Fußball DFL
50+1-Regel: Hannover 96 erwägt rechtliche Schritte

Im Streit um die 50+1-Regelung droht Bundesligist Hannover 96 der DFL nun mit einer Klage. Präsident Kind möchte mit regionalen Investoren in den nächsten Jahren den Etat erhöhen.

Bundesligist Hannover 96 droht im Streit um die 50+1-Regelung der Deutschen Fußball Liga (DFL) nun mit einer Klage. Am vergangenen Donnerstag war dem Verein von der DFL mitgeteilt worden, dass der DFL-Vorstand eine von 96 seit Jahren gewünschte Änderung der Regelung ablehnt.

"Sollte diese Entscheidung durch den Ligaverband bestätigt werden, wird Hannover 96 ohne Zeitverlust eine gerichtliche Klärung der bestehenden 50+1-Regelung und den damit verbundenen, ansonsten nicht bekannten Beschränkungen der Wirtschaftsordnung vornehmen lassen", kündigte der wirtschaftliche Träger des Bundesligisten, die Hannover 96 Gmbh und Co. Kgaa in einer Pressemitteilung an.

Liga-Präsident Dr. Reinhard Rauball erklärte dazu: "Die Entscheidung des Ligavorstands (...) erfolgte nach eingehender Analyse der rechtlichen Situation und nach gründlicher Abwägung aller Argumente. Zum einen kann die Klage-Drohung eines einzelnen Klubs nicht dazuführen, dass die Liga (...) von sich aus lange bestehende Grundsätze aufgibt. Zum anderen sollten eben keine Ausnahmen für einzelne geschaffen werden, auf die sich dann Dritte berufen könnten."

Rauball: "Ligaverband hat keine inhaltlichen Zugeständnisse signalisiert"

96-Präsident Martin Kind hat seit Herbst 2006 in Gesprächen und angeblich umfangreicher Korrespondenz mit der DFL versucht, die Regel, nach der ein Verein mehrheitlich an der lizenzierten Kapitalgesellschaft beteiligt sein und über 50 Prozent der Stimmanteile zuzüglich mindestens eines Stimmanteils in der Versammlung der Anteilseigner verfügen muss, aus den Statuten der Deutschen Fußball Liga (DFL) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu streichen.

"Diese Bemühungen müssen jetzt als gescheitert betrachtet werden", heißt es in der Mitteilung der Niedersachsen. Laut Hannover 96 habe die DFL zuvor jedoch signalisiert, "dass eine zufriedenstellende, alle berechtigte Interessen berücksichtigende Lösung im Konsens angestrebt wird." Rauball bestreitet diese Sichtweise jedoch: "Vom Ligaverband ist immer eine objektive Prüfung des Sachverhalts zugesichert worden, aber er hat keine inhaltlichen Zugeständnisse signalisiert."

Kind will "zementiertes Liga-Gefüge"ändern

Kind möchte den Etat des Bundesligisten in den kommenden drei Jahren durch den Einstieg regionaler Investoren auf 70 Mill. erhöhen. "Hannover 96 hält (...) uneingeschränkt daran fest, dass die 50+1-Regelung (...) eine rechtswidrige Einschränkung der handlungsrechtlichen Gestaltungsrechte von Hannover 96 darstellt", stellt der Klub fest.

Die letzte Diskussion des Ligavorstands am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt/Main bezeichnete "96"-Präsident Kind zudem als als "Alibi-Veranstaltung" und "vergeudeute Zeit": "Es ist doch gar nicht gewollt, dass sich an dem zementierten Gefüge in der Liga etwas ändert und andere Klubs eine Chance haben, sich besser zu entwickeln", sagte Kind. Trotzdem hofft er weiter auf eine "saubere, definierte und transparente Lösung, bei der wir die Spielregeln selbst festlegen können."

Die DFL möchte das Thema auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung behandeln. "Dort werden wir die Position des Ligavorstands erklären und das Thema 50+1 zur Diskussion stellen", teilte Rauball mit. "Im Übrigen wird Hannover 96 gebeten, einen entsprechenden Antrag (...) einzubringen und zur Abstimmung zu stellen."

© SID

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