Fußball EM
Platini schließt EM 2012 in Deutschland aus

Deutschland wird nicht als Ausrichter der EM 2012 einspringen. Uefa-Präsident Michel Platini setzt auf die ausgewählten Gastgeber Polen und die Ukraine.

Uefa-Boss Michel Platini wird nicht auf Deutschland als Ersatz-Gastgeber der EM 2012 zurückgreifen. "Deutschland hat keine Chance. Dazu wird es nicht kommen", sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus und setzt auf die von der Uefa ausgewählten Gastgeber Polen und die Ukraine. Auch Ungarn soll als möglicher Ersatzkandidat für die Ukraine vom Tisch sein.

Die Uefa hatte immer wieder intern über Deutschland als Ersatzausrichter diskutiert, sollte die EM-Endrunde 2012 nicht in der Ukraine abgehalten werden. Allerdings sieht der ehemalige französische Weltklassespieler immer noch Defizite in der Ukraine.

Die größten Schwächen der ehemaligen Sowjetrepublik sind nach Ansicht Platinis die Bereiche Hotelunterkünfte und Flughäfen. Während die Hauptstadt Kiew bereits als Spielort feststehe, sei noch zu prüfen, "ob in zwei oder vier Städten" gespielt werde. "Jetzt müssen wir schauen, ob ein Spielort dazukommt oder ob es drei sind", sagte "Platoche". Die definitive Entscheidung fällt das Exekutivkomitee der Uefa, in dem auch DFB-Präsident Theo Zwanziger sitzt, am 10./11. Dezember.

Platini setzt sich für Kostenbremse ein

Zugleich machte sich der Uefa-Chef erneut für eine Kostenbremse stark. "Wir müssen jetzt Regeln setzen und den Fußball schützen", sagte er. Am Montag berät erstmals eine Expertengruppe darüber, wie verhindert werden kann, dass "Vereine mehr Geld ausgeben als sie haben", so Platini: "Wenn sie 50, 60, 70 Prozent ihrer Einnahmen für Personal ausgeben, ist das ein Problem."

In diesem Zusammenhang versprach der einstige Italien-Legionär jenen Klubs Zugeständnisse, die "ihre Stadien erneuern, in Infrastruktur oder Jugendarbeit investieren". Bis 2012 sollen die Regeln umgesetzt sein, die als "höchste Bestrafung den Champions-League-Ausschluss" vorsehen.

Lobend äußerte sich Platini über die deutsche Bundesliga und wies auf den Vorbildcharakter hin: "Die deutsche Liga ist eine sehr offene Liga und gewiss ein Beispiel für einen Wettbewerb, den wir in ganz Europa haben wollen." Gerade das in Deutschland existierende 50-plus-1-Statut findet Platinis Gefallen. "Mir ist ein System lieber, in dem nicht eine Person aus irgendeinem Land alleine bestimmen kann - ein System wie in Deutschland, das Alleinherrschern einen Riegel vorschiebt."

© SID

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