Fußball DFB
Zwanziger: "Volle Stadien sind das Ziel"

DFB-Präsident Theo Zwanziger spricht im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) über die Frauen-WM 2011 und Deutschland als möglichen Ausrichter. Ziel müsse es sein, "volle Stadien zu haben", so Zwanziger.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, ist sich sicher, dass Deutschland nach der Ausrichtung der Männer-WM 2006 auch für die Endrunde der Frauen 2011 gut vorbereitet ist. Zwar sei die Dimension eine andere, aber auch beim Frauen-Turnier müsse es "das Ziel sein, volle Stadien zu haben", so Zwanziger im Interview mit dem sid.

sid: "Herr Zwanziger, am Dienstag entscheidet der Fußball-Weltverband Fifa über den Ausrichter der Frauen-WM 2011. Deutschland ist der Favorit."

Theo Zwanziger: "Ich will das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist."

sid: "Aber sollte sich Deutschland gegen Kanada durchsetzen: Wird es bei der Endrunde dann beim 16-er Feld bleiben oder wird auf 24 Mannschaften aufgestockt?"

Theo Zwanziger: "Wir können beides veranstalten. Ich würde da momentan keine Prognose wagen. Für die Entwicklung wäre es gut, dass Teilnehmerfeld zu vergrößern. Ob dafür 2011 der richtige Zeitpunkt ist, ist eine schwierige Frage. Wie ich es sehe, sind in Europa sicher mehr Mannschaften in der Lage eine WM zu spielen, als die fünf, die bei der zurückliegenden WM in China dabei waren. Der Weg muss grundsätzlich in Richtung eines größeren Teilnehmerfelds führen."

sid: "Wie umfangreich wären die Aufgaben eines Organisationskomitees (OK) im Vergleich zur Männer-WM 2006?"

Zwanziger: "Natürlich ist die Dimension eine andere und die Schwerpunkte würden etwas anders liegen. Sollten wir ein OK bilden dürfen, wäre es viel enger mit dem DFB vernetzt als das 2006. Wir haben eine sehr gute Personaldecke, da zahlreiche Mitarbeiter des alten OK nun beim DFB in anderen Bereichen tätig sind."

sid: "Es wird also beispielsweise keinen eigenen OK-Präsidenten geben?"

Zwanziger: "Das will ich damit nicht ausschließen. Das kann durchaus sein. Aber das damalige OK war ja sogar in unserer Satzung als selbstständige Einheit verankert. So würden wir es diesmal nicht machen."

sid: "Wird es analog zu Franz Beckenbauer auch eine zentrale Figur bei einer Frauen-WM geben?"

Zwanziger: "Ja, aber ich sage noch nicht, wer das werden soll. Das werde ich erst nach einem möglichen Zuschlag verraten. Es wird allerdings ein weibliches Gesicht sein."

sid: "Wie wird die Aufgaben-, Kosten- und Gewinnteilung zwischen der Fifa und dem ausrichtenden Verband geregelt sein? Ähnlich wie bei einer Männer-WM?"

Zwanziger: "Nein, da werden viele Dinge neu betrachtet werden müssen. Eine Frauen-WM läuft unter völlig anderen Kriterien. Zunächst einmal ist die Fifa der Veranstalter, wir wären dann Ausrichter. Insoweit ist das Grundgefüge das gleiche. Es muss dann ein Vertrag zwischen beiden Seiten geschlossen werden, der besagt, wer welche Rechte hat. Da wird es eine ganze Reihe von Verhandlungen geben, die dann auch die finanziellen Dinge festlegt. Die Fernseh- und Vermarktungsrechte sind bei der Fifa. Es muss also besprochen werden, ob wir wieder eine Art nationale Förderer gewinnen können."

sid: "Würde ein finanzieller Überschuss komplett in das Mädchen- und Frauenprogramm des DFB fließen?"

Zwanziger: "Wenn wir wirtschaftlich mit einem Überschuss abschneiden sollten, was ich noch sehr vorsichtig sehe, ist es selbstverständlich, dass wir unsere Programme in dem Bereich intensivieren."

sid: "Sie erhoffen sich aber schon volle Stadien und eine ähnliche Begeisterung wie bei der Männer-WM 2006?"

Zwanziger: "Natürlich muss es das Ziel sein, volle Stadien zu haben. Dafür braucht man sehr viele gesellschaftliche Konzepte und Programme, insbesondere mit Schulen und anderen Einrichtungen. Die Spiele der deutschen Mannschaft werden wir problemlos ausverkaufen, aber bei den anderen Spielen wird es natürlich schwieriger als bei der Männer-WM."

sid: "Was hat der Frauenfußball in Deutschland - neben den zahlreichen internationalen Erfolgen - bis jetzt schon alles erreicht?"

Zwanziger: "Das Wichtigste, was wir erreicht haben, sind der Respekt und die Anerkennung der Männer. Junge Männer zwischen 29 und 45 Jahren gucken mittlerweile Frauenfußball. Das sind genau die, die sich früher sehr respektlos nur für das Ausziehen der Trikots interessiert haben. Das hat sich verändert."

© SID

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