Fußball DFB: Zwanziger favorisiert "Doppellösung"

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Zwanziger favorisiert "Doppellösung"

DFB-Präsident Theo Zwanziger glaubt, dass die Position des Technischen Direktors gut und gerne auch von zwei Personen übernommen werden könnte. Neben Hockey-Coach Bernhard Peters wäre Matthias Sammer ein Kandidat.

In der Diskussion um die Besetzung des Technischen Direktors beim DFB hält Theo Zwanziger weiter an einer möglichen "Doppellösung" fest. "Weil es eine Möglichkeit ist, falls man erkennt, dass das Anforderungsprofil von einer Person allein nicht zu 100 Prozent zu erfüllen ist", sagte der DFB-Präsident in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Kandidaten für den Posten sind Matthias Sammer und Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters.

Sammer zeigt Interesse

Sammer bekräftigte unterdessen sein Interesse an dem Posten. "Ich bin bereit, mitzuhelfen und meine als Spieler und Trainer gesammelte Erfahrung einzubringen", erklärte der Europameister von 1996 in einer Kolumne der "Welt am Sonntag". "Als diese Position erstmals durch Jürgen Klinsmann und Oliver Bierhoff im Herbst an mich herangetragen wurde, fühlte ich mich noch mehr als Bundesligatrainer", so Sammer: "Je mehr ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, desto klarer wurden die Vorstellungen. Und desto reizvoller wurde die große Aufgabe, diese neue Position beim DFB zu besetzen."

Der frühere Bundesliga-Trainer von Borussia Dortmund und vom VfB Stuttgart Sammer deutete zudem auch mögliche Bereitschaft zu einer Doppellösung vorsichtig an: "Offenheit für die neuesten Trends im Fußball, für die Wissenschaft und das Einbringen von Erkenntnissen aus anderen Sportarten sind dabei eine Selbstverständlichkeit."

DFB-Boss Zwanziger will eine drohende Auseinandersetzung in dieser Frage auf jeden Fall verhindern. "Eine Kampfabstimmung wäre schädlich, weil dabei Gewinner und Verlierer übrig bleiben", sagte Zwanziger: "Am Geld solle es jedenfalls nicht liegen. Wir müssen bereit sein, die wichtigste und profitabelste Säule des DFB zu pflegen. Das ist der Spitzenfußball, hier wird das Geld verdient."

Vertrauen in Bierhoff und Klinsmann

Unabhängig von der Entscheidung über den Technischen Direktor hat der DFB-Präsident Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff das Vertrauen ausgesprochen. "Ich gehe mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Klinsmann weitermacht", sagte Zwanziger der Frankfurter Rundschau: "Wir haben uns sehr gut aneinander gewöhnt. Ich möchte diesen Bundestrainer behalten."

Bierhoff soll gar noch mehr Kompetenzen erhalten. "Ihm wird, so ich im September zum DFB-Präsidenten gewählt werde, mehr Verantwortung übertragen. Er wird in einer eigenen Direktion noch enger eingebunden", versprach Zwanziger. Die Vertragsverlängerung, über die sich beide Seiten grundsätzlich schon einig sind, soll in Kürze besiegelt werden: "Das dauert nicht mehr lange. Aber es ist ein Vertrag bis 2010. Da gibt es ein paar Kleinigkeiten, bei denen man sich nicht unter Zeitdruck setzen sollte."

Zwanziger erklärte, dass "der Technische Direktor sich um den Nachwuchs und die Trainerausbildung kümmern" soll, "aber auch im Notfall die A-Nationalelf übernehmen können". Zwanziger: "Wir können dem Team keine Situation zumuten wie nach Rudi Völlers Rücktritt." Der Kandidat Bernhard Peters ist in der Fußball-Gemeinde überwiegend auf Ablehnung gestoßen.

Bayern vermissen präzise Stellenbeschreibung

Eine präzise Stellenbeschreibung vermissen in diesem Zusammenhang WM-OK-Chef Franz Beckenbauer und Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge. Ich müsste mal wissen, welche Aufgaben der hat", meinte der "Kaiser" gegenüber dem TV-Sender Phoenix und ergänzte mit Blick auf die Person Peters: "Wenn der mannschaftsspezifische Aufgaben hat, Aufgaben hat zum Koordinieren, oder auch neue Ideen in der medizinischen Abwicklung, in der Trainingsabwicklung, dann muss man sich das wirklich überlegen. Aber wenn es dann spezifisch wird, dann ist es schon besser, wenn man einen Fußballer hat."

Rummenigge übte gegenüber der Tageszeitung Express Kritik: "Mich stört, dass es vom DFB keine echte Jobbeschreibung gibt. Was soll der Sportdirektor eigentlich machen? Mann sollte doch erstmal diese Frage beantworten, bevor man ein Urteil fällt."

© SID

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