Fußball EM
Löw: "Es war eine Millimeter-Entscheidung"

Im Interview erklärt sich Bundestrainer Joachim Löw zu den drei ausgebooteten Spielern Jermaine Jones, Patrick Helmes und Marko Marin. Außerdem spricht er dem löchrigen Abwehrverbund um Torhüter Jens Lehmann weiter sein Vertrauen aus und verspricht zum EM-Auftakt gegen Polen eine Leistungssteigerung.

Im Interview erklärt sich Bundestrainer Joachim Löw zu den drei ausgebooteten Spielern Jermaine Jones, Patrick Helmes und Marko Marin. Außerdem spricht er dem löchrigen Abwehrverbund um Torhüter Jens Lehmann weiter sein Vertrauen aus und verspricht zum EM-Auftakt gegen Polen eine Leistungssteigerung.

Frage: "Joachim Löw, was hat den Ausschlag gegeben, Jermaine Jones, Patrick Helmes und Marko Marin aus dem EM-Kader zu streichen?"

Joachim Löw: "Die Entscheidung ist sehr schwer gefallen. Es war eine Millimeter-Entscheidung. Es war ein Sandkorn, das die Waage zum Ausschlag gebracht hat. Jeder der drei Spieler hätte es verdient gehabt, dem EM-Kader anzugehören. Wir haben bis spät in die Nacht zusammengesessen, alle Trainingstage, alle Fakten, alle Auswertungen besprochen."

Frage: "Haben die drei Ausgebooteten eine Zukunft im DFB-Team?"

Löw: "Es war keine Entscheidung gegen ihre Qualität, sie haben im Trainingslager auf Mallorca einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Patrick Helmes, Jermaine Jones und Marko Marin haben gute Perspektiven, nach der EM wieder im Kreis der Nationalmannschaft dabei zu sein und eine gute Rolle zu spielen."

Frage: "Sie hatten Marko Marin in den letzten Tagen mehrmals gelobt. Was hat bei ihm zu seiner Ausbootung geführt?"

Löw: "Er hat vergangenes Jahr noch 2. Liga gespielt. Bei einem EM-Turnier trifft man aber auf die besten Verteidiger der Welt. Da wäre der Sprung etwas zu groß gewesen. Ihm gehört die Zukunft, aber er muss körperlich noch zulegen."

Frage: "Was sprach für David Odonkor, Oliver Neuville oder Piotr Trochowski?"

Löw: "Sie haben besondere Qualitäten, durch die wir besser variieren können."

Frage: "Bereitet Ihnen die Leistung Ihrer Mannschaft beim 2:2 gegen Weißrussland Sorgen?"

Löw: "Sorgen nicht, aber zufrieden kann man natürlich nicht sein. Wir haben in den letzten 30 Minuten eine 2:0-Führung aus der Hand gegeben. Das ist schon enttäuschend."

Frage: "Welche Gründe gab es für den Einbruch in der zweiten Hälfte?"

Löw: "Es hat die Konzentration gefehlt. Wir haben in den vergangenen Tagen sehr, sehr hart trainiert. Man hat gespürt, dass einige einen Rucksack auf dem Rücken hatten und müde waren. Es hat die Frische gefehlt. Man hat auch gesehen, dass wir erst kurz mit dem Ball trainiert haben. Aber das haben wir ganz bewusst in Kauf genommen."

Frage: "Wie haben Sie die Leistung von Torwart Jens Lehmann gesehen?"

Löw: "Man spürt, dass er Spiele braucht. Er wird am Samstag gegen Serbien auf jeden Fall im Tor stehen. Wir vertrauen ihm, wir sind von ihm überzeugt und stehen weiter zu ihm."

Frage: "Vertrauen Sie auch Ihrer Abwehr weiter?"

Löw: "Wir haben die Organisation nicht so hinbekommen. Wir haben aber auch nach vorne viele Fehler gemacht. Wir müssen uns in allen Bereichen verbessern."

Frage: "Wie sicher sind Sie, dass die Mannschaft bis zum EM-Auftakt am 8. Juni gegen Polen eine gute Form hat?"

Löw: "Wir werden in den nächsten Tagen intensiv mit dem Ball und an taktischen Dingen arbeiten. Wir müssen dies festigen. In zwölf Tagen werden aber alle besser in Form und in einem ganz anderen Zustand sein - spielerisch, von der Organisation her und körperlich. Das kann ich versprechen."

© SID

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