Fußball DFB
Zwanziger nun Nummer eins im deutschen Fußball

Dr. Theo Zwanziger ist auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB zum zehnten alleinigen Präsidenten gewählt worden. Bis auf eine Enthaltung erhielt der 61 Jahre alte Jurist alle Stimmen.

Von nun an wird der bisherige Geschäftsführende Präsident Dr. Theo Zwanziger die Geschicke des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als alleiniger Präsident lenken. Der 61-Jährige wurde am Freitag im Congress Center Messe in Frankfurt/Main zum zehnten Präsidenten in der 106-jährigen Geschichte des Verbandes gewählt. Der Jurist erhielt bei nur einer Enthaltung ein überwältigendes Votum der 250 Delegierten auf dem Außerordentlichen DFB-Bundestag. Zwanziger hatte seit dem 23. Oktober 2004 zusammen mit dem Gerhard Mayer-Vorfelder die so genannten Doppelspitze im Verband gebildet, wobei "MV" als Präsident und Zwanziger als Geschäftsführender Präsident fungiert hatte.

Der 73-jährige Mayer-Vorfelder verabschiedete sich in der Main-Metropole zu Tränen gerührt nach insgesamt 38-jähriger Tätigkeit von der großen nationalen Bühne, vertritt den deutschen Fußball allerdings weiterhin in den Exekutivkomitees des Weltverbandes Fifa und der Europäischen Fußball-Union (Uefa). Gleichzeitig kündigte WM-OK-Präsident Franz Beckenbauer an, auf dem Kongress 2007 in Düsseldorf als Uefa-Vertreter für die "Regierung" des Weltfußballs zu kandidieren. Die 52 europäischen Mitgliedsverbände müssen ihm dann allerdings das Vertrauen aussprechen; der "Kaiser" rückt nicht automatisch für Mayer-Vorfelder nach.

"Unter´m Strich gut gegangen"

Zwanziger, der als Amateurspieler den Dress seines Heimatklubs Altendiez getragen hatte, pries unterdessen seinen Vorgänger und Mitstreiter in der Doppelspitze als "einen der wichtigsten Gestalter des deutschen Fußballs neben Egidius Braun", weil dieser vor allem die Strukturreform mit der Verselbstständigung des Profi-Fußballs unter des Dachs des DFB vorangetrieben habe. Die nicht immer ungetrübte Zusammenarbeit der beiden DFB-Chefs fasste der neue Verbands-Boss wie folgt zusammen: "Unter´m Strich ist es gut gegangen. Unter vier Augen haben wir uns immer auf das Wesentliche besonnen: Dass das Wichtigste der deutsche Fußball ist." Der besondere Dank des neuen DFB-Chefs galt allerdings DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun: "Dass ich hier stehen kann, ist Ihr Verdienst. Ich danke von ganzem Herzen." Braun hatte Zwanziger einst für die Arbeit in DFB-Führungsgremien gewonnen.

"MV" verkündet Abschied

Zuvor hatte "MV" mit einer emotionalen Rede seinen Abschied verkündet. Er schloss auch Frieden mit denjenigen Verbandsvertretern, die im Jahr 2004 in Barsinghausen, darunter auch Zwanziger, gegen ihn geputscht hatten. "Natürlich gab es Enttäuschungen. Barsinghausen war eine Enttäuschung. Nicht, weil man dort über mich zu Gericht saß, sondern weil man mir nicht offen gesagt hat, was sie gestört hat. Ich habe immer mit offenem Visier gekämpft", verkündete Mayer-Vorfelder.

Mayer-Vorfelder konstatierte in der Zusammenarbeit mit dem bisherigen Geschäftsführenden Präsidenten eine "ersprießliche Arbeit". Fast wehmütig klang sein Doppelspitzenvergleich mit dem Zwergstaat San Marino: "Die haben seit dem 13. Jahrhundert eine Doppelspitze, wir hören nach zwei Jahren damit auf, aber wir wollen ja auch San Marino nicht nacheifern." Der Fußball-Zwerg hatte am Mittwoch in der EM-Qualifikation mit 0:13 gegen den WM-Dritten Deutschland eine Rekordschlappe hinnehmen müssen.

Mayer-Vorfelder appellierte an die Delegierten, die Einheit im Fußball zu wahren: "Der bezahlte Fußball und die Amateure - wir brauchen einander, sind aufeinander angewiesen." Zwanziger hatte bereits zuvor erklärt, dass die Einheit im deutschen Fußball auch unter seiner alleinigen Ägide Priorität genieße.

© SID

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