Fußball DFL: DFL sagt Manipulation den Kampf an

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DFL sagt Manipulation den Kampf an

Die Deutsche Fußball Liga hat heute das Projekt "Transparenz und Integrität im Fußball" vorgestellt. Damit sollen Spielmanipulationen und Korruption bekämpft werden.

Der zuletzt immer weiter ausufernde größte europäische Wett- und Manipulationsskandal hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) zum Handeln gezwungen. Die DFL will Manipulation sowie Korruption stärker bekämpfen und hat zu diesem Zweck in Zusammenarbeit mit Transparency International Deutschland am Donnerstag das Projekt "Transparenz und Integrität im Fußball" vorgestellt. Dabei setzt die DFL auf eine Vielzahl von Maßnahmen, um die Ursachen von Manipulationen präventiv zu beseitigen.

Im Vordergrund sollen Schulungen, Informationskampagnen, neue Richtlinen und Selbstverpflichtungen stehen. Zudem sollen Statuten sowie Arbeitsverträge geändert und Ansprechpartner installiert werden. Die ersten Maßnahmen sollen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. "Dieses Projekt soll zu einer Dauer-Einrichtung werden. Wir werden uns permanent engagieren. Das sind wir den Fans, den Sponsoren und den Medien schuldig", sagte der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert, am Donnerstag.

Eine Verschärfung der Sanktionen durch die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist allerdings nicht geplant. Der DFB war nach Angaben Seiferts über die Gespräche mit Tranparency informiert, konnte aber aus logistischen Gründen nicht daran teilnehmen. Dennoch soll auch der Verband nicht außen vor bleiben und Inhalte des Projekts übernehmen. "Wir wollen alle mitnehmen", erklärte Transparency-Vorstandsmitglied Sylvia Schenk, die mit der DFL seit Anfang des Jahres zusammenarbeitet.

Schenk hofft darauf, dass die Bundesliga eine Vorreiterrolle spielen kann. "Wir hatten das Gefühl, hier ist richtig Power dahinter. Ich bin zuversichtlich, dass über den Fußball eine Menge angestoßen werden kann", sagte die Rechtsanwältin: "Die Bundesliga als Pilotprojekt würde uns freuen. Die Umsetzung dauert aber nicht Monate, sondern Jahre."

Trotz des verstärkten Engagements gegen Manipulationen sieht Seifert die deutsche Eliteklasse aber noch in einer komfortablen Situation. "Ich glaube nicht, dass die Bundesliga besonders gefährdet ist. Aber bei dieser privilegierten Lage soll es künftig auch bleiben. Es geht um die Glaubwürdigkeit des Wettbewerbs. Der Erfolg der Bundesliga steht und fällt damit", meinte Seifert.

Der Funktionär weiß aber auch, dass es keinen totalen Schutz vor einem neuerlichen Wettskandal geben wird. "Wir sind nicht so blauäugig, zu glauben, dass wir angesichts eines Wettmarktes in China mit 50 Mrd. Dollar Umsatz pro Jahr alles im Griff haben", sagte Seifert: "Aber wir wollen alles tun, was in unserer Macht steht. Es ist wichtig, wachsam zu sein."

Ein Hauptaugenmerk will die DFL auf die Nachwuchszentren der Klubs legen. "Ein normaler Bundesliga-Profi dürfte ökonomisch nicht angreifbar sein. Aber in den Nachwuchsleistungszentren werden derzeit 5 000 Spieler ausgebildet. Davon werden nicht alle zu Nationalspielern, sondern viele auch zu Spielern der 2. bis 5. Liga", erklärte Seifert, der sich sicher ist, dass zahlreiche Vereine in ein Pilotprojekt einsteigen werden.

Den verstärkten Kampf gegen Manipulationen will Seifert aber nicht in Zusammenhang mit einer Werbung für die zuletzt immer wieder diskutierte Öffnung des Sportwettenmarkts verstanden wissen. "Das Ganze steht nicht in Zusammenhang mit der Öffnung des Sportwettenmarkts, aber es gibt Schnittstellen. Sportwetten gehören zum Sport dazu. Sind sind uns kein Dorn im Auge - wenn sie kontrolliert stattfinden", sagte Seifert.

In das nun angestoßenen Projekt soll die Diskussion um mögliche Korruption rund um VIP-Tickets in den Stadien nicht integriert werden. Seifert ist sich dieser Baustelle aber durchaus bewusst: "Das ist ein Arbeitsfeld, das wir angehen müssen. Wir sind in Gesprächen mit dem Dosb, um eine gemeinsame Meinung des Sports zu finden."

© SID

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