Fußball EM
Erneut kein Pokalglanz am Brandenburger Tor

Sie wollten den Pokal mitbringen, es werden wieder nur Medaillen sein. Beim Empfang der deutschen Mannschaft am Montag auf der Fanmeile in Berlin wird erneut kein Titel gefeiert.

Berlin rüstet sich fürs Feier-Finale, doch die deutschen EM-Helden werden erneut ohne Pokal zur Party kommen. Die Abschlussfeier auf der Bühne vor dem Brandenburger Tor sollte der emotionale Schlussakt der Bergtour 2008 werden - nun droht die Stimmung am Montagnachmittag auf Deutschlands größter Fanmeile ein bisschen gedrückt zu sein.

"Mehr zeigen als nur T-Shirts mit einem 'Danke' drauf"

Die DFB-Auswahl hat ihr Versprechen nicht halten können. "Anders als 2006 wollen wir etwas in die Höhe strecken. Wir wollen den Fans mehr zeigen als nur T-Shirts mit einem 'Danke' drauf", hatte Nationalspieler Torsten Frings am Freitag verkündet, doch auch so war der Flug nach Berlin fest eingeplant. "Wir haben bei der WM gute Erfahrungen auf der Fanmeile gemacht. Für uns war es keine Frage, wiederzukommen", sagte der Mittelfeldspieler.

Auch Teammanager Oliver Bierhoff blickte dem Treffen mit den Fans voller Vorfreude entgegen. "Nach der WM ist Berlin so etwas wie ein Zuhause für uns geworden. Wir hoffen auf eine große Kulisse", sagte Bierhoff, "Wir wollen uns bei unseren Fans bedanken, die immer zu uns gestanden und uns toll unterstützt haben. "

Die Ankunft der Nationalmannschaft ist für 14.30 Uhr geplant. 500 000 Fans wurden bislang erwartet, ARD und ZDF sollen live übertragen. "Es ist wichtig, dass Fans in ganz Deutschland dabei sind", erklärte Bierhoff. Anschließend gehen die Spieler und Trainer in den Urlaub.

Trotzige "Deutschland"-Rufe

Enttäuscht, aber nicht frustriert hatten die Menschenmassen in Berlin am Sonntagabend auf die Finalniederlage der deutschen Mannschaft gegen Spanien reagiert. Als das Spiel vorüber war, wurden die Fahnen eingerollt, mit hängenden Köpfen trotteten die Anhänger zu den Ausgängen - vereinzelt waren allerdings auch trotzige "Deutschland"-Rufe zu hören.

Neben der zentralen Fanmeile in Berlin, wo am Finaltag mit 600 000 Besuchern das größte Fußball-Fest Europas stattfand, rüsteten sich auch zahlreich andere Städte in Deutschland für das Feier-Finale. In Hamburg wollten am Sonntag 42 000 Menschen auf dem Heiligengeistfeld zwischen Reeperbahn und Feldstraße mitzittern, in der Frankfurter WM-Arena wurden 35 000 Anhänger erwartet. "Das wird ein Event für die ganze Familie", meinte Veranstalter Patrik Meyer.

Rund um die Kölnarena wollten sich 40 000 Fans versammeln. Das zentrale Party-Fest in Dortmund fand auf dem Friedensplatz mit etwa 20 000 Zuschauern statt. Der Stuttgarter Schlossplatz öffnete für 40 000 Zuschauer seine Tore. Die Münchner stürmten mit etwa 30 000 Leuten das Olympiastadion. Im gesamten Stadtgebiet rechnete die Polizei mit 80 000 feiernden Anhängern.

El Arenal fest in deutscher Hand

Doch auch im "17. Bundesland" Mallorca fieberte man dem EM-Finale entgegen. Zwar gehört die Insel zu Spanien, doch am Sonntag war zumindest die Party-Gegend El Arenal von Palma de Mallorca fest in deutscher Hand.

In der Großraumdisco Megapark wollten 12 000 überwiegend Fans in schwarz-rot-gold vor vier Leinwänden sitzen, im Bier-König immerhin 5 000. "Spanier verirren sich dorthin fast nie. Seit dem Österreich-Spiel laufen hier alle nur noch im Deutschland-Trikot herum", sagte Thomas Zapp, Sportredakteur der Mallorca-Zeitung.

Ein Herz für feiernde Schüler zeigte das sächsische Kultusministerium und entschied, dass die Schulen am Montag zwei Stunden später mit dem Unterricht beginnen dürfen, sofern der Stoff nachgeholt würde. In Dresden wollten auf dem Königsufer insgesamt 10 000 Menschen die deutsche "Krönung" miterleben, in Leipzig wurde in der Gottsched-Straße von 2000 auf 10 000 Plätze aufgestockt.

© SID

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