Fußball EM
Geldsegen für DFB-Kicker bei EM-Qualifikation

Bei einer erfolgreichen Qualifikation für die EM 2008 können sich die deutschen Nationalspieler über eine Prämie von maximal 150 000 Euro freuen. Pro Spiel gibt es 12 500 Euro. Die Zahlung gilt nur im Erfolgsfall.

Den deutschen Nationalspielern winkt für eine Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz eine Prämie von maximal 150 000 Euro pro Kopf. Darauf verständigten sich der Mannschaftsrat um Kapitän Michael Ballack und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Dr. Theo Zwanziger, am Freitagabend in Heiligendamm bei Rostock. Im Erfolgsfall kassiert jeder Spieler pro Einsatz 12 500 Euro. Bei insgesamt zwölf Qualifikationsspielen könnten sich die Stars also 150 000 Euro an Zubrot verdienen. Sollte die Mannschaft die Qualifikation nicht schaffen, gehen die Profis leer aus.

Höhere Prämie als vor vier Jahren

Bei der Qualifikationsrunde für die EM 2004 in Portugal hatte der DFB pro Einsatz 10 000 Euro ausgeschüttet, zwei Jahre zuvor waren die Spieler für die erfolgreiche Qualifikation zur WM 2002 in Japan und Südkorea pro Einsatz mit umgerechnet 12 780 Euro entlohnt worden. Bei der Weltmeisterschaft in diesem Sommer konnten die Protagonisten im Vorfeld nichts kassieren, da Deutschland als WM-Gastgeber gesetzt war.

Zwanziger sprach nach dem "völlig vernünftigen" Gespräch von einer "moderaten Erhöhung, die völlig angemessen sei". Für den Verband hatten neben Zwanziger noch DFB-Direktor Wolfgang Niersbach und Generalsekretär Horst R. Schmidt und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff an der Runde teilgenommen. Die Interessen der Nationalmannschaft vertraten Kapitän Michael Ballack sowie Bernd Schneider, Miroslav Klose, Torsten Frings und Jens Lehmann.

"Klar leistungsorientierte Prämienregelung"

Der DFB-Boss betonte, dass es sich erneut um eine "klar leistungsorientierte Prämienregelung" handele, die der Verband den Akteueren vorgelegt habe und die recht schnell akzeptiert worden sei. "Wir wissen, was wir den Spielern zu verdanken haben. Wenn sie sich qualifizieren, dann haben wir alle was davon, vor allem auch unsere gemeinnützigen Einrichtungen. Deshalb ist es völlig in Ordnung, dass die Spieler auch an unserem wirtschaftlichen Erfolg partizipieren", sagte Zwanziger.

"Die Spieler sind die Protagonisten, die Mannschaft holt alles rein", meinte auch Bierhoff, der zugleich herausstellte, dass es den Spielern "nicht in erster Linie ums Geld geht". Auch Zwanziger wies darauf hin, dass sich die Hauptdarsteller durchaus ihrer Verantwortung gegenüber dem Verband, insbesondere der Nachwuchsarbeit bewusst sein. Dennoch sei es legitim, dass die Spieler auch an den Einnahmen aus dem TV-Vertrag sowie dem Marketing angemessen beteiligt werden wollen.

Bereits in der jüngeren Vergangenheit hatte sich der DFB stets als großzügig erwiesen. Hätte die deutsche Mannschaft im vergangenen Sommer bei der WM im eigenen Land den Titel gewonnen, wäre jedem Spieler die Rekordprämie von 300 000 Euro zuteil geworden. Vier Jahre zuvor hätte es für Gewinn der WM-Trophäe in Asien lediglich 92 000 Euro gegeben.

Für das Jahr 2006 hatte der DFB insgesamt mit rund fünf Mill. Euro an Prämien kalkuliert, wobei ein möglicher WM-Titelgewinn eingerechnet war. Dadurch, dass die DFB-Auswahl "nur" Platz drei erreichte, konnte aber eine Menge Geld eingespart werden.

Auch wenn der DFB wert darauflegt, mit Augenmaß zu handeln: Die Prämien haben sich im Laufe der Zeit deutlich erhöht. Für den EM-Titel 1996 in England erhielten die DFB-Stars lediglich 52 000 Euro, während für die erfolgreiche Weltmeisterschaft 1990 immerhin schon 63 000 Euro ausgezahlt wurden. Und auch bei der WM 1974 gab es nach zähen Verhandlungen eine für damalige Verhältnisse üppige Prämien-Regelung: Franz Beckenbauer und seine Kollegen bescherte der Titelgewinn immerhin schon 30 770 Euro - und einen nagelneuen Käfer-Cabrio.

© SID

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