Fußball EM
Lato übernimmt Ruder im polnischen Fußball

Der ehemalige Weltklassespieler Grzegorz Lato soll der Korruption im polnischen Fußball Einhalt gebieten. Lato wurde zum Präsidenten des nationalen Verbandes Pzpn gewählt.

Der ehemalige Weltklassespieler Grzegorz Lato ist am Donnerstag zum Präsidenten des polnischen Fußball-Verbandes Pzpn gewählt worden. Der Torschützenkönig der WM 1974 soll der Korruption und dem Chaos in Polens Fußball Einhalt gebieten. Selbst die Rolle Polens als Gastgeber der EM 2012 war deshalb zwischenzeitlich in Frage gestellt worden.

"Wir müssen das Image des polnischen Fußballs verbessern. Wir müssen Transparenz und Reinheit zeigen und vorleben", sagte Lato in seiner Antrittsrede. Es müsse sichergestellt sein, dass die EM 2012 ein Erfolg werde.

Der Fußball-Weltverband Fifa hatte die Absetzung von Latos Vorgänger Michal Listkiewicz durch die Regierung wegen eines Korruptionsskandals scharf kritisiert. Die Fifa drohte wegen Einmischung der Politik in sportliche Belange mit dem Ausschluss aus der WM-Qualifikation und sogar mit einem EM-Entzug. Polen wandte sich mit einem Kompromissvorschlag, der unter anderem die Neuwahlen am Donnerstag vorsah, an die Fifa und wendete den schlimmsten Fall damit ab.

Fifa und Uefa pochen auf Autonomie des Sports

Das Nationale Olympische Komitee Polens hatte in Robert Zawlocki einen unabhängigen Verwalter eingesetzt. Fifa und Uefa hatten Zawlocki allerdings nicht anerkannt und auf die Autonomie des Sports gepocht; deshalb wurde Polen suspendiert und ein Ultimatum gestellt. Dies erfüllte Polen mit der Ansetzung von Neuwahlen.

Ein Manipulationsskandal erschüttert den polnischen Fußball seit längerer Zeit. In den vergangenen drei Jahren verhaftete die polnische Polizei über 160 Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Funktionäre. Zuletzt wurde Ex-Nationaltrainer Janus Wojcik inhaftiert, ihm wird Korruption in elf Fällen aus dem Jahr 2004 vorgeworfen.

Lato bringt Deutschland ins Gespräch

Wenige Stunden nach seinem Amtsantritt hat Grzegorz Lato Deutschland als potentiellen Ersatz-Co-Gastgeber der EM 2012 ins Gespräch gebracht. Polen könne auf jeden Fall die Zusagen erfüllen, sagte Lato: "Aber wenn die Ukraine es nicht schafft, können wir das Turnier gemeinsam mit Deutschland ausrichten."

© SID

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