Fußball EM
McClaren entlassen, Gerüchte um Klinsmann

Der englische Fußball-Verband FA hat Teammanager Steve McClaren entlassen und damit die Konsequenz aus dem Scheitern in der Qualifikation für die EM 2008 in Österreich und der Schweiz gezogen. Das bestätigte die FA am Vormittag. Die Entscheidung traf der Verband bei einer Dringlichkeitssitzung des Vorstandes am Donnerstagmorgen in London. Neben McClaren wurde auch dessen Assistent, der frühere Nationaltrainer Terry Venables, seines Amtes enthoben.

"In der heutigen Sitzung hat der FA-Vorstand einstimmig entschieden, den Vertrag mit Steve McClaren mit sofortiger Wirkung zu beenden", sagte FA-Präsident Geoff Thompson auf einer Pressekonferenz: "Der Vorstand hat einer sofortigen tiefgreifenden Untersuchung der kompletten englischen Aufbaus zugestimmt."

Für McClaren selbst war es "einer der traurigsten Tage meiner Karriere": "Aber ich kann die Entscheidung der FA verstehen. Ich werde wiederkommen und daraus lernen. Ich bin in dieser Zeit ein besserer Manager geworden", sagte Mcclaren, der einen eigenen Rücktritt abgelehnt hatte.

Remis hätte zur Qualifikation gereicht

Die "Three Lions" hatten am Mittwochabend durch eine 2: 3-Niederlage gegen die bereits qualifizierten Kroaten die EM-Qualifikation verpasst. Ein Unentschieden hätte den Briten das Ticket zur Endrunde gesichert, das stattdessen an Russland ging. Die Russen hatten in Andorra 1:0 gewonnen.

Nach Mcclarens Entlassung beginnt im Mutterland des Fußballs nun erneut die Suche nach einem geeigneten Nationaltrainer, nachdem die Briten erstmals seit 1994 wieder ein großes Turnier verpasst hatten. Der aussichtsreichste britische Kandidat ist der Nordire Martin O'Neill vom Premier-League-Klub Aston Villa.

Allerdings wird auch über den früheren Torjäger und ehemaligen englischen Kapitän Alan Shearer diskutiert, der noch keine Trainererfahrung besitzt. Im Gespräch sind auch der kürzlich beim FC Chelsea entlassene Portugiese Jose Mourinho und der frühere Bundestrainer Jürgen Klinsmann.

McClaren hatte nach der WM 2006 in Deutschland den Posten des Nationaltrainers vom Schweden Sven-Göran Eriksson übernommen und geht mit einer Amtszeit von nur 15 Monaten in die Geschichte der Verbandes ein. So kurz wie McClaren war kein anderer Trainer für die Nationalmannschaft verantwortlich. Angeblich soll er eine Abfindung in Höhe von rund 3,5 Mill. Euro erhalten, während der Verlust des Verbands durch die Nicht-Qualifikation auf rund elf Mill. Euro beziffert wird.

Das Meeting des 12-köpfigen FA-Vorstandes hatte um 8.30 Uhr Ortszeit in London begonnen. Geschäftsführer Brian Barwick, der ebenso wie FA-Präsident Geoff Thompson kein Stimmrecht hatte, war bereits zwei Stunden vorher eingetroffen. Da eine FA-Delegation noch am Donnerstagabend zur Auslosung der Qualifikationsgruppen für die WM 2010 in Südafrika nach Durban aufbrechen sollte, musste die Peronalie McClaren schnell geklärt werden.

© SID

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