Fußball EM
Dank Koller träumt Tschechien weiter vom EM-Ticket

Ein Treffer des Ex-Dortmunders Jan Koller hat Tschechien beim 1:0-Zittersieg gegen Zypern auf die Siegerstraße gebracht. Weltmeister Italien gelang mit einem 2:0 gegen Schottland ein Befreiungsschlag.

Befreiungsschlag für Weltmeister Italien, "König Otto" und Steve Mcclaren nach mühsamen Arbeitssiegen weiter unter Druck und der deutsche Gruppengegner Tschechien glanzlos: Während die Squadra Azzurra sich achteinhalb Monate nach dem WM-Triumph von Berlin auf dem Weg zur Fußball-EM 2008 in der Schweiz und Österreich mit einem 2:0 gegen Schottland zurückmeldete, tun sich das Fußball-Mutterland England, Titelverteidiger Griechenland sowie der Ex-Europameister Tschechien weiterhin schwer.

Jan Koller rettete den Tschechen ein mühevolles 1:0 gegen Zypern und schoss sein Team damit wieder auf Augenhöhe mit der Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Bei Ex-Weltmeister England und den Griechen müssen die Trainer nach schwachen Leistungen gegen Fußball-Zwerge weiter um ihre Jobs bangen: Mcclaren dürfte trotz des 3:0 gegen Andorra in Barcelona ein erneuter Spießrutenlauf bevorstehen, und auch die Kritik an Erfolgscoach Otto Rehhagel wird nach dem mageren 1:0 der Griechen auf Malta nicht verstummen. Der Europameister benötigte in Ta´Qali sogar ein Elfmetertor von Routinier Angelos Basinas (66.), um die zweite Blamage in nur vier Tagen zu verhindern.

Probleme für die Niederlande

Unerwartete Probleme hatte auch die Auswahl der Niederlande. Der Europameister von 1988 kam in Gruppe G erst in der Schlussphase zu einem 1:0 in Slowenien, Giovanni van Bronckhorst (86.) erlöste Oranje kurz vor dem Abpfiff. Rumänien (11) hielt durch ein 3:0 gegen Luxemburg den Anschluss an den Spitzenreiter (14), und Bulgarien (9) patzte beim 0:0 gegen Albanien.

Koller erhielt mit seinem Siegtor vor 9 310 Zuschauern in Liberec die Hoffnung der Tschechen auf ein direktes EM-Ticket. Nach seiner enttäuschenden Leistung beim 1:2 im Spitzenspiel gegen die deutsche Auswahl traf der ehemalige Dortmunder nach 22 Minuten für den wenig überzeugenden Europameister von 1976, der aber dennoch nach Punkten (13) in der Gruppe D zum Tabellenführer Deutschland aufschloss. Dritter sind weiter die ebenfalls punktgleichen Iren (13), die die Slowakei im Verfolgerduell durch ein Tor von Kevin Doyle (13.) 1:0 besiegten. Irland hat jedoch zwei, Tschechien ein Spiel mehr absolviert als die deutsche Mannschaft. Wales (6) bezwang San Marino (0) 3:0.

Luca Toni trifft doppelt

Im Stadion San Nicola in Bari ließ der angeblich von Bayern München umworbene Luca Toni Schottlands Torhüter Craig Gordon mit einem Kopfball nach zwölf Minuten keine Chance und sorgte in der 70. Minute für die Entscheidung. Trainer Roberto Donadoni, der im langen Schatten von seinem Vorgänger und Weltmeister-Trainer Marcello Lippi zuletzt in die Kritik geraten war, sitzt nach dem wichtigen Erfolg wieder etwas fester im Sattel.

Rehhagel dagegen wird sich weiter harscher Angriffe erwehren müssen. Der 68-Jährige, nach der EM 2004 zum "Rehhakles" geadelt, steht vor allem wegen seines Festhaltens an der "alten Garde" der Helden von Portugal unter Druck. Frohe Kunde erreichte Griechenland allerdings aus Frankfurt/Main, wo Tabellenführer Türkei sich ein 2:2 gegen Norwegen leistete. Dabei bewahrte Hamit Altintop von Schalke 04 (72./89.) die Türken, die wegen ihrer Platzsperre in der WM-Arena spielten, vor der ersten Niederlage. England war nach fünf Spielen ohne Sieg auf dem besten Weg in eine Blamage, doch zweimal Liverpools Steven Gerrard (54./76.) und David Nugent (90.+2) bewahrten die Three Lions vor dem Schlimmsten. Ob der Sieg Mcclaren, den die Boulevardzeitung Sun am Spieltag schon an eine Rakete zum "Planeten Donut" gebunden hatte, vor der Entlassung retten wird, ist fraglich.

Neben der Türkei gab auch Schweden beim 1:2 in Nordirland erstmals Punkte ab - damit hat keine der 50 Mannschaften mehr eine weiße Weste. Spanien bleibt nach dem 1:0 (0:0) gegen Island dem Spitzenduo aus Nordirland und Schweden mit nun neun Zählern auf den Fersen. In der Gruppe A trennten sich Serbien und der WM-Vierte Portugal 1:1. Die finnische Elf, die zuvor mit einem Sieg in Polen und einem 1:1 gegen den WM-Vierten Portugal hatte aufhorchen lassen, verlor in Aserbaidschan völlig überraschend 0:1. Polen verteidigte Platz eins durch ein 1:0 gegen Armenien erfolgreich.

© SID

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