Fußball EM
"Deutschland rumpelt, stampft und dröhnt wieder"

Trotz des Halbfinal-Scheiterns feiert die türkische Presse ihre Mannschaft als "aufgehender Stern des EM-Turniers". Auch die Schweizer Medien schlugen sich auf die türkische Seite.

Mit Sympathie für die tapferen Türken und sehr genervt ob des nie enden wollenden deutschen Fußball-Glücks hat die internationale Presse auf den 3:2-Sieg der DFB-Elf im ersten Halbfinale der Euro 2008 reagiert. "Wir sind Europameister der Herzen", schrieb das türkische Blatt Maraton.

TÜRkei

Türkspor: "Wir haben den Deutschen eine Fußball-Lehrstunde erteilt - auch wenn wir den Platz letztlich als Verlierer verlassen haben. Am Ende haben wir von den Deutschen stehend dargebrachte Ovationen erhalten."

Fanatik: "Ihr braucht die Köpfe nicht hängen zu lassen. Wir sind stolz auf euch. Vielleicht hätten wir das Finale verdient gehabt, aber die Deutschen hatten einfach mehr Glück. Wir waren der aufgehende Stern dieses EM-Turniers."

Star: "Die 1:0-Führung ist uns scheinbar nicht gut bekommen. Sonst siegte die Türkei immer nach Rückständen. Vielleicht wäre ein 0:1 besser gewesen. Aber so haben wir diesmal das entscheidende Last-Minute-Tor kassiert."

Hürriyet: "Was für eine Nacht! Herzlichen Dank, Nationalmannschaft. Wir gehen erhobenen Hauptes aus diesem Turnier. Ganz Europa hat einen Karneval der Freundschaft erlebt."

Sabah: "Das türkische Fußball-Märchen ist zu Ende. Aber auf die Mannschaft kann man trotzdem nur stolz sein."

Maraton: "Der Verlierer des Spiels war eigentlich der Gewinner des Abends. Dieses Spiel war ein Hochgenuss. Jeder Türke ist stolz auf diese Mannschaft. Wir sind Europameister der Herzen."

Schweiz

Blick: "Schweini gehabt. Deutsche gewinnen mit Türken-Moral und stehen im EM-Finale. Die Türken tun uns leid. Was für ein Spiel! Deutschland bezwang leidenschaftliche Türken im Bruderduell aber erst in letzter Sekunde. 3:2 nach einem Finale furioso."

Neue Zürcher Zeitung: "Starkes deutsches Finish. Die mäßigen, aber glücklichen Deutschen gewinnen das am Ende turbulente Halbfinale gegen die Türkei 3:2. Die EM-Spiele mit der Türkei hatten es in der Schlussphase in sich. Doch am Mittwoch kippte das finale Glück. Wieder einmal zieht das deutsche Team in ein Endspiel ein."

Basler Zeitung: "Deutscher Sieg in letzter Minute. Spektakulärer Schlusspunkt für die Euro-Stadt Basel. Meister der späten Tore verliert in der 90. Minute. Drei Schüsse auf das Tor der bewundernswert aufspielenden Türken reichen Deutschland zu einem 3:2-Sieg. Die Deutschen zeigten sich als eiskalte Chancenverwerter."

Berner Zeitung: "Über sehr viele Umwege ins Finale. Deutschland hat sich mit Rumpelfußball im Quadrat für das Endspiel am Sonntag in Wien qualifiziert. Die deutsche Mannschaft setzte sich gegen die tüchtigen, aber glücklosen Türken 3:2 durch. Wie in den Spielen zuvor konnten die Türken auf einen Rückstand reagieren. Auf Philipp Lahms spätes 3:2 fanden sie dann aber keine Antwort mehr."

Tages-Anzeiger: "3:2 - Deutschland in der 90. Minute. Der große Kampf und Lahms Exploit. Das Glück war aufgebraucht. 22.23 bis 22.35 Uhr: Das aufwühlende Finale und das jähe Ende der türkischen Märchen."

Basellandschaftliche Zeitung: "Deutschland fährt nach Wien. Mit viel Kraft und Geduld. Deutschland rumpelt, stampft und dröhnt wieder wie ein altes, nicht kaputt zu kriegendes Kraftwerk - aber das höchst erfolgreich."

ÖSterreich

Der Standard: "Das deutsche Ende ist noch immer das beste. Mit sehr viel Glück, Hilfe des türkischen Goalies Rüstü und einem Last-Minute-Goal von Philipp Lahm erreichten die Deutschen das Finale. Die Deutschen waren diesmal, wenn man so will, die besseren Türken."

Österreich: "Deutsche im Glück. Tor in letzter Sekunde, wieder Schweini gehabt. Lahm rettet Deutsche. Das Goldtor fiel in der 90. Minute. Deutschland nun Favorit im Finale. Dusel-Deutsche stürmen nach Wien."

Die Presse: "Deutschland mit Glück im Finale. Lahm gelang in der Schlussminute das 3:2 gegen die Türkei. Mit Fußball-Schonkost ins Finale - wieder einmal gelang es den Deutschen."

Kurier: "Glücksritter. Deutschland schlug die Türken mit den eigenen Waffen. Die Türkei spielte fulminant - Deutschland siegte türkisch. Waren das wirklich die Deutschen, die Portugal im Viertelfinale so beherrscht hatten? Sie hatten mehr Glück als Verstand."

Kronenzeitung: "Deutschland zittert sich ins Finale. Nach dem 2:2 schien sich ein weiteres Wunder für das Überraschungsteam von Fatih Terim abzuzeichnen. Doch Lahm hatte etwas dagegen und schoss die Deutschen ins Finale."

© SID

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