Fußball DFB
Wettskandal: Keine Schadenersatzklagen gegen DFB

Im Zuge des Fußball-Wettskandals kann der DFB von betroffenen Klubs nicht auf Schadenersatz verklagt werden. Trainer Claus-Dieter Wollitz fordert indes lebenslange Sperren.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kann im Zuge des Wettskandals von betroffenen Klubs nicht auf Schadenersatz verklagt werden. "Gegen die Verbände bestehen keine Ansprüche, da diese selbst Opfer sind und sie kein Verschulden trifft. Man stelle sich vor, ein Verein, der an Manipulationen mitgewirkt hat, qualifiziert sich für die Champions League. Und ein anderer Klub dafür nicht. Da könnten dann ganz schnell Schadenersatzforderungen des benachteiligten Vereins in Millionenhöhe entstehen, für die aber nur die Schuldigen und nicht der DFB oder die DFL die Haftung zu übernehmen haben", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Zudem hat der DFB nach dem Hoyzer-Skandal im Jahr 2005 seine Statuten in der Form geändert, dass nach einer bereits abgelaufenen Saison manipulierte Spiele nicht mehr wiederholt werden können, obwohl möglicherweise Mannschaften zu Unrecht abgestiegen sind. "Es gibt keine Alternative. Denn wenn man in so einer Situation einem Klub hilft, schadet man einem anderen, der noch weniger mit der Sache zu tun hat. Nehmen wir das in der ARD-Sendung Fakt gebrachte Beispiel des angeblich 2007 wegen Manipulationen abgestiegenen Zweitligisten. Wenn wir drei Jahre später anfangen zu versuchen, dem betroffenen Verein gerecht zu werden, dann sind zig andere Vereine ebenfalls mittelbar davon betroffen. Der eingetretene Schaden ist irreparabel", sagte Koch.

Wollitz fordert lebenslange Sperren

Unterdessen hat Claus-Dieter Wollitz, Trainer des Zweitligisten Energie Cottbus, nach dem Teilgeständnis seines ehemaligen Spielers Marcel Schuon im Wettskandal drakonische Strafen gefordert. "Ich hoffe, dass solche Spieler lebenslang gesperrt werden", sagte Wollitz, der in der vergangenen Spielzeit den aus der 2. Bundesliga abgestiegenen VfL Osnabrück betreute, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Von Schuon hätte Wollitz als VfL-Trainer ein anderes Verhalten erwartet. "Es wäre ein starker Charakterzug von ihm gewesen, wenn er auf mich zugekommen wäre und gesagt hätte: "Trainer, stell mich bitte nicht auf", so der 44-Jährige. Er könne und wolle Schuon nicht verzeihen, dass er an Manipulationen auch nur gedacht habe.

Schuon wurde am Montag wegen seiner Verwicklung in den Wettskandal vom Drittligisten SV Sandhausen gekündigt. Der 24-Jährige spielte bis zum Ende der letzten Saison in Osnabrück und hatte in einer Aussage bei der Staatsanwaltschaft Bochum eingeräumt, gegen den Erlass früherer Wettschulden eine Manipulationsabsprache getroffen zu haben. Letztlich sei es jedoch nicht zu einer Manipulation gekommen.

© SID

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