Fußball EM
Die großen Fußballnationen bangen um EM-"Quali"

Das Fußball-Mutterland England bangt, Weltmeister Italien zittert, und die iberische Halbinsel sorgt sich: Zahlreiche Favoriten müssen ihre Spiele in der EM-Qualifikation gewinnen, um ihre Endrunden-Chance zu wahren.

Die EM-Qualifikation geht heute in ihre entscheidende Phase, und einige große Fußballnationen sind zum Siegen verdammt, um ihre Chancen auf einen Endrunden-Platz 2008 in Österreich und der Schweiz zu wahren. Neben den Engländern bangen auch Weltmeister Italien sowie Spanien und Portugal um die EM-Qualifikation.

England hat nach dem überzeugenden 3:0 gegen Israel zwar wieder etwas mehr Ruhe - der Job von Teammanager Steve Mcclaren ist vor dem Duell gegen Russland aber ebenso in Gefahr wie der Posten von Coach Roberto Donadoni bei der Partie Italiens in der Ukraine. "Wir haben die beste Mannschaft seit langem, müssen das aber endlich auch mal auf dem Platz zeigen", forderte Mittelfeldspieler Steven Gerrard von seinen "Three Lions" einen starken Auftritt im Wembley-Stadion.

Verletzungssorgen bei den Engländern

Frank Lampard, David Beckham, Owen Hargreaves und Wayne Rooney fehlen allesamt verletzt, dafür steht der zuletzt gesperrte Stürmer Peter Crouch wieder bereit. "Gegen die Russen wird es nicht einfach, wir müssen mindestens das noch einmal bringen, was wir gegen Israel gezeigt haben", sagte Mcclaren vor dem richtungweisenden Spiel des Dritten gegen den Zweiten der Gruppe E. Tabellenführer Kroatien hat in Andorra eine vergleichsweise leichte Aufgabe.

Während England erstmals seit 1984 wieder eine EM zu verpassen droht, blickt auch Italien voller Angst auf dieses Horror-Jahr. Als Weltmeister verspielte die "Squadra Azzurra" damals die Endrunden-Teilnahme - eine Wiederholung dieses Szenarios würde Coach Donadoni wohl den Job kosten. "Für ihn steht alles auf dem Spiel", titelte die Gazzetta dello Sport vor der Begegnung des Vierten gegen den Dritten der Gruppe B.

Gerade im Angriff haperte es beim 0:0 der Italiener am Samstag gegen Frankreich - umso schlimmer, dass Bayern-Stürmer Luca Toni (Oberschenkelzerrung) weiter ausfällt. Immerhin: Die Ukraine ist so etwas wie der Lieblingsgegner: Das Hinspiel gewann Italien 2:0, bei der WM 2006 hieß es im Viertelfinale sogar 3:0.

Spitzenreiter Frankreich will derweil gegen Schottland einen weiteren großen Schritt in Richtung Alpen machen. "Wir müssen allein deshalb gewinnen, weil wir die Schmach der Niederlage von Glasgow vergessen machen wollen", sagte Stürmer Nicolas Anelka, der ohne den etatmäßigen Partner Thierry Henry (Gelbsperre) auskommen muss. Coach Raymond Domenech bezeichnete Henrys Abwesenheit als "großen Verlust. Doch er ist nicht unser einziger Star." Auch, dass Schottland in Paris von 15 000 Fans unterstützt wird, macht Domenech "keine Angst".

Spanien und Portugal zittern

Etwas größer sind da die Sorgen der Spanier. In Gruppe F ist man zwar Zweiter hinter Schweden, doch Nordirland liegt dem Champion von 1964 punktgleich im Nacken. "Es wäre ein sehr großer Fehler zu glauben, wir könnten ohne Anstrengung gewinnen", warnte Trainer Luis Aragones vor dem Spiel gegen Lettland, das in drei Vergleichen noch kein Tor gegen Spanien erzielt hat.

Auch Portugal zittert nach dem 2:2 gegen Polen, den Ersten der Gruppe A, und vor dem Duell des Dritten gegen den Vierten gegen die Serben. "Wir wollen weiter von der EM träumen und müssen die Serben deshalb weghauen", sagte Angreifer Cristiano Ronaldo über das Spiel.

In der komfortablen Position des Spitzenreiters der Gruppe C tritt Europameister Griechenland beim Zweiten in Norwegen an. "Herz, Hingabe und Hirn", forderte Trainer Otto Rehhagel von seiner Truppe, der der Frankfurter Ioannis Amanatidis fehlt - Theofanis Gekas von Bayer Leverkusen wird dafür stürmen. Verfolger Türkei muss gegen die wiedererstarkten Ungarn ran, Bosnien gegen Moldawien.

Zu einem wahren Endspiel um Rang zwei kommt es in der deutschen Gruppe D bei der Partie Tschechien gegen Irland. Beide Teams haben Personalsorgen, die Tschechen trifft der Ausfall des gesperrten Jan Koller aber wohl härter als die Iren das Fehlen von Steve Finnan und Stephen Ireland. Milan Baros rückt nach seiner Rückenverletzung für Koller in den Angriff und der Ex-Dortmunder Tomas Rosicky sagte: "Die irischen Verteidiger sind groß, aber nicht so schnell wie Milan. Das könnte unser Vorteil sein."

© SID

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