Fußball-EM 2024
Freie Fahrt für das nächste Sommermärchen

Olympische Spiele in Hamburg sind out. Darüber freuen sich alle Fußball-Fans. Denn nun steigen die Chancen auf eine Europameisterschaft in Deutschland im Jahr 2024 erheblich. Allerdings nur unter einer Voraussetzung.
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DüsseldorfNicht nur Olympia-Gegner bejubeln den Ausgang des Referendums in Hamburg. Auch viele Fußballfans dürfen nun aufatmen. Denn mit dem Aus von Olympia 2024 steigen die Chancen für eine Europameisterschaft 2024. Beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt herrscht daher schon eine unterdrückte Jubelstimmung.

„Die starke Fußball-Bewegung an der Basis zeigt uns jedes Wochenende aufs Neue, wie groß die Begeisterung für den Fußball in Deutschland ist“, beeilte sich DFB-Interimspräsident Rainer Koch heute, das hohe Interesse am Fußball herauszustellen. In der Tat strömen die Fans nach wie in die Bundesligastadien – der Terrorangst zum Trotz.

Das Nein der Hamburger dürfte daher auch nicht negativ ausstrahlen, auch weil von einer EM nicht nur eine Region, sondern das ganze Land profitieren würde. „Bei einem Ereignis wie einer Fußball-EM sind die Rahmenbedingungen andere, zumal wir an vielen Orten auf eine bestehende Stadion-Struktur aufbauen könnten und sich die Finanzierungsfragen in der Form nicht stellen“, sagte Koch.

Auch Kochs Vorgänger Wolfgang Niersbach, der die EM-Bewerbung 2013 in Gang brachte, betonte diesen finanziellen Aspekt bei jeder Gelegenheit. „Das ist keine Revolution, dass wir da zehn, zwölf neue Stadien bauen müssten. Da wird es allenfalls drauf ankommen, die Stadien zu modernisieren.” So seien für eine EM 2024 beispielsweise keine Investitionen aus Steuergeldern nötig.

Über die Vergabe der EM 2024 wird 2017 entschieden. Deutschland gilt als Favorit. Denn der Wettbewerb wird nun mit 24 Teilnehmern (vorher: 20 Länder) ausgetragen. Daher werden im Vergleich zu früher erhöhte Anforderungen an den Gastgeber gestellt. „Das spricht für Deutschland!“, glauben die Macher der Internetseite „em2024-deutschland.de“. Und zwar wegen der guten Stadien und Hotels.

Allerdings ist der DFB vorsichtig geworden. Nach Angaben seines zweiten Interimspräsidenten Reinhard Rauball will man nun zunächst sehr genau analysieren, warum am Sonntag in Hamburg „zum zweiten Mal eine deutsche Olympia-Bewerbung am Zuspruch der Bürgerinnen und Bürger“ gescheitert sei.

„Dieses Signal sollte der gesamte Sport in Deutschland sehr ernst nehmen“, meinte DFB-Boss Rauball. „Die Sicherheitslage war mit Blick auf die Entscheidung sicherlich ebenso wenig förderlich wie die Diskussion um Sportverbände in den vergangenen Wochen.“ Ob Rauball bei diesem Satz auch an die Situation des eigenen Verbandes gedacht hat?

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„Welcher Konkurrent ist denn derzeit völlig ohne Probleme?“

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  • Sommermärchen? Sie meinen die Fortsetzung der Korruption im Spitzenfußball! Der DFB soll erst mal seinen Augias-Stall ausmisten, seine Gemeinnützigkeit wieder herstellen oder eben als Gewerbebetrieb agieren und den Bestand andere Sportarten akzeptieren und nicht fortlaufend Blutgrätsche dagegen spielen.

    Das Drama um die Vernichtung der Galopprennbahn in Frankfurt und den Bau dieser dubiosen Fußball-Akademie ist auch noch eine offene Baustelle, in der die Juristen den Fortgang behandeln.

    Auf DFB-Sommermärchen der alten Art kann ich prima verzichten!

  • Neuwahlen würden doch nichts ändern. Die Leute sind doch so blöd. Die wählen doch trotzdem wieder CDU. Den Kanzler können wir doch garnicht direkt wählen. Merkel würde doch dann von der CDU wieder in den Thron gehievt werden. Diesen unfähigen Hosenanzug werden wir auch mit Neuwahlen nicht los. Ich hoffe einfach darauf, dass sie bis 2017 den Karren soweit in den Dreck gezogen hat, dass es der Dümmste (also die untertänigsten Staatsmedien) nicht mehr schönreden kann. Dann gibt es was Radikales an der Macht. Dank Merkel steuern wir auf sehr harte Zeiten zu.

  • Wer mit offenen Augen und Ohren durch die Strassen geht sieht doch, wie die Grundstimmung aggressiv ist. Nur noch unzufriedene, frustierte Gesichter.
    Egal wohin man schaut, die Leute sind gleichgültig, aggressiv und angefressen.
    Irgendwann läuft dass Fass über, weit sind wir nicht mehr davon entfernt.

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