Fußball DFL
Hieronymus wieder auf dem Weg in die "Normalität"

Holger Hieronymus ist acht Monate nach seinem Schlaganfall wieder auf dem Weg in die "Normalität". Der DFL-Geschäftsführer hat keine bleibenden Schäden davongetragen.

Dank seiner Lebensretterin und Ehefrau Andrea befindet sich DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus acht Monate nach seinem Schlaganfall "langsam auf dem Weg zurück in die Normalität" und wird keine bleibenden Schäden davontragen. "Mir geht es wieder gut. Viele Ärzte haben mir bestätigt, dass es ziemlich ungewöhnlich ist, so eine Geschichte ohne bleibende Schäden zu überstehen. Das ist eher eine Ausnahme", sagte Hieronymus der Tageszeitung Die Welt (Dienstagausgabe).

Der 51-Jährige hatte den schweren Schlaganfall am 13. April in seiner Wohnung in Frankfurt/Main erlitten. Nur dank des Instinkts und der schnellen Reaktion seiner in Hamburg lebenden Frau Andrea, die ihn morgens früh per Telefon nicht erreicht und daraufhin sofort die Frankfurter Feuerwehr alarmiert hatte, ist Hieronymus noch am Leben. "Ich weiß, dass ich viel Glück gehabt habe. Und ein bedeutender Teil dieses Glücks ist meine Frau, die klasse reagiert hat, als sie die Rettungskräfte verständigte. Meine Frau hat wohl gespürt, dass etwas nicht stimmt. Insofern verdanke ich ihr mein Leben", sagte Hieronymus.

Hieronymus fünf Tage im künstlichen Koma

In einer Frankfurter Klinik lag Hieronymus nach dem Schlaganfall und der folgenden Operation fünf Tage im künstlichen Koma, ehe der zweite Weckversuch der Ärzte gelang. Anschließend folgte ein weiterer Krankenhausaufenthalt in Boberg, ehe drei Wochen Reha in Bad Bevensen auf dem Programm standen. "Viele Menschen in meinem näheren Umfeld haben mir gesagt, dass ich gut aussehe. Sie hatten wohl andere Erwartungen. Es freut mich, weil es wirklich so ist", sagte Hieronymus, der im November in den Arbeitsalltag in der Frankfurter Zentrale der Deutschen Fußball Liga zurückgekehrt ist.

"Man denkt natürlich schon über die Zukunft nach. Doch als ich zum ersten Mal wieder ins Büro kam und wirklich sehr herzlich empfangen wurde, hat mich das in meiner Überzeugung bestärkt, das alles wieder so werden wird wie vorher. Das ist ein schöner Gedanke", sagte Hieronymus, der sich in Zukunft keine zu großen Ziele mehr setzen mag: "Ich habe mir auf dem Weg des Lebens viele Fragen selbst beantwortet. Und mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich denke, dass ich nicht noch unbedingt neue Herausforderungen auf dem Radar haben müsste. Ich freue mich einfach, dass ich langsam wieder zur Normalität zurückkehre."

Karriereende mit 26 Jahren

Hieronymus ist seit Februar 2005 bei der DFL Geschäftsführer Spielbetrieb und ist auch Mitglied im Vorstand des Liga-Verbandes. Er gehörte als Profi zu der großen Mannschaft des Hamburger SV, die 1983 den Europapokal der Landesmeister gegen Juventus Turin gewann und zweimal Meister wurde. Für den HSV erzielte er von 1979 bis 1984 in 121 Bundesliga-Spielen sieben Tore. Nach einem Zusammenprall mit dem damaligen Mannheimer Fritz Walter musste er seine aktive Karriere mit 26 Jahren auf Grund eines Kreuzbandrisses sowie eines Meniskus- und Knorpelschadens im Knie beenden. Wegen der schweren Verletzung kam er nur auf drei Länderspiele.

1997 stieg Hieronymus wieder beim HSV ein und arbeitete sich bei den Hanseaten zum Sportchef hoch. Weil der Aufsichtsrat unzufrieden war, wurde sein am 31. August 2002 auslaufender Vertrag nicht verlängert.

© SID

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