Fußball DFB
Zwanziger will Regionalliga-Neuregelung überdenken

Vor dem DFB-Bundestag am 8. September hat sich Präsident Theo Zwanziger gegen eine übereilte Neuordnung der Regionalligen ausgesprochen. Der geplante Beschluss könnte "an der Basis Akzeptanzprobleme" bekommen.

Auf die Bremse tritt Theo Zwanziger bezüglich der fast schon beschlossenen Neuordnung der Regionalligen und hat sich gegen einen Schnellschuss ausgesprochen. Der Geschäftsführende Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bestätige am Montag dem Sport-Informations-Dienst (sid) einen Bericht der Süddeutschen Zeitung, wonach es seiner Meinung nach derzeit die wohl beste Lösung sei, das bestehende System mit einigen Veränderungen beizubehalten. "Es bringt nichts, einen Beschluss auf dem Bundestag durchzuboxen, der dann an der Basis Akzeptanzprobleme hätte", sagte der DFB-Boss.

Ursprünglich war geplant, ab der Saison 2008/2 009 unterhalb der 1. und 2. Bundesliga eine eingleisige dritte Liga den Spielbetrieb aufnehmen zu lassen, mit einer dreigeteilten Regionalliga als Unterbau. Derzeit gibt es direkt unterhalb der 1. und 2. Liga eine zweigeteilte Regionalliga mit den Staffeln Nord und Süd. Die Reform sollte am 8. September auf dem DFB-Bundestag in Frankfurt/Main beschlossen werden.

Widerstand auch bei Amateurklubs

Die vielfältigen Probleme ließen sich auf dem Kompromissweg lösen, hieß es ursprünglich, doch "diesen Kompromiss zu finden, ist unglaublich schwer", hat Zwanziger festgestellt. So bestünden nicht nur zwischen dem Profi- und dem Amateurlager Meinungsverschiedenheiten über die Beteiligung der Reservemannschaften der Bundesligaklubs an der neuen dritten Spielklasse. Auch unter den Amateurklubs, vor allem in den Oberligen, gibt es Widerstand gegen die Neuordnung.

Mit seinem Vorschlag will sich Zwanziger an die Kommission aus Profis und Amateuren wenden, die am 4. September unter Vorsitz von Wolfgang Holzhäuser (Geschäftsführer Bayer Leverkusen) und Hermann Korfmacher (Präsident des Westfälischen Verbandes) zusammentritt, um die Beschlusslage vor dem Bundestag zu ermitteln. "Die Kommission sollte bedenken, ob das alte Modell der zweigeteilten Regionalliga nicht doch das beste ist. Mit einer möglicherweise anderen Fernsehgeldverteilung und einer anderen Auf- und Abstiegsregelung", sagte Zwanziger, der vier Absteiger aus der 2. Liga als zu viel bezeichnet.

Profiklubs sollen auf TV-Gelder verzichten

Der DFB-Boss fände es zudem gut, wenn die Vertreter der Profiklubs in den beiden Regionalligen zu Gunsten der anderen Drittligaklubs auf ihre Fernsehgelder (jährlich 387 000 Euro pro Klub) und eventuell sogar auf ihr Startrecht im DFB-Pokal verzichten.

Zwanziger folgt dabei auch dem Argument der Spitzenklubs aus der Bundesliga, die mit Hinweis auf die Qualität ihrer Nachwuchsarbeit uneingeschränkten Zugang in die 3. Liga verlangen - die Amateurvertreter wollen hingegen allenfalls eine limitierte Anzahl zulassen. "Eine Entscheidung gegen die Bundesliga wäre zwar mehrheitlich möglich. Aber das will ich nicht, und das werde ich auch nicht zulassen", sagte der Geschäftsführende DFB-Präsident: "Diese Diskussion wäre nicht gut für den DFB. Nachwuchsförderung hat für uns höchste Priorität, und Spielförderung auf hohem Wettbewerbsniveau gehört dazu."

Klug mit schwieriger Zielgruppe umgehen

Außerdem befürchtet Zwanziger Verwerfungen im Amateurlager, vor allem in den derzeit neun Oberligen, deren Mitglieder nach der bisher geplanten Reform mehrheitlich in die 5. Liga absteigen würden: "Es geht hier um rund 200 Vereine, keine großen Profivereine, aber auch keine Vereine, die sich der Kreisklasse zugehörig fühlen. Das ist eine ganz schwierige Zielgruppe. Da muss man klug sein."

© SID

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