Fußball EM
Löw: "Gut, dass der Druck weg ist"

Nach der gelungenen EM-Qualifikation durch das Remis in Irland, zeigte sich Joachim Löw erleichtert. Doch der Bundestrainer mahnte auch an, dass auf dem Weg zum EM-Titel noch viel Arbeit vor dem Team liege.

Nach der erfolgreichen Qualifikation für die Endrunde der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz, stellte sich Bundestrainer Joachim Löw den Fragen der Journalisten. Dabei warnte Löw aber davor, sich auf diesem Erfolg auszuruhen und kündigte für die weiteren Qualifikationsspiele kleinere Experimente an.

Frage: "So früh wie diesmal hat sich noch nie eine deutsche Nationalmannschaft für ein großes Turnier qualifiziert. Wie lautet ihre Fazit nach der erfolgreichen EM-Qualifikation?"

Joachim Löw: "Für uns hat sich heute der Kreis geschlossen. Wir haben gegen Irland das erste Qualifikations-Spiel gewonnen und uns nun gegen Irland für die EM qualifiziert. Kompliment an die Mannschaft, wie sie die Qualifikation durchgezogen hat. Wir haben uns nicht nur frühzeitig qualifiziert, sondern auch eine hervorragende Punkteausbeute und eine tolle Tordifferenz."

Frage: "Gegen die Iren mussten Sie aber bis zum Schluss zittern..."

Löw: "Wir wussten, dass sie aufsässig werden können. Sicherlich haben wir schon bessere Spiele gemacht, aber unter dem Strich bin ich sehr zufrieden. Man hat heute mal gemerkt, dass viele gefehlt haben, zudem Bastian Schweinsteiger früh ausgefallen ist. Kämpferisch und von der Einstellung hat meine Mannschaft alles gegeben. Diese Tugenden waren gegen die Iren gefragt."

Frage: Wie erklären Sie sich, dass Ihre Mannschaft so glatt durch die Qualifikation gekommen ist?"

Löw: "Wir haben es geschafft, nach der WM die Spannung hochzuhalten und uns immer wieder neue Ziele gesetzt. Das Team hat nie nachgelassen, sich immer wieder neu motiviert und entsprechendes Selbstbewusstsein an den Tag gelegt. Zudem hat die Mannschaft unsere Philosophie weiter verinnerlicht."

Frage: "Was bedeutet es für Sie, dass Deutschland bereits vier Spieltage vor Qualifikations-Schluss die Fahrkarte für Österreich und die Schweiz gelöst hat?"

Löw: "Jetzt haben wir Planungssicherheit, das ist sehr gut. Wir können in aller Ruhe vorausdenken, in den Planungen für das Trainingslager und hinsichtlich weiterer Freundschaftsspiele. Für die Mannschaft ist gut, dass der Druck weg ist und nicht bis zum letzten Spiel der Nervenkitzel da ist, wie es in der Vergangenheit oft genug der Fall war."

Frage: "Wie sehr schmerzt Sie die zweite Gelbe Karte für Jens Lehmann, der nun am Mittwoch gegen Tschechien fehlt, und wie bewerten Sie seine Leistung?"

Löw: "Diese Gelbe Karte kann man in unserer Situation verschmerzen. Es war besser, dass er den Ball so weit vor dem Tor an der Seitenlinie noch einmal festgehalten hat, als dass die Iren durch einen schnell ausgeführten Einwurf zu einer Chance kommen. Ansonsten hat Jens eine tadellose Leistung gezeigt. Es zeichnet ihn ja aus, dass er sich gerade auch in schwierigen Situationen auf den Punkt konzentrieren kann. Er war sowohl in der Strafraumbeherrschung als auch auf der Linie sehr stark, ein guter Rückhalt für uns mit einer sehr guten Ausstrahlung."

Frage: "Gegen die Iren fehlte einmal mehr rund ein halbes Dutzend Leistungsträger. Was machen sie, wenn Ballack, Lahm, Klose und andere wieder zurückkommen?"

Löw: "Gute Frage. Ich habe der Mannschaft bereits Anfang der Woche gesagt, dass der Konkurrenzkampf größer geworden ist. Der Wettbewerb auf allen Positionen ist nun endgültig entbrannt und wird sich noch mehr zuspitzen. Die EM-Kandidaten müssen mir in der Bundesliga und in den internationalen Wettbewerben Zeichen geben, dass sie in die Nationalmannschaft gehören. Die größte Gefahr ist, wenn einige meinen, sie könnten nun nach der souveränen Qualifikation ein bisschen nachlassen. Wir gehören noch nicht zu den absolut Besten in Europa. Wir müssen noch hart arbeiten für das Ziel Europameisterschaft. Vieles hat bislang schon gut geklappt. Wir müssen aber optimieren und dürfen nicht stagnieren."

Frage: "Gegen Tschechien sowie im November gegen Zypern und Wales können sie theoretisch experimentieren. Wie sind Ihre Pläne?"

Löw: "Zunächst mal wollen wir in München gegen Tschechien ein gutes Spiel machen und gewinnen, denn das ist ein kleines Highlight in der EM-Qualifikation. Sicherlich wird in München Lukas Podolski von Beginn an spielen, der nach seiner Einwechslung viele gute Szenen hatte. Im November werde ich sicherlich den ein oder anderen testen, der zuletzt wegen Verletzungen nicht bei der Nationalmannschaft war, aber im Verein schon wieder spielt."

© SID

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