Fußball DFL
Platini-Modell stößt auf DFL-Widerstand

In der Bundesliga regt sich Widerstand gegen die ab 2009 vorgesehenen Pläne von Uefa-Präsident Michel Platini für eine Champions-League-Reform. Besonders die Qualifikation der Pokalsieger ist der Bundesliga zuwider.

Die Pläne von Uefa-Präsident Michel Platini für eine Champions-League-Reform stoßen in der DFL auf Widerstand. Platini hatte seine Gedanken am Donnerstag am Rande der Champions-League-Auslosung in Monaco zunächst der Strategiekommission der Europäischen Fußball-Union (Uefa) und danach der Öffentlichkeit erläutert.

Besonders ist der Bundesliga, die keinen Startplatz verlieren wird, die Vorstellung ein Dorn im Auge, in Zukunft vier Pokalsieger in der 32 Teilnehmer umfassenden "Königsklasse" des europäischen Vereinsfußballs starten zu lassen. Holger Hieronymus, Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga (DFL): "Die Champions League muss den Ligen vorbehalten bleiben. Wenn eine Mannschaft nach 34 Spieltagen in der Bundesliga auf dem dritten Platz steht, ist das sportlich wertvoller als wenn ein Verein nach sieben Spielen, teilweise gegen unterklassige Mannschaften, Pokalsieger wird."

Auch Mayer-Vorfelder sieht noch "Diskussionsbedarf"

Auch Gerhard Mayer-Vorfelder, deutsches Mitglied der Uefa-Exekutive, sieht noch "Diskussionsbedarf". Er wurde noch vor Ort von Hieronymus und dem stellvertretenden Liga-Präsidenten Peter Peters beauftragt, das Thema auf der nächsten Exekutiv-Sitzung am 27. September zur Sprache zu bringen.

Nach den Vorstellungen der DFL-Spitze soll zwar die Qualifikation von vier Mannschaften durch zwei K.o.-Runden bestehen bleiben. Aber die 16 Teilnehmer dieser Qualifikation sollen nicht, wie Platini es vorsieht, die Pokalsieger der besten 16 Länder nach der Fünf-Jahreswertung sein, sondern der Tabellen-Vierte der Ligen, die auf den Plätzen 1 bis drei stehen, der Dritte von den Plätzen vier bis sechs (also auch die Bundesliga) und der Zweite von den Plätzen sieben bis 12. Da die 40 Verbände ab Rang 13 sechs CL-Plätze in einer "Qualifikation der Kleinen" ausspielen, sieht das Modell der DFL vor, das 16er-Feld durch die Pokalsieger der Verbände auf den Plätzen 13, 14, 15 und 16 aufzustocken.

Schalke-Geschäftsführer Peter Peters kommentierte das komplexe Platini-Modell sarkastisch: "Ich dachte immer, Fußball solle so einfach sein, dass er auch in einer Kneipe verstanden werden kann. Ich muss hier lernen, dass es auch anders geht."

Entscheidung fällt Anfang November

Hieronymus verurteilte die Vorstellungen des Franzosen allerdings nicht komplett. "Die Idee, mehr Meister in die Champions League zu holen, ist vertretbar." Nach dem bisherigen Modus nahmen mindestens 13 Länder und neun Meister an der Champions League teil; nach dem Reform-Modell erhöht sich die Zahl auf mindestens 18 Länder und 18 Meister.

Die Entscheidung wurde angesichts der heftigen Diskussionen in der Strategie-Kommission auf voraussichtlich Anfang November vertagt. Platini reagierte auf die Frage, wie er reagieren würde, würde das Exekutiv-Komitee seine Pläne abändern, gelassen: "Ich bin Sportler, ich kann mit Niederlagen leben. Ich bin ja kein Politiker."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%