Fußball EM
Kollektives Aufatmen im Fall Ballack

Nachdem die medizinische Abteilung des DFB im Fall Michael Ballack Grünes Licht für einen Finaleinsatz gab, zeigten sich beim deutschen Team "alle sehr erleichtert".

Bei der deutschen Nationalmannschaft herrscht kollektive Erleichterung. Erst wenige Stunden vor dem Anpfiff des EM-Finales zwischen der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und Spanien in Wien erhielt Bundestrainer Joachim Löw Grünes Licht für einen Einsatz seines Kapitäns Michael Ballack. "Michael ist topfit und hundertprozentig einsatzbereit. Er ist am Morgen aufgewacht und keine Beschwerden mehr verspürt. Da waren wir alle sehr erleichtert", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff in der ARD.

Die medizinische Abteilung mit Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Dr. Josef Schmitt an der Spitze hatte ganze Arbeit geleistet und den "Capitano" trotz seiner Wadenprobleme rechtzeitig für das Endspiel fit bekommen.

"Müller-Wohlfahrt macht das schon"

"Müller-Wohlfahrt macht das schon", hatte zuvor bereits Ex-Nationalspieler Fredi Bobic vorausgesagt, der die Fähigkeiten des "Wunderheilers" aus München und Boris-Becker-Freundes aus eigener Erfahrung kennt. "1996 hat 'Mull' Jürgen Klinsmann für das Finale gegen Tschechien fitbekommen, obwohl dieser vier Tage zuvor einen Muskelfaserriss erlitten hatte", erklärte der frühere Torjäger im DSF.

Bei Ballack war es zwar die Wade, die Prognosen für eine Finalteilnahme waren aber ebenso schlecht wie damals bei Klinsmann. "Es wird sehr eng. Im Moment sieht es nicht so aus, dass er spielen kann", hatte der Bundestrainer noch am Samstagabend erklärt und in Tim Borowski und Bastian Schweinsteiger schon zwei Alternativen für die Position im zentralen Mittelfeld genannt. Teammanager Oliver Bierhoff hatte einen Einsatz Ballacks als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet.

Ballack nimmt Risiko in Kauf

Ballack geht mit seiner Bereitschaft, von Anfang zu spielen, allerdings auch ein Risiko ein. Würde sich beim Warmmachen herausstellen, dass die Beschwerden in der Wade doch zu groß sind, könnte der England-Gastarbeiter zwar aus der Anfangsformation gestrichen werden. Doch ein Einsatz im weiteren Spielverlauf als Einwechselspieler wäre damit verbaut.

Der DFB-Kapitän, der 2002 das WM-Finale gegen Brasilien (0:2) in Yokohama wegen einer Gelbsperre verpasst und als Zuschauer Höllenqualen erlitten hatte, war aber wohl wild entschlossen, trotz seiner Schmerzen auf die Zähne zu beißen. Seit Freitagmorgen hatte der 31-Jährige über Schmerzen in der rechten Wade geklagt und konnte deshalb an den beiden letzten Trainingseinheiten seines Teams vor dem Match gegen die Iberer nicht teilnehmen.

Am Sonntagvormittag hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) noch ein großes Geheimnis aus dem Gesundheitszustand von Ballack gemacht und noch nicht mal verraten, ob der Mittelfeldspieler beim sogenannten Anschwitzen teilgenommen hatte. Dass sich der "Chef" zu dieser Zeit aber weiter intensiv behandeln ließ, seine Wade Stück für Stück gelockert wurde, ist ein offenes Geheimnis.

"Ballack ist der absolute Führungsspieler"

"Für Michael Ballack ist es die große Möglichkeit, seinen ersten großen Titel zu gewinnen. Dafür rennt er, dafür kämpft er. Ballack ist der absolute Führungsspieler, er dirigiert die Mannschaft auf dem Platz. Ballack ist im Spiel gegen Spanien der Schlüssel zum Sieg", hatte Franz Beckenbauer vorher schon prophezeit.

Da stand aber noch nicht fest, dass der England-Legionär vom FC Chelsea tatsächlich die große Chance hat, sein Finaltrauma zu beenden. Denn nach insgesamt neun zweiten Plätzen will Ballack im Ernst-Happel-Stadion unbedingt den großen Wurf landen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%