Fußball DFB
Zwanziger stellt sich erneut hinter Klinsmann

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat Bundestrainer Jürgen Klinsmann einmal mehr den Rücken gestärkt. Eine Trennung von Klinsmann noch vor der WM bezeichnete Zwanziger als "absolut ausgeschlossen".

Bundestrainer Jürgen Klinsmann hat erneut Rückendeckung vom Geschäftsführenden Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, erhalten. Dass sich der DFB noch vor der WM (9. Juni bis 9. Juli) von Klinsmann trennen könnte sei "absolut ausgeschlossen", sagte Zwanziger der Süddeutschen Zeitung. Man wolle vielmehr auch nach dem Turnier mit Klinsmann zusammenarbeiten, "weil ich davon überzeugt bin, dass er uns das bringt, was wir für die Zukunft brauchen", wie Zwanziger erklärte.

Die 1:4-Pleite in Italien, die Zwanziger "deprimierend" und einen "harten Schlag" nannte, sei nicht mit Unzulänglichkeiten von Klinsmann zu erklären, sondern in der den jungen Nationalspielern noch fehlenden Konstanz. "Auch 1954, 1974 und 1990 gab es im Vorfeld schlechte Ergebnisse und heftige Diskussionen. Am Ende sind wir doch Weltmeister geworden", sagte Zwanziger der Bild-Zeitung. Für den nächsten Test in Dortmund gegen die USA am 22. März forderte er von der Nationalelf jedoch eine "Trotzreaktion".

"Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Alternative"

Der DFB-Boss verteidigte außerdem Klinsmanns Spielphilosophie sowie den von einigen Medien als "Flucht" dargestellten Rückzug des Bundestrainers nach der Niederlage gegen Italien in die USA. "Seinen Stil werden wir nicht ändern, und das müssen wir akzeptieren", sagte Zwanziger: "Es gibt zu diesem Zeitpunkt keine Alternative, auch wenn es mit all den Ecken und Kanten verbunden ist, die sich aus Jürgen Klinsmanns Persönlichkeit und Einstellung ergeben."

Die Wohnortdiskussion immer wieder aufs Neue zu entfachen, ergebe keinen Sinn, meinte Zwanziger: "Das ist nicht die Ursache für das schlechte Spiel in Florenz. Vielleicht ist es ganz gut, dass er nun weit weg vom Trubel das Spiel aufarbeiten kann." Dass sich Klinsmann in Amerika von gut gemeinten Ratschlägen abkapsle, sei nicht richtig. "Jürgen Klinsmann ist nicht beratungsresistent. Wer das glaubt, schätzt ihn falsch ein."

Auch die Tatsache, dass Klinsmann in der kommenden Woche nicht wie andere Nationaltrainer an der WM-Arbeitstagung von Weltverband Fifa in Düsseldorf teilnehmen wird, akzeptiert Zwanziger. "Er meint, dass in Düsseldorf von ihm kein Beitrag gefordert ist. Für seine Entscheidung habe ich Verständnis. Klinsmann ist nicht unser gesellschaftlicher Botschafter."

DFB-Präsident noch immer optimistisch

Trotz all der Kritik an der Nationalmannschaft und Trainer Klinsmann sieht Zwanziger die nahe wie auch die ferne Zukunft der deutschen Elf positiv. "Ich habe meinen Optimismus für diese WM nicht verloren", sagte er - und fügte mit Blick auf die Europameisterschaft 2008 an: "Diese Mannschaft wird besser werden."

Einige deutsche Politiker haben da größere Zweifel: Sie wollen Klinsmann vor den Sportausschuss des Bundestages zitieren. "Es wäre schön, wenn Herr Klinsmann mal dem Sportausschuss erklären würde, was seine Konzeption ist und wie er Weltmeister werden will", sagte Norbert Barthle, Sportexperte der CDU, der Bild-Zeitung: "Das Spiel gegen Italien war grausam, und man fragt sich, wie er das bis zum Sommer aufholen will. Insofern hätte ich gerne ein paar Antworten."Ähnliche Forderungen gibt es von der SPD und der FDP.

© SID

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