Fußball-EM
Was Männer von kickenden Frauen lernen können

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Lockerer Umgang mit heiklen Themen

Immer wieder verstricken sich die Männer in lange Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Für den Torjubel üben manche sogar vorher, damit es im Ernstfall auch perfekt wirkt. Zur Entschuldigung führen Verteidiger zwei Argument an: Der Druck im Männerfußball ist höher. Zudem kann man Spielunterbrechungen taktisch nutzen: um Zeit zu schinden, zu trinken und Anweisungen entgegen zu nehmen.

2. Gleichgeschlechtliche Liebe ist normal

Im Männerfußball ist Homosexualität weiterhin ein Tabuthema. Bei den Frauen ist das ganz anders. „Der Frauenfußball lebt mit der Normalität der lesbischen Liebe – zumindest solange es nicht um eine Darstellung des Privatlebens in der Öffentlichkeit geht“, stellt die „FAZ“ fest. Prominentes Beispiel dafür ist die Bundestrainerin Steffi Jones.

„Die Situationen bei Frauen und den Männern sind nicht vergleichbar“, sagt Jones. „Der öffentliche Druck bei den Männern ist ein ganz anderer.“ Die ehemalige Nationalspielerin arbeitet bereits lange beim DFB. Sie hat vor einigen Jahren beim Ball des Sports auf Nachfrage der „Bild“-Zeitung ihre Beziehung zu ihrer Begleiterin öffentlich gemacht.

3. Weniger Kommerz

Die Fußballerinnen verdienen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen sehr schlecht. Abgesehen von Großveranstaltungen wie einer EM interessieren sich die Deutschen fast gar nicht für den Sport. Entsprechend wenige Zuschauer verirren sich daher selbst zu Bundesliga-Spielen in die Stadien.

Kurz gesagt: Der Frauenfußball ist längst nicht so kommerzialisiert wie das Spiel bei den Männern. „Es ist familiärer bei den Mädels, auch im Spitzenbereich“, urteilt der Ex-Manager von Bayer Leverkusen, Rainer Calmund, „Sie zeigen einen immensen Teamgeist, sind viel natürlicher und bringen als fast lupenreine Amateure jede Menge Hingabe für ihren Sport mit. Das imponiert mir total.“

4. Nicht nur die Bayern

Im Männer-Fußball sind die Bayern als Meister gesetzt. Das dürfte sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Zu stark ist die Stellung im nationalen und internationalen Fußball, zu gewaltig der Umsatzvorsprung gegenüber den ärgsten Rivalen aus dem Ruhrgebiet, Borussia Dortmund und Schalke 04.

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