Fußball EM
Beenhakker entschuldigt sich bei DFB-Team

Polens Trainer Leo Beenhakker hat sich von der Berichterstattung des Boulevardblattes Super Express distanziert und sich bei Joachim Löw und Co. öffentlich entschuldigt.

Die Polen sind nach den Entgleisungen polnischer Zeitungen gegen die deutsche Nationalmannschaft auch von höchster Stelle um Entschuldigungen und Entspannung bemüht. Neben dem polnischen Botschafter in Deutschland, Marek Prawda, übte auch Polens Nationaltrainer Leo Beenhakker ein weiteres Mal heftige Kritik an den Boulevardzeitungen, die vor dem EM-Spiel am Sonntag (20.45 Uhr/live im ZDF) in Klagenfurt DFB-Bundestrainer Joachim Löw und Mannschaftskapitän Michael Ballack attackiert hatten.

Beenhakker verdeutlichte auch am Donnerstag seine Abscheu vor allem gegenüber einer Fotomontage in der Zeitung Super Express, die ihn mit den abgeschlagenen Köpfen von Löw und Ballack in den Händen gezeigt hatte. "Diese Leute sind verrückt, dreckig und krank. Ich möchte mich beim deutschen Team entschuldigen. Die gesamte polnische Mannschaft distanziert sich von dieser Berichterstattung. So wollen wir unser Land nicht bei der Euro 2008 repräsentieren", sagte der 65-Jährige im EM-Quartier der Polen in Bad Waltersdorf.

"Wir konzentrieren uns auf das Sportliche"

Auch Jacek Krzynowek vom Bundesligisten VfL Wolfsburg, der gegen die DFB-Auswahl seinen Stammplatz im linken Mittelfeld sicher hat, distanzierte sich am Donnerstag von der Berichterstattung der polnischen Revolverblätter. "Wir konzentrieren uns alleine auf das Sportliche. Mit diesen Sentimentalitäten und dieser Form der Berichterstattung haben wir nichts am Hut", sagte der 32-Jährige.

Gelassen reagierte auch Bundestrainer Löw, der die Fotomontagen nach eigenen Angaben noch gar nicht gesehen hatte: "Ich glaube ohnehin nicht, dass das die repräsentative Meinung der polnischen Bevölkerung ist. Die polnischen und deutschen Fans haben die Stimmung bei der WM 2006 gemeinsam genossen. Auch von Trainer Leo Beenhakker habe ich eine hohe Meinung. Er ist menschlich sehr zugänglich."

Beenhakker wollte nach seiner Entschuldigung nicht weiter auf die in Polen zunehmend wilder werdenden Medien-Geschichten eingehen. Vielmehr legte er das Hauptaugenmerk auf die Vorbereitung auf das 16. Länderspiel der Polen gegen Deutschland. Schließlich warten die Osteuropäer seit der ersten Begegnung am 3. Dezember 1933 (0:1 in Berlin) auf einen Sieg.

© SID

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