Fußball DFB
Unangemeldete Dopingkontrolle für DFB-Team

Die Uefa hat am Freitagabend nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft im Sportcentrum Kamen-Kaiserau eine unangemeldete Trainingskontrolle vorgenommen.

Die Europäische Fußball-Union Uefa hat am Freitagabend nach der Ankunft der deutschen Nationalmannschaft im Sportcentrum Kamen-Kaiserau eine unangemeldete Trainingskontrolle vorgenommen. In Beisein von Mannschaftsarzt Professor Dr. Tim Meyer wurden zehn Spieler ausgelost, die sowohl Blut- als auch Urinproben abgeben mussten. Das Ergebnis der Analysen in dem von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) akkreditierten Labor in Seibersdorf/Österreich teilt die Uefa dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in den nächsten Tagen mit.

"Die beiden Kontrolleure der Uefa standen bei unserer Ankunft gegen 20.00 Uhr schon da. Die Spieler haben dann gegessen, durften das Sportcentrum nicht verlassen. Dann wurde ausgelost", erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger, der sich über die Ergebnisse der Dopingproben ebenso keine Sorgen macht wie Mannschaftsarzt Tim Meyer: "Wir vertrauen unseren Spielern. Sie sind von uns und ihren Vereinen entsprechend aufgeklärt worden." Welche Spieler Dopingproben abgeben mussten, wurde nicht bekanntgegeben.

Die Trainingskontrollen gehören bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz zum groß angelegten Kampf gegen Doping. Alle 16 Euro-Teilnehmer hatten Anfang März beim EM-Workshop in Wien eine Antidoping-Charta unterschrieben. 160 Kontrollen (zehn pro Mannschaft) schon in der Trainingsphase, 124 weitere Tests im Turnierverlauf und neben Urin- erstmals auch Blut-Analysen, die auch die Einnahme von Epo und Bluttransfusionen nachweisen können, sind vorgesehen.

"Wir wollen damit eine echte Duftmarke setzen und der Welt zeigen, dass wir den Kampf gegen Doping ernst nehmen", hatte Uefa-Boss Michel Platini in Wien erklärt. Laurentino Dias (Portugal), Vorstandsmitglied der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), meinte: "Wir sehen es mit großer Freude, dass die Uefa ein Anti-Doping-Programm aufgelegt hat, das im Einklang mit dem Wada-Code steht."

Theoretisch können im Falle eines positiven Dopingbefundes sogar Sanktionen gegen die jeweiligen Mannschaften verhängt werden. Dies sei allerdings abhängig von der gefundenen Substanz und davon, dass mehr als ein Spieler der Mannschaft betroffen sei. Eine Entscheidung über das mögliche Strafmaß auch für das Team muss die Disziplinar-Kommission der Uefa treffen. Dies war in der Vergangenheit nicht notwendig. Weder bei der WM 2006 noch bei der EM 2004 hatte es eine positive Probe gegeben.

Während des Turniers werden wie in der Vergangenheit pro Spiel und Mannschaft zwei Spieler und zwei Ersatzleute ausgelost. zwölf Dopingkontrolleure der Uefa sind im Einsatz. Die während der EM-Spiele entnommenen Dopingproben werden im Labor in Lausanne untersucht. Die Ergebnisse sollen spätestens 48 Stunden nach der Entnahme vorliegen.

© SID

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