Fußball DFB
Zwanziger: "Europa ist dran"

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger glaubt daran, dass die Frauen-WM 2011 in Deutschland ausgetragen wird: "Wir haben eine Top-Bewerbung abgegeben." Die Entscheidung fällt am Dienstag in Zürich.

Dr. Theo Zwanziger hat sich in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) zuversichtlich zu den Chancen der Ausrichtung der Frauen-WM 2011 geäußert. Der DFB-Präsident verwies auf die gelungene Bewerbung und das Argument gegenüber Mitbewerber Kanada, "dass Europa dran ist".

sid: "Am Dienstag wird am Sitz des Weltverbands Fifa in Zürich die Frauen-WM 2011 vergeben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der kanadische Verband sind die Kontrahenten. Herr Zwanziger, mit welchen Gefühlen sehen sie der Entscheidung entgegen?"

Theo Zwanziger: "Wir haben eine Top-Bewerbung abgegeben. Wir haben gesagt, dass wir das sehr gerne machen würden. Nicht, weil wir egoistische Deutsche sind, die alles haben wollen, sondern weil wir wirklich glauben, dass wir für den Frauenfußball sehr viel erreichen können. Das ist unsere Perspektive."

sid: "Auch Frankreich hatte sich zunächst beworben. Sie haben die Franzosen dann von einem Verzicht überzeugt. Wie schwierig war diese Überzeugungsarbeit?"

Zwanziger: "Wir mussten mit den Franzosen keine großen Diskussionen führen. Die haben derzeit noch andere Prioritäten und sie glauben, dass sie mit den Deutschen die Entwicklung des Frauenfußballs im eigenen Land fördern können. Das war alles sehr harmonisch. Unsere qualifizierte Bewerbung zeigt die Ernsthaftigkeit unseres Verbands, sich für diese WM zu bewerben und keine Larifari-Bewerbung abzugeben."

sid: "Nachdem auch Australien und Peru ihre Bewerbung zurückgezogen haben, ist neben dem DFB nur noch Kanada im Rennen. Sind die Kanadier ein starker Gegner?"

Zwanziger: "Kanada ist ein sehr respektabler Gegner, weil die Kanadier Frauenfußball können und wollen. Wir haben sehr viel Respekt vor dieser Bewerbung. Aber es gilt einfach unser Argument, dass Europa dran ist. Da sind wir ein Stück im Vorteil. Das sieht auch der Weltverband Fifa und der Fifa-Präsident so. Ich denke, dass es richtig wäre, eine zum sechsten Mal ausgetragene WM zum zweiten Mal nach Europa zu geben und nicht zum dritten Mal nach Nordamerika. Wenn wir sie kriegen, werden wir es auch gut machen."

sid: "Das Exekutivkomitee des Weltverbands Fifa entscheidet über den WM-Ausrichter. Welche Hoffnungen setzen sie dabei auf das deutsche Exekutivmitglied Franz Beckenbauer?"

Zwanziger: "Franz Beckenbauer ist bei der Fifa ein unglaublich angesehener Mann. Die Art, wie er die WM 2006 mit seinen 31 Länderreisen vorbereitet hat, ist im Gedächtnis geblieben. Davon können wir zehren. Franz Beckenbauer hat uns auf ein Niveau bei der Anerkennung und der Sympathie gebracht, wie es Deutschland ohne ihn nie gehabt hätte. Also denke ich schon, dass er in der Exekutive für uns unverzichtbar ist."

sid: "Was sind ihrer Ansicht nach die großen Pluspunkte der deutschen Bewerbung?"

Zwanziger: "Zunächst einmal die Stadien. Wir haben Stadien vorgeschlagen, die schon stehen oder entwickelt werden, die für eine Frauen-WM eine gute Grundlage sind. Wir haben die Möglichkeit, eine WM auch für ein 24er Feld auszurichten. Da haben andere eher Schwierigkeiten. Zweitens die Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs in den letzten Jahren - natürlich mit den internationalen Erfolgen. Drittens das gesellschaftliche Umfeld insgesamt. In Deutschland gibt es an die 90 Prozent Zustimmung für ein solches Ereignis. Das sind gigantische Zahlen. Das würde man in einem anderen Land Europas so nicht erreichen. Und das Vierte ist die Unterstützung der Politik."

sid: "Wie sieht diese Unterstützung der Politik aus?"

Zwanziger: "Die Bundesregierung und die Bundeskanzlerin haben die WM zu ihrer Sache gemacht. Die Bundeskanzlerin hat uns ja diese Bewerbung ans Herz gelegt. Wir wollten zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar nicht an so etwas denken. Aber dann haben wir ernsthaft nachgedacht und die Bundesregierung hat alles eingehalten. Die Regierungsgarantien sind gekommen. All das, was die Fifa haben will, wurde geleistet. Das ist nicht selbstverständlich."

© SID

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