Fußball DFB
Politiker bitten Klinsmann um Erklärungen

Die deutliche 1:4-Niederlage der Nationalmannschaft in Italien hat mehrere Politiker auf den Plan gerufen. CDU-Sportexperte Norbert Barthle will Bundestrainer Jürgen Klinsmann sogar vor den Sportausschuss laden.

Kritik aus ungewohnter Richtung muss derzeit Jürgen Klinsmann über sich ergehen lassen. Nach der 1:4-Pleite der deutschen Nationalmannschaft in Italien wollen Politiker von CDU, SPD und FDP den deutschen Bundestrainer vor den Sportausschuss des Bundestages zitieren.

"Es wäre schön, wenn Herr Klinsmann mal dem Sportausschuss erklären würde, was seine Konzeption ist und wie er Weltmeister werden will. Das Spiel gegen Italien war grausam, und man fragt sich schon, wie er das bis zum Sommer aufholen will. Der Bund ist der größte Sponsor der WM, insofern hätte ich gerne ein paar Antworten", sagte der CDU-Sportexperte Norbert Barthle der Bild Zeitung.

Danckert: "Das ist eine Schnapsidee"

Von diesen Gedankenspielen hält Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses, allerdings gar nichts. "Das ist eine Schnapsidee", sagte Danckert der Netzeitung. Der Bundestags-Abgeordnete sieht keine Notwendigkeit, dass Jürgen Klinsmann der Politik über seine Konzeption Rede und Antwort stehen soll: "Wir sind doch kein Tribunal, vor dem sich Herr Klinsmann zu verantworten hat."

Für die Nationalmannschaft sei ohnehin der DFB zuständig. Zudem sei so eine Vorladung ein "falsches Zeichen". Die Stimmung sei schon angespannt genug, jetzt müssten alle an einem Strang ziehen, meint Danckert weiter. Der 65-jährige Berliner sagt, dass Klinsmann jederzeit willkommen sei, dem Sportausschuss einen Besuch abzustatten, um sich ein Bild von der dortigen Arbeit zu machen. Danckert weiß auch schon, wann der richtige Zeitpunkt für eine derartige Visite im Sportausschuss sei: "Nach der WM, wenn wir Weltmeister geworden sind."

Gruß sorgt sich um "nationales Anliegen"

Für die FDP-Sportexpertin Miriam Gruß geht es bei der WM um ein "nationales Anliegen". Deshalb sollte Klinsmann weniger als 100 Tage vor der WM auch nicht mehr experimentieren. "Er sollte dem Sportausschuss sein Konzept erklären, denn es geht nicht nur darum, ob eine Mannschaft mal schlecht spielt, sondern um die Frage: Wie präsentiert sich Deutschland", sagte Gruß der Bild Zeitung.

Auch SPD-Sportpolitiker Reinhold Hemker will Klinsmann vor dem Ausschuss sehen. "Ich würde mich freuen, wenn der Bundestrainer dem Sportausschuss sagen würde, wie er eine sichere Basis für das Team schaffen will. Die WM steht vor der Tür, da muss langsam mal klar sein, wer spielt. Klinsmann hat gute Spieler, aber es gibt zu viele Unsicherheiten." Klinsmann solle endlich sagen, auf wen er setze, so Hemker.

© SID

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