Fußball DFB
Zwanziger entsetzt über etwaigen Hoyzer-Freispruch

Der mögliche Freispruch von Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer ist für DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger ein Schlag in die Magengrube: "Ich fühle mich beschämt und vom Staat im Stich gelassen", sagte der 60-Jährige.

Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hat mit Kopfschütteln auf die Freispruch-Forderung des Oberstaatsanwalts Hartmut Schneider als Vertreter der Bundesanwaltschaft im Revisionsverfahren zum Wett- und Manipulationsskandal um Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer reagiert. Schneider hatte am Dienstag in Leipzig die Verfehlungen Hoyzers als "Gaunerei" bezeichnet und damit zahlreiche Juristen empört.

"Ich fühle mich beschämt und vom Staat im Stich gelassen. Mit der Forderung nach einem Freispruch werden Jugendliche in die Orientierungslosigkeit geführt. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn die Verhandlung mit einem Antrag auf das Bundesverdienstkreuz für Hoyzer geendet wäre", sagte Zwanziger, der nach eigenen Angaben seine "Emotionen beherrschen" musste, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Unabhängig von dem Ausgang des Revisionsverfahren werden die Urteile des DFB-Sportgerichts aber weiter Bestand haben.

Allerdings interpretierte Zwanziger die Vertagung des Gerichts in die Richtung, dass ein Freispruch für die Richter möglicherweise gar nicht in Frage kommt. "Es war naheliegend, dass es ein Freispruch wird, nachdem Oberstaatsanwalt und Anwälte einen Freispruch gefordert haben. Aber das Gericht hat sich zurückgezogen und wird sich Gedanken machen über die Tragweite einer solchen Entscheidung", sagte Zwanziger, für den ein Freispruch zudem "ein Schlag ins Gesicht" für alle ehrlichen Menschen wäre.

Auch Sapina-Brüder hoffen auf Freispruch

Beim Revisionsverfahren am 5. Senat des Bundesgerichtshofs in Leipzig hatten zuvor überraschend Oberstaatsanwalt Schneider wie die Verteidiger auf Freispruch für die Angeklagten plädiert. Damit können die Beschuldigten um Drahtzieher Ante Sapina, Hoyzer, Ex-Schiedsrichter Dominik Marks und Ex-Profi Steffen Karl darauf hoffen, dass ihre vom Landgericht Berlin ausgesprochenen Gefängnisstrafen oder Bewährungsstrafen aufgehoben werden.

Das Gericht im Senatschef Clemens Basdorf will seine Entscheidung am 15. Dezember verkünden. Prozessbeobachter halten es jedoch für möglich, dass das Verfahren ans Berliner Landgericht zurückverwiesen und dann mit Hoyzer als Haupttäter neu eröffnet werden könnte. Neben einer Neuauflage des Verfahrens sind auch ein Freispruch für Hoyzer und Co und eine Bestätigung des Urteils möglich. Im letzteren Fall müsste Hoyzer zwei Jahre und fünf Monate hinter Gitter.

© SID

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