Fußball DFL
Seifert: "Strukturen sollen diskutiert werden"

Nach der Entscheidung im Fall Koblenz hat DFL-Chef Seifert eine Reformdiskussion angeregt und will die Kontrolle im Lizenzierungsverfahren möglicherweise in andere Hände geben.

DFL-Chef Christian Seifert regt nach der Entscheidung im Fall Koblenz eine Reformdiskussion an und will die Kontrolle im Lizenzierungsverfahren möglicherweise in andere Hände geben. "Man sollte den Fall Koblenz vielleicht zum Anlass nehmen, manche Strukturen zu diskutieren. Man könnte zum Beispiel überprüfen, ob es sinnvoll ist, wenn die DFL laut Satzung ständig verschiedene Rollen ausfüllen muss: auf der einen Seite als Kontrollinstanz und andererseits als Dienstleister sowie als Geschäftspartner der Klubs. Eine Schärfung der Konturen könnte im Interesse von Klubs, Ligaverband und DFL liegen - und gleichzeitig möglicherweise für zusätzliche Klarheit sorgen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Freitag.

Am Donnerstagabend hatte der Ligavorstand als zweite Instanz die Strafe gegen den abstiegsbedrohten Zweitligisten TuS Koblenz für die laufende Saison von zuvor acht auf nunmehr sechs Punkte Abzug reduziert. Damit rangieren die Koblenzer zwei Spieltage vor Saisonende wieder zwei Punkte vor den Abstiegsrängen und haben gute Aussichten auf den Klassenerhalt. Im Falle des Ligaerhalts werden den Koblenzern zu Beginn der kommenden Saison weitere drei Punkte abgezogen, so dass sich die Gesamtstrafe insgesamt auf neun Zähler erhöht. Weiterhin Bestand hat zudem die Geldstrafe in Höhe von 200. 000 Euro.

Im Anschluss an die fünfstündige Sitzung in einem Frankfurter Hotel hatte unter anderem auch TuS-Aufsichtsratschef Walterpeter Twer bemängelt, dass für die Koblenzer nicht nachzuvollziehen war, warum der Punktabzug in erster Instanz auf acht Punkte festgelegt worden war. "Wenn sie in der Schule sind, gibt es Noten von 1 bis 6. Da weiß man, wo man sich bewegt. Diese Skala gibt es bei den Strafen für Lizenzvergehen aber im Moment noch nicht. Eine solche Skala ist aber auch schwer einzuführen, weil es nicht um die Benotung eines Aufsatzes geht, sondern sich die Dinge viel komplizierter gestalten", meinte Twer.

Koblenz akzeptierte den Vergleich mit der DFL aber dennoch und verzichtet damit auf eine weitere Klage vor dem ständigen Schiedsgericht der Lizenzvereine. Damit kann die Zweitliga-Saison 2007/2 008 mit dem letzten Spieltag sportlich zu Ende gehen, ohne dass der Liga eine Entscheidung über den Abstieg am Grünen Tisch droht.

Die DFL hatte Koblenz am 24. April 2008 mit dem Punkteabzug sowie der Geldbuße belegt, da die TuS dem Lizenzierungsausschuss die Verträge der Spieler Marko Lomic und Branimir Bajic - samt Ablösesumme in Höhe von 2,3 Mill. Euro - vorenthalten hatte. Die DFL sprach sogar von "mutwilliger Täuschung". Dagegen hatte die TuS am vergangenen Freitag fristgerecht Beschwerde eingelegt. Diese Beschwerde war jedoch in erster Instanz von der DFL abgelehnt worden.

Vor Koblenz war als letztem Klub dem 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2004/05 ein Drei-Punkte-Abzug auferlegt worden, der aber erst in der darauffolgenden Saison in die Tabelle eingerechnet wurde. Davor traf es in der 2. Bundesliga auch den SSV Reutlingen mit sechs (2002) und in der Bundesliga Eintracht Frankfurt mit zwei Punkten (2000).

© SID

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