Fußball DFL
Kicker beleuchtet Vermarktungsvertrag der DFL

Das Sportmagazin kicker hat den neuen Vermarktungsvertrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Kirch-Tochter Sirius beleuchtet und einige Details veröffentlicht. Von der DFL war dazu keine Stellungnahme zu erhalten.

Neue Details über den Vermarktungsvertrag der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der 100-prozentigen Kirch-Tochter Sirius ab 2009: Wie der kicker berichtet, stimmt es zwar, dass die Profiklubs in den sechs Jahren bis 2015 im Schnitt 500 Mill. Euro pro Saison bekommen, doch ist dieser Betrag gestaffelt. In der Saison 2009/10 sollen offenbar nur 460 Mill. garantiert sein - das wären nur 20 Mill. Euro mehr als die Liga bislang erzielt.

Zwar seien für die Saison 2014/2 015 dann 550 Mill. Euro fällig, aber schon in dem ersten Bundesliga-Vertrag mit Kirch ging es 2000/01 mit knapp 350 Mill. Euro los und im letzten Vertragsjahr 2003/04 sollten 450 Mill. Euro bezahlt werden. Doch da hatte Kirchmedia Insolvenz angemeldet.

Finanzkrise des Profifußballs ausgeschlossen

Da die Banken die Bürgschaften nur jeweils für ein Jahr übernehmen, befürchten auch diesmal Kritiker des Deals ein ähnliches Szenario. Vertreter der DFL versuchten, am Rande des DFB-Bundestages in Mainz zu beschwichtigen, dieses Mal bleibe die DFL Eigentümerin der Rechte und habe diese nicht an Kirch verkauft, sondern diesem nur einen Vermarktungsauftrag gegeben. Im Falle einer Insolvenz würden die Rechte also bei der Liga bleiben. Deshalb sei eine Finanzkrise des Profifußballs wie zu Beginn des Jahrtausends ausgeschlossen.

Weiter deckt der kicker auf, dass Zusatzerlöse kaum möglich sind. Erzielt Sirius mehr als die Garantiesumme, werden erst die 80 Mill. Euro an die Kirch-Tochter bezahlt, die notwendig sind, um die Spiele für eventuelle Pay-TV-Kunden live zu produzieren und Bild, Interviews und Kommentar aus einer Hand abliefern zu können, ohne dass Interessenten neben den Rechtekosten noch Ausgaben für Redaktion und Produktion tätigen müssen. Von allem, was über 540 Mill. hinausgeht, erhält die Liga bis zu 640 Mill. nur zehn Prozent. Erst danach kassieren beide Partner hälftig.

Das heißt: Verkauft Kirch die Bundesliga-TV-Rechte im ersten Jahr für 640 Mill. Euro erhält die Liga davon nur 470 Millionen.

Kein Kommentar der DFL

Sollte die Liga auf dem Erhalt der ARD-Sportschau bestehen, ein anderer frei empfangbarer Sender wie RTL oder der früher zum Kirch-Imperium gehörenden Privatsender Sat.1 oder der plötzlich in den Sport drängende Sender Pro7 mehr bieten, gibt es Regelungen, dass Kirch die Differenz einstreicht. Die DFL wollte den Artikel auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) nicht kommentieren.

Unumstrittener sind dagegen die Fortschritte, die Bundesliga im Ausland bekannt und attraktiv zu machen. Im Dezember sollen Borussia Dortmund (Indonesien), Arminia Bielefeld und Energie Cottbus (jeweils China) nach Asien reisen, um dort Freundschaftsspiele auszutragen. Die Bundesliga rechnet sich hohe Aufmerksamkeit aus. Dortmund hat kürzlich im Rahmen der Auslandsoffensive der DFL schon in Polen gespielt.

Der bereits geschlossene Kooperationsvertrag mit der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) soll im kommenden Sommer mit Leben erfüllt werden. Möglicherweise wird ein Bundesligist seine Saisonvorbereitung in den USA abhalten und Testspiele gegen MLS-Klubs bestreiten.

© SID

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