Fußball
Dreierpack von Gomez beim 3:0 in Köln

Cleverer, effektiver und glücklicher: Der VfB Stuttgart gewinnt 3:0 in Köln dank Mario Gomez und Markus Babbel. Denn der Trainer hat in entscheidenden Momenten die Fähigkeit bewiesen, die ein Meisterschaftskandidat erfüllen muss: Selbstzufriedenheit verhindern.

Babbel hat das Zeug zum Meistertrainer Cleverer, effektiver und glücklicher: Der VfB Stuttgart gewinnt 3:0 in Köln dank Mario Gomez und Markus Babbel. Denn der Trainer hat in entscheidenden Momenten die Fähigkeit bewiesen, die ein Meisterschaftskandidat erfüllen muss: Selbstzufriedenheit verhindern.

KÖLN. Es passiert äußerst selten, dass sich die Ergänzungsspieler in einer Bundesligapartie bereits nach 20 Minuten aufwärmen. Und erstrecht kommt es selten vor, dass ein Trainer dies bei einer 1:0-Führung anordnet. Doch Markus Babbel war dieses Mittel recht, obwohl seine Mannschaft scheinbar den 1. FC Köln sicher im Griff hatte.

Denn den Kölnern fiel nach einem Paukenschlag in der dritten Minute lange nichts ein: Novakovic köpfte nach eine Ecke mustergültig, aber VfB-Verteidiger Ludovic Magnin rettete für den geschlagenen Lehmann auf der Linie. Danach fehlte bei den Kölnern, die ohne einen deutschen Akteur begannen, immer wieder die Präzision beim letzten Pass bzw. der letzten Flanke.

Besser machte es der VfB Stuttgart in der 16. Minute:

Doch VfB-Trainer Markus Babbel nahm offenbar wahr, was nach so einer Siegesserie immer wieder passiert: Seine Mannschaft spielte einen Tick zu selbstgefällig. Babbel war mit der Leistung seiner Mannschaft zumindest im ersten Abschnitt nicht zufrieden: "Da hatten wir heute auch das Quäntchen Glück. Die Mannschaft war heute nicht so stark wie zuletzt. Wer glaubt, dass wir schon was erreicht haben, ist auf dem Holzweg."

Doch die in Bestbesetzung angetretenen Stuttgarter, die sich den Luxus leisten konnten, Junioren-Nationalspieler Sami Khedira nur auf der Ersatzbank zu lassen, reagierten clever und abwartend und schlugen in der 16. Minute eiskalt zu: Roberto Hilbert flankte von der rechten Außenbahn mustergültig auf Torjäger Gomez, der sich brillant gelöst hatte und wuchtig einköpfte. Die daraufhin verunsicherten Gastgeber verloren ihren Rhythmus und hatten in der 24. Minute Glück, als der schnelle Hilbert vom rechten Flügel kommend allein auf FC-Torhüter Faryd Mondragon zulief und den Ball knapp am Tor vorbei schob.

Ansonsten gefiel Babbel aber offenbar nicht, dass seine Mannschaft nur mäßig Ehrgeiz zeigte, ein 2:0 zu erzielen. Außerdem kamen die Kölner immer wieder gefährlich nach vorn. Sie scheiterten allerdings stets an dich selbst. Erst kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es zwei Szenen, die dem Spiel eine neue Wendung hätten geben können: Zunächst wurde bei einem vermeindlichen Tor von Novakovic auf Abseits entschieden. Wenn überhaupt, dann war es äußerst knapp Abseits. Kurz darauf musste VfB-Keeper Jens Lehmann in höchster Not gegen Miso Brecko klären.

Dem entsprechend soll es in der Kabine des VfB sehr laut in der Halbzeit zugegangen sein. Markus Babbel fand offenbar den richtigen Tonfall. In der 55. Minute zeigte der bis dahin völlig unauffällige Cacau größte Entschlossenheit.

Im weiteren Spielverlauf waren die Gastgeber um den Ausgleich bemüht, taten sich allerdings gegen den gut organisierten Meister von 2007 recht schwer und fanden selten Gelegenheit sich gegen die starke Defensive der Schwaben durchzusetzen. Die Vorentscheidung fiel nach einer knappen Stunde, als Cacau eine Unsicherheit in der Kölner Abwehr nutzte und Gomez das 2:0 ermöglichte (55.). In der Schlussphase gelang dem starken VfB-Mittelstürmer sogar noch das 3:0 (71.). Damit erhöhte er sein Torkonto auf bislang 18 Treffer und versetzte dem FC den endgültigen K.o.

Vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Rheinenergiestadion erzielte Nationalstürmer Gomez (16./55./71.) alle drei Treffer für die Gäste.

Mit dem vierten Sieg in Serie und einem überragenden Torjäger Mario Gomez halten die Schwaben in der Fußball-Bundesliga unaufhaltsam Kurs Richtung Champions-League.

Die seit nunmehr über fünf Monaten zu Hause sieglosen Kölner hingegen verlieren immer mehr von ihrem Vorsprung auf die Abstiegszone. Kölns Coach Christoph Daum sagte: "Wir haben heute deutlich die Grenzen aufgezeigt bekommen. Das ist für uns eine riesige Enttäuschung, aber im Moment können wir es einfach nicht besser."

Thorsten Giersch
Thorsten Giersch
Chefredakteur Business bei der Verlagsgruppe Handelsblatt / Geschäftsführer digital bei planet c
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