Fußball
DFL verkauft Fernsehrechte an US-Sender

In den USA ist die Bundesliga künftig beim Fußballsender GolTV zu sehen. Der amerikanische Sender hat die Fernseh- und Internetrechte in den USA und Kanada sowie Mittel- und Südamerika erworben. Die DFL hat große Pläne und will ihre Einnahmen aus der Auslandsvermarktung verdoppeln.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) kommt bei der Verwertung der Auslandsrechte der Bundesliga schnell voran. Der amerikanische Fußballsender GoITV hat die Fernseh- und Internetrechte in den USA und Kanada sowie Mittel- und Südamerika erworben. "Die Bundesliga gehört zu den beliebtesten Ligen bei den Fans in Nord- und Südamerika", sagte Enzo Francescoli, Vorstandschef von GoITV, zur Begründung. Der Vertrag läuft nach DFL-Angaben über drei Spielzeiten bis 2011/12.

Über die Einnahmen aus dem Rechtegeschäft wurde offiziell nichts bekannt. Die DFL wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Beteiligte der Verhandlungen sprechen aber von einer zweistelligen Millionensumme für das Rechtepaket.

Die DFL hat bei der Auslandsverwertung große Pläne. Sie will die Erlöse aus den internationalen Rechten nahezu verdoppeln. Bislang nahm die DFL nur 18,3 Mio. Euro pro Saison ein. Die Fernsehbilder der Fußball-Bundesliga vermarktet bisher exklusiv der österreichische Internet-Sportwettenanbieter Bwin. Künftig sollen die Erlöse auf 35 Mio. Euro steigen.

DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hat für den Ausbau des Auslandsgeschäfts den Fernsehmanager Robert Niemann nach Frankfurt geholt. Niemann leitete zuvor das hiesige Fernsehgeschäft der Hollywood-Filmproduktionsfirma Sony Pictures. Er gründete den Actionkanal AXN in Deutschland.

Niemann ist über den Vertrag froh: "GoITV ist bei den Fußballfans in Nord- und Südamerika bestens etabliert und sichert uns eine sehr gute Verbreitung in diesen für die Bundesliga wichtigen Kernmärkten", sagte der Vorsitzende der DFL Sports Enterprises. Fußball sei diejenige Sportart, die in Nordamerika derzeit am stärksten an Bedeutung gewinnt.

Die DFL hat mittlerweile die Auslandsverwertung nahezu abgeschlossen. Nur noch wenige große TV-Märkte wie China fehlen noch. Schon Ende Oktober vergangenen Jahres kaufte der europäische Sportkanal Eurosport die Live-Rechte an der Bundesliga für 22 Länder in Skandinavien und Osteuropa. Der Preis soll laut Brancheninsidern für die drei Spielzeiten 35 Mio. Euro betragen. Der vom Eurosport-Manager Jacques Raynaud mit Niemann ausgehandelte Vertrag soll dazu dienen, die Reichweite der Fernsehtochter des französischen TV-Konzerns TF 1 in den Märkten in Osteuropa auszubauen.

Außerdem hat die DFL im vergangenen Jahr die Bundesliga-Rechte für insgesamt 22 Länder an die Agenturen Sportfive und Sportsman Media Group weitergegeben. Sportfive ist eine Tochter des französischen Mischkonzerns Lagardère. Der Preis soll nach Angaben aus Verhandlungskreisen rund 30 Mio. Euro betragen haben.

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa
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