Fußball EM
"Die Türken wurden ausgetürkt"

Einen typisch deutschen Erfolg haben die internationalen Medien beim 3:2 gegen die Türkei gesehen. "Höchststrafe: deutscher Sieg nach türkischer Art", schrieb Publico aus Portugal.

Mit Sympathie für die tapferen Türken und sehr genervt ob des nie enden wollenden deutschen Fußball-Glücks hat die internationale Presse auf den 3:2-Sieg der DFB-Elf im ersten Halbfinale der Euro 2008 reagiert. So seufzte die Redaktion der englischen Boulevardzeitung The Sun: "Typisches, schreckliches, wunderbares Deutschland!"

England

The Times: "Lahms Tor beendet den Traum der Türkei. Es brauchte etwas Besonderes, um die Türken zu eliminieren, wie bei einem Monster im Comic: einen Stich ins Herz, eine Silberkugel, einen furchtlosen Helden. Die Deutschen haben so einen Mann gefunden: Philipp Lahm."

The Sun: "Falscher A-Lahm! Die Türken wurden ausgetürkt. Dieses Mal konnten die Spezialisten im Entkommen ihre Zwangsjacke nicht abstreifen. Als das 2:2 fiel, wurde das Team von Joachim Löw seinem geschichtsträchtigen Namen gerecht: Die Mannschaft. Typisches, schreckliches, wunderbares Deutschland!"

The Guardian: "Mit dem letzten Atemzug schafft es Lahm, den frechen Türken die Tür zum Halbfinale vor der Nase zuzuschlagen. Die Türkei schien das Patent für Heldentaten in letzter Minute zu haben. Doch die Deutschen traten ihnen auf den Fuß."

The Independent: "Lahm hat das letzte Wort und beraubt die Türken ihres verdienten Lohnes. Sie zermürben dich, sie lassen dich glauben, dass du eine Chance hast. Und dann, wenn du es am wenigsten erwartest, brechen sie dir das Herz. Typisch Deutschland."

Italien

Gazzetta dello Sport: "Die Türken brechen in der 90. Minute zusammen. Ein Duell mit Herzklopfen, doch der Traum der Türken geht bei der letzten Kurve zu Ende. Den Unterschied macht Lahms Talent. Um die EM zu gewinnen, wird mehr nötig sein. Vielleicht auch ein anderer Ballack."

Corriere dello Sport: "Deutschland verdient sich sein sechstes EM-Finale am Ende eines außerordentlichen Matches mit viel Leidenschaft und Überraschungen. Die Türkei hat ehrlich gesagt viel besser gespielt."

Tuttosport: "Deutschland schafft es zum Finalspiel, doch was für eine Mühe! Die Türken haben bis zuletzt an den Erfolg geglaubt, sie haben jedoch nicht mit der Durchsetzungsfähigkeit der deutschen Panzer gerechnet."

Corriere della Sera: "Terims Mannschaft spielt besser, doch Ballack und seine Gruppe nutzen die Fehler der Gegner aus. Die Eigenschaft der Deutschen ist, dass sie die Geschenke der Rivalen nicht verschwenden, sondern davon profitieren. Wir werden uns noch nach dieser Türkei sehnen."

Spanien

Marca: "Deutschland zahlt es den Türken mit gleicher Münze heim. Deutschland erwartet uns im großen Finale. Lahms Siegtor war Deutschlands letzter Seufzer. Es hat sich bestätigt: Fußball ist ein Spiel Elf gegen Elf - am Ende gewinnt Deutschland... bis Sonntag!"

AS: "Deutschland war Deutschland. Sie siegten dank ihrer Fähigkeiten und des Fehlers von Rüstü. Direkt nach dem 2:2 endete das Wunder der Türken."

Frankreich

Lequipe: "Auch Deutschland schafft sein Wunder. Deutschland bewies extreme Kaltschnäuzigkeit. Ein grausames Ende für die Türkei."

Portugal

Publico: "Höchststrafe: deutscher Sieg nach türkischer Art. Beim dritten Tor mussten die Türken ihr eigenes Gift kosten. Alle glaubten schon an eine Verlängerung - nur Lahm nicht."

A Bola: "Deutschland hat mal wieder den Spruch von Gary Lineker bestätigt: "Fußball ist ein Spiel für je elf Spieler auf beiden Seiten - und am Ende gewinnen immer die Deutschen."

Niederlande

Algemeen Dagblad: "Die Deutschen kommen auf die türkische Art ins Finale. Die Türkei hielt sich tapfer, aber bezahlt die Rechnung kurz vor Spielende gegen die perfekte Turniermannschaft. Das Fußballglück für Deutschland scheint nie aufzuhören. Lahm schlug zu, als die Türken keine Zeit mehr hatten, den Schaden zu reparieren."

De Volkskrant. "Kummer nach dem deutschen Sieg. Die kampfstarke Türkei zerbricht in der Schlussphase. Es war traurig, dass die Mannschaft, die sich so tapfer und abenteuerlich präsentiert hatte, für ihren Mut so karg belohnt wurde."

De Telegraaf: "Deutschland ist der Meister der letzten Minute. Die Deutschen deichseln es wieder. Die Türken bleiben verzweifelt zurück, können aber stolz sein wie sie angesichts der Personalprobleme aufgetreten sind."

Norwegen

Dagbladet: "Ja, der Fußball ist deutsch!"

Brasilien

Estado de Minas: "Deutschland siegt und beendet den türkischen Traum. Diesmal gelang den Türken kein weiterer historischer Schlag."

Globo: "Deutschland leidet und schlägt Favoritenschreck Türkei. Lahm stempelt den Pass für das Finale."

Estadao: "Das Team der letzten Minuten hatte diesmal das Nachsehen."

© SID

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