Fußball DFB
Sammer lobt Jerome und kritisiert Kevin-Prince

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hat die Entwicklung von Nationalspieler Jerome Boateng (HSV) gelobt. Dessen Bruder Kevin-Prince bekam derweil ein schlechtes Zeugnis ausgestellt.

Kritik an Kevin-Prince Boateng, Lob für Jerome: Für DFB-Sportdirektor Matthias Sammer war die unterschiedliche Entwicklung der Halbbrüder Boateng absehbar. "Bei ihm sind meiner Meinung nach Undiszipliniertheiten und Egoismen erkennbar", sagte Sammer in der Welt am Sonntag mit Blick auf Kevin-Prince: "Jerome ist von seiner sportlichen und mentalen Konstitution der Stärkere. Er erfüllt komplett alle Anforderungen für die heutigen Leistungsvoraussetzungen. Sein Bruder eben nicht. Gerade beim wesentlichen Punkt Persönlichkeit. Da kann seine Entwicklung nicht mit der von Jerome mithalten."

Während der lange für talentiert gehaltene Kevin-Prince sich in der letzten Rückrunde nicht bei Borussia Dortmund durchsetzen konnte und nun beim FC Portsmouth spielt, wurde Abwehrspieler Jerome vom Hamburger SV im Sommer U21-Europameister und debütierte bereits in der A-Nationalelf. "Bei Kevin Prince zeigt sich aus meiner Wahrnehmung, dass das rein sportliche Potenzial am Ende allein nicht ausreicht, um Karriere zu machen. Man muss außerdem in der Lage sein, sich einzuordnen und seine Stärken mit in die Gruppe einzubringen", sagte Sammer: "Auch als Individualist, der Kevin Prince aus meiner Sicht nach ist."

Jerome "auf und neben dem Platz vorbildlich"

Sein 18 Monate jüngerer Bruder Jerome habe dagegen einen anderen Charakter. "Ich sehe Jerome als leistungsorientierten, konzentrierten, disziplinierten Spieler. Wir konnten immer schon erkennen, dass er anders war als seine Berliner Mitspieler. Ich habe auch nie verstanden, warum er in der Öffentlichkeit als Berliner Gangmitglied gesehen wird. Für uns war er von seinem Auftreten und seiner imposanten Statur immer interessant. Auf und neben dem Platz ist er vorbildlich, eine verlässliche Größe."

Was Sammer nicht gefällt, ist, dass Jeromes Berater im nächsten Monat angeblich eine Internetseite zur Verbesserung des Images seines Klienten ins Netz stellen will: "Allein schon beim Gedanken daran habe ich Bauchschmerzen. Ein Jerome Boateng braucht keine Agentur oder Internetseite zur Imagepflege", sagte der Europameister von 1996: "Warum haben wir denn im Jugendbereich diese Schwierigkeiten? Weil alle Berater glauben, ihre Spieler als Marke positionieren zu müssen. Das ist doch Käse. Denn meist wird von den Jungs vor lauter Imagepflege vergessen, dass im Mittelpunkt steht, Leistung zu bringen und Titel gewinnen zu wollen."

Kevin-Prince Boateng habe noch Chancen auf die Nationalelf - allerdings nur, wenn er seine Einstellung ändere. "Es zählen da keine Worte mehr, sondern nur noch Taten", sagte Sammer: "Unter der Voraussetzung, dass er bereit ist, dazuzulernen, sich korrekt zu verhalten und auch so aufzutreten."

© SID

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