Fußball DFB-Pokal
Pokaltriumph für Meyers "Clubberer"

Der 1. FC Nürnberg hat den DFB-Pokal gewonnen und dem VfB Stuttgart das Double verdorben. Im Finale siegten die Franken mit 3:2 nach Verlängerung. Der Däne Jan Kristiansen erzielte in der 109. Minute das goldene Tor.

Mit einem historischen Triumph hat der 1. FC Nürnberg die Hoffnungen des neuen deutschen Meisters VfB Stuttgart auf das Double zunichte gemacht. 39 Jahre nach dem Gewinn seines neunten Meistertitels holte der "Club" in einem spektakulären und turbulenten Endspiel im Berliner Olympiastadion zum vierten Mal nach 1935, 1939 und 1962 den DFB-Pokal. Nach ihren zwei Siegen in der Bundesliga (3:0 und 4:1) gewannen die Franken, die ab der 31. Minute in Überzahl spielten, durch einen Treffer von Jan Kristiansen mit 3:2 (2:2, 1:1) nach Verlängerung auch den dritten Vergleich mit den dezimierten Schwaben in dieser Saison.

Sonntagsschuss von Kristiansen

Der Däne Kristiansen sorgte mit einem Sonntagsschuss am Samstagabend in der 109. Minute für die Entscheidung. Aus 25 Metern traf der 25-Jährige in den Winkel. Für Kristiansen, der für den angeschlagenen Jaouhar Mnari in die Mannschaft gerückt war, war es der erste Saisontreffer.

Die Nürnberger hätten es einfacher haben können. Der VfB war trotz verzweifelter Bemühungen in der zweiten Halbzeit kaum noch zu Chancen gekommen. Nach Treffern von Cacau (20.), Marek Mintal (27.) und Marco Engelhardt (47.) aber brachte ausgerechnet "Club"-Torhüter Raphael Schäfer seinen künftigen Verein in der 80. Minute ins Spiel zurück. Nach seinem Foul an Nationalspieler Mario Gomez entschied der nicht sehr souveräne Schiedsrichter Michael Weiner auf Strafstoß - der Mexikaner Pavel Pardo verwandelte sicher.

Cacau fliegt vom Platz

Überschattet wurde das Finale zuvor von der Roten Karte von Cacau, der nur elf Minuten nach seinem Führungstreffer wegen einer Tätlichkeit gegen Andreas Wolf vom Platz gestellte wurde, sowie von einem hässlichen Foul seines Mannschaftskollegen Fernando Meira. Der Kapitän des deutschen Meisters trat Mintal, bis dahin nicht nur wegen seines Treffers bester Nürnberger, förmlich vom Platz (35.), sah für sein vorsätzliches Foul aber nur Gelb. Mintal musste mit einer Innenbandverletzung ins Krankenhaus.

Nach der turbulenten ersten Halbzeit war der "Club", der dank der Stuttgarter Meisterschaft als Pokalfinalist bereits automatisch und zum ersten Mal seit 1988 für den Uefa-Pokal qualifiziert war, sehr selbstbewusst und stürmisch aus der Kabine gekommen. Allerdings war die Mannschaft von Trainer Hans Meyer nach dem Führungstreffer von Engelhardt, der einen Eckball von Javier Pinola unhaltbar für Timo Hildebrand einköpfte, auch nicht in der Lage, ihre Überlegenheit zu weiteren Treffern zu nutzen.

Personalprobleme bei Nürnberg

Schon vor dem Ausfall von Mintal hatte der Club mit Personalproblemen zu kämpfen. Wie befürchtet mussten die Franken ihr erstes Pokalfinale seit 1982 (2:4 gegen Bayern München) ohne zwei Schlüsselspieler bestreiten. Der Tunesier Mnari, kongenialer Doppelpartner von Chefstratege Tomas Galasek im Mittelfeld, blieb mit Kniebeschwerden zunächst auf der Bank. Nicht einmal für den Kader hatte es letztendlich für Stürmer Robert Vittek gereicht. Noch schlimmer: Kurz vor Spielbeginn musste auch noch der brasilianische Innenverteidiger Glauber passen.

Die Abwehr der Nürnberger, die in der abgelaufenen Saison mit der stabilsten Hintermannschaft der Bundesliga glänzten, wirkte nach dem Ausfall von Glauber bisweilen unorganisiert. Vor allem der dafür aufgebotene Marek Nikl war ein Unsicherheitsfaktor. Ein Ballverlust des Tschechen im Mittelfeld begünstigte auch die frühe Führung für die Stuttgarter. Nach einem Pass von Sami Khedira überlistete Cacau seinen künftigen Teamkollegen Schäfer im Club-Tor.

Die Führung des VfB war zur diesem Zeitpunkt allerdings ein wenig schmeichelhaft: In der von Beginn an sehr intensiv geführten Begegnung besaßen die Franken zunächst mehr Spielanteile. Nur sieben Minuten nach der Stuttgarter Führung schlugen die Nürnberger durch Marek Mintal aber zurück. Nach einem gefährlichen Eckball des VfB startete der Club einen Konter, den das 29 Jahre alte "Phantom" nach einer Flanke von Abwehrspieler Dominik Reinhardt aus kurzer Distanz erfolgreich abschloss.

Es war jedoch die letzte Aktion des bis dahin auffälligsten Nürnbergers, der nach einem Mittelfußbruch in den vergangenen 21 Monaten nur hin und wieder zu Einsätzen gekommen war. Nach der brutalen Attacke von Meira musste der slowakische Nationalspieler vom Platz getragen und ins Krankenhaus gebracht werden.

© SID

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