Fußball EM
Noch ein Schritt zum siebten EM-Titel

Der EM-Titel ist angestrebt, die Party geplant und auch die Bilanz spricht für die deutschen Frauen. So geht die Neid-Elf als Favorit ins Endspiel gegen England in Helsinki.

Die Party in Helsinki ist geplant, der Empfang in Frankfurt ist vorbereitet und das Männer-Nationalteam hat per Fax die besten Wünsche übermittelt: Ein Sieg über England soll den deutschen Frauen das Tor in den siebten Fußball-Himmel öffnen. Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) will sich heute mit einem Sieg im EM-Finale (18.00 Uhr/live im ZDF und bei Eurosport) gegen die Elf aus dem Fußball-Mutterland zum siebten Mal insgesamt und zum fünften Mal in Folge den kontinentalen Titel sichern.

"Wenn wir das spielen, was wir können - und wir können ganz viel - dann sind wir nur ganz schwer zu schlagen. Wir sind hier, um den Titel zu holen", erklärte DFB-Trainerin Silvia Neid am Mittwoch vor rund 40 Journalisten und einem halben Dutzend Kamerateams bei der Abschluss-Pressekonferenz im Vorfeld des Endspiels im Olympiastadion der finnischen Hauptstadt.

Der Optimismus von Neid, die auf die zuletzt angeschlagene Spielmacherin Linda Bresonik (Kapselüberdehnung) zurückgreifen kann, kommt nicht von ungefähr. Ein Blick auf die Bilanz zeigt, dass die Engländerinnen in den Duellen mit dem zweimaligen Welt- und sechsmaligen Europameister bislang nie etwas zu bestellen hatten. In den 18 bisherigen Partien gab es 16 deutsche Siege und nur zwei Unentschieden.

Bundespräsident Köhler drückt vor Ort die Daumen

Es gibt sogar noch weitere Zahlen, die aus englischer Sicht nichts gutes verheißen. Die deutsche Mannschaft, die vor vier Jahren ausgerechnet in England den vierten EM-Triumph in Folge feiern konnte und die von Bundespräsident Horst Köhler von der Tribüne aus unterstützt wird, ist seit 25 EM-Spielen ungeschlagen und ging bei allen bisherigen sechs Finalteilnahmen als Sieger von Platz.

Neid weiß allerdings, dass eine gute Bilanz keine Garantie für einen Titelgewinn ist. "Das ist alles Schnee von gestern", sagte die 45-Jährige, die zum siebten Mal als Spielerin, Co-Trainerin oder Cheftrainerin in einem EM-Finale steht: "Die Engländerinnen sind stark im Spiel nach vorne. Zudem sind sie in der Abwehr sehr robust. Die Tagesform wird entscheiden", sagte die Trainerin.

Auch Rekord-Nationalspielerin Birgit Prinz wollte nichts von einer einfachen Aufgabe gegen die Three Lions wissen. "England hat gut ins Turnier gefunden. Das wird ein hartes Stück Arbeit", meinte die Spielführerin mit Blick auf den bisherigen Turnierverlauf.

England rutschte als Gruppendritter in die K.o.-Runde

Während die DFB-Auswahl mit der makellosen Bilanz von fünf Siegen in fünf Partien ins Finale eingezogen ist, schaffte es die Mannschaft von Trainerin Hope Powell nur als eine der beiden besten Gruppendritten in die K.o.-Runde. Dort feierten die Britinnen knappe Erfolge gegen Gastgeber Finnland (3:2) und die Niederlande (2:1 nach Verlängerung).

Von der Leistungssteigerung der Engländerinnen im Laufe der EM wollen sich die selbstbewussten Deutschen, die ohne Abwehrchefin Ariane Hingst (Meniskus- und Knorpelschaden) auskommen müssen, aber nicht einschüchtern lassen. "Wir sind sehr gut aufgestellt", sagte Celia Okoyino da Mbabi, die mit ihren Teamkolleginnen die bisher eingespielte EM-Prämie von 10 000 Euro pro Spielerin durch einen Finalsieg auf 12 000 Euro aufstocken kann.

© SID

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