Fußball DFL
Mehr Geld aus Auslandsvermarktung für Bundesliga

Von der selbständigen Vermarktung der Auslandsrechte verspricht sich die DFL eine Menge. Insgesamt erhofft man sich in den kommenden drei Jahren mindestens 105 Mill. Euro.

Nach dem geplatzten Mrd.-Deal mit TV-Rechte-Partner Sirius und dem Börsen-Absturz von Pay-TV-Sender Premiere gibt die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei der Vermarktung der lange Jahre brachliegenden Auslandsrechte Gas. Die vor vier Wochen von der DFL neu gegründete Firma Sports Enterprises soll in den kommenden drei Jahren bis 2011 zugunsten der 36 Erst- und Zweitligisten mehr als 105 Mill. Euro erwirtschaften und könnte damit drohende Verluste aus der Inlandsvermarktung auffangen.

Produkt Bundesliga weiter vorantreiben

"Wir wollen die Erlöse und die Qualität des Produkts Bundesliga weiter steigern. Wir haben uns hohe Ziele gesteckt und erwarten 105 Mill. Euro plus x, denn immerhin gehen 96 Prozent dieser Einnahmen direkt an die Klubs. Damit sorgen wir dafür, dass die Bundesliga auch in fünf oder sechs Jahren noch auf einem vernünftigen Fundament steht", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung.

Die DFL erwartet bei der seit Beginn der laufenden Saison in Eigenregie durchgeführten Vermarktung der Auslandsrechte eine Steigerung der Erlöse von 18,27 Mill. auf 35 Mill. Euro pro Jahr. Die Summe von 18,27 Mill. Euro war in den vergangenen drei Jahren vom Wettanbieter bwin garantiert worden.

DFL-Firma Sports Enterprises übernimmt das Ruder

Ab dieser Spielzeit bis zur Saison 2010/2 011 soll nun die DFL-eigene Firma Sports Enterprises, die sich unter anderem auch um einen Sponsor für die Ärmel-Werbung sowie für einen Ligaball kümmern soll, insgesamt mindestens 105 Mill. Euro aus der Vermarktung der Auslandsrechte generieren.

Damit die Liga in den kommenden Jahren im Ausland noch höhere Gewinne einfahren kann, nahm Seifert am Dienstag in der Frankfurter DFL-Zentrale allerdings auch die Bundesliga-Klubs in die Pflicht. So versprechen sich einige Klubs wie Branchen-Krösus Bayern München noch immer höhere Erlöse, wenn Teile der Auslandsvermarktung in Händen der Vereine bleiben. "Wir befinden uns mittlerweile auf Augenhöhe mit den Klubs. Wir werden sehen, wie weit die Klubs bereit sind zu gehen. Fakt ist: Wir zeigen Ergebnisse und machen aus dem, was da ist, zunehmend mehr", meinte Seifert.

Über in den vergangenen Wochen neu abgeschlossene Verträge im Ausland hat die DFL bereits 63,2 der 105 Mill. Euro sicher. Eine gewichtige Rolle spielt dabei der Vertrag mit dem Dubai Sports Channel, der nicht nur lukrativ ist und zudem einem Bundesligisten pro Jahr ein Trainingslager in Dubai finanziert, sondern als größe Kabelplattform im arabischen Raum für die Bundesliga auch eine Reichweite von 100 Mill. Zuschauern garantiert.

Zukunftsmodelle

In Zukunft soll ausländischen TV-Anbietern mit Hilfe der DFL-eigenen Produktionsfirma Sportcast und der Sports Enterprises allerdings nicht nur das Produkt Bundesliga mundgerecht geliefert werden. Laut Seifert werden bereits intensive Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geführt, damit in den kommenden Jahren auch ein Gesamtpaket von Bundesliga, DFB-Pokal und Länderspielen angeboten werden kann. "Das wäre die logische Folge", sagte Seifert.

Unterdessen werden die Rechte an der Inlandsvermarktung der Bundesliga nach dem monatelangen Streit mit dem Kartellamt Ende Oktober ausgeschrieben. Dabei werden laut Seifert sowohl für den Pay-TV-Anbieter Premiere als auch für die Free-TV-Sender "attraktive Pakete" angeboten.

Premiere, einziger ernstzunehmender Pay-TV-Sender mit eigener Sportredaktion und bundesweiter Verbreitung, hatte am vergangenen Freitag Verluste von bis zu 70 Mill. Euro aus dem laufenden Geschäft prognostiziert und die Abonnentenzahl um 900 000 auf 2,4 Mill. nach unten korrigiert. Anschließend war der Aktienkurs deutlich abgestürzt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%