Fußball EM
Platini droht EM-Gastgeber Ukraine

Uefa-Präsident Michel Platini hat der Ukraine einmal mehr mit dem Entzug des EM-Gastgeberstatus gedroht: "Es gibt vielleicht weniger Ausrichterstädte als ursprünglich vorgesehen."

Uefa-Präsident Michel Platini hat erneut der Ukraine mit dem Entzug der Gastgeberrolle bei der Europameisterschaft 2012 gedroht. "Wir haben die theoretische Möglichkeit, aber ich denke nicht, dass wir sie anwenden müssen. Aber es gibt vielleicht weniger Ausrichterstädte als ursprünglich vorgesehen", sagte der französische Chef der Europäischen Fußball-Union (Uefa) am Samstagabend dem Radiosender France Info. Im Gespräch ist weiterhin ein Ausweichen auf die deutschen Spielorte Berlin und Leipzig.

Neben den vier Städten im Co-Gastgeberland Polen (Breslau, Posen, Danzig und Warschau) sollen theoretisch auch vier in der Ukraine (Kiew, Donezk, Lemberg und Charkow) die EM ausrichten. Das Finale in Kiew, der einzigen bislang EM-tauglichen Stadt in der Ukraine, ist wegen mangelnder Unterbringungsmöglichkeiten gefährdet. Die Uefa sieht derzeit allenfalls ein Halbfinale als möglich an. Die drei anderen Städte/Stadien wurden bislang als nicht EM-tauglich erachtet. Die Uefa hatte der Ukraine eine letzte Frist bis zum 30. November dieses Jahres gesetzt, um nachzubessern.

Mitte Dezember wird die Uefa-Exekutive unter Beteiligung von Exko-Mitglied und DFB-Präsident Theo Zwanziger sowie unter Beobachtung des Fifa-Exekutivmitglieds Franz Beckenbauer über die endgültige Vergabe entscheiden.

Ukrainisches Hin und Her

Anfang August waren wegen interner politischer Streitigkeiten in der Ukraine wieder Investitionen in dreistelliger Millionen-Höhe infrage gestellt worden. Mit seinem Veto hatte Ukraines Präsident Viktor Juschtschenko den Versuch des ukrainischen Parlamentes gestoppt, die dringend nötigen Finanzmittel für die Vorbereitung der EM 2012 von der Nationalbank zu beschaffen und damit den EM-Fahrplan erneut ins Wanken gebracht.

Erst im Juli hatte der sogenannte Oberste Rat in Kiew per Gesetz beschlossen, die Nationalbank zur Zahlung von 9,8 Mrd. Griwna (etwa 870 Mill. Euro) zu verpflichten, um damit vor allem die bisher schleppend verlaufenden EM-Bauarbeiten anzukurbeln. Wie der Leiter des Präsidenten-Sekretariates für sozial-ökonomische Entwicklung, Roman Schukowski, erklärte, habe Juschtschenko aus Sorge um die Stabilität der Landeswährung gehandelt.

© SID

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