. Liga von Beginn an hohes Risiko gegangen. Neben Dzeko bot Trainer Mcclaren in Grafite und Mario Mandzukic zwei weitere Stürmer auf. Doch der Schuss ging nach hinten los. Cottbus bestimmte das Spiel. Bereits in der zweiten Spielminute war Petersen zur Stelle und deckte zum ersten Mal die eklatanten Schwächen der Wolfsburger Abwehr auf. Nach einer Ecke kam der 22-Jährige unbedrängt zum Kopfball und ließ Diego Benaglio keine Chance.

Dzeko markiert Anschlusstreffer

Die Gastgeber waren nach dem frühen Gegentor sichtlich schockiert und bemühten sich um mehr Spielkontrolle. Allerdings sprangen nur wenige Chancen heraus. Cottbus blieb bei Kontern stets gefährlich. In der 40. Minute war der Chinese Shao nach sehenswerter Vorarbeit von Petersen zur Stelle und schob zum 2:0 ein. Drei Minuten später stellte Jules Reimerink die VfL-Abwehr erneut bloß. Nach einem Solo über links ließ er Simon Kjaer schlecht aussehen und passte auf Petersen, der zwischen drei Gegenspielern seelenruhig zum 3:0 einschob.

Trotz der Enttäuschung zur Pause gab sich der Erstligist nicht auf und setzte zur zweiten Halbzeit noch einmal alles auf eine Karte. In der 51. Minute sah Dzeko die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe. Zuvor hatte schon Diego mehrmals versucht, einen Elfmeter herauszuholen. In der 56. Minute war Dzeko dann zur Stelle und markierte aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer. In der Folge entwickelte sich ein Pokalfight. Cottbus blieb durch Gegenstöße gefährlich. Wolfsburg warf alles nach vorne, agierte aber vor dem Tor oft zu hektisch.

Die Cottbuser Fans hatten vor dem Spiel und während der ersten Halbzeit durch mehrfaches Abbrennen von Feuerwerkskörper für unnötigen Ärger gesorgt. Wollitz war zur Pause extra in die Kurve geeilt, um die Fans zu beruhigen.

© SID

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